Countdown startet

Mit dem Grand Slam-Turnier von Freitag bis Sonntag in der mongolischen Metropole Ulaanbaatar startet der Countdown für die Olympischen Spiele 2028 – und es sind noch genau 100 Wochen oder 757 Tage bis zum Beginn des Spektakels in Los Angeles. Sechs ÖJV-Judoka – auch der Wiener Stephan Hegyi – sind im fernen Asien dabei, auch Österreichs zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres will es in zwei Jahren in den USA noch einmal wissen …

Nach anderthalbjähriger „Erholungspause“ hatte die 28-jährige Wimpassingerin bei den Grand Slams in Tokio (im Dezember) und Paris (im Februar) kein Erfolgserlebnis, schaffte aber mit dem Grand Prix-Sieg im März in Linz und Platz zwei beim Grand Slam in Dushanbe die Rückkehr in die Weltspitze bis 70 Kilo, in der sie im IJF-Ranking schon Nummer 12 ist. Dennoch ist die Olympia-Zweite von Tokio 2021 und Olympia-Dritte von Paris 2024 in Ulaanbaatar nicht gesetzt, weil von den Top Ten in ihrer Gewichtsklasse acht Judoka am Start sein werden. Angeführt wird die Liste von der Weltranglisten-Zweiten Aoife Coughlan. „Michi“ könnte es am Samstag, bei einem Sieg über die Türkin Sinem Oruc, mit der Australierin zu tun bekommen.

Zwar sind mit der Pariser Olympia-Fünften Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo) und Bernd Fasching (Judozentrum Galaxy / bis 81 Kilo) zwei rot-weiß-rote Judoka gesetzt (beide auf 8), aber: „Die Besetzung ist unglaublich stark und in den meisten Gewichtsklassen mit einer WM zu vergleichen. In der Mongolei unter die Top-7 zu kommen, wird eine echte Herausforderung. Das gilt für alle unsere sechs Judoka“, meint Judo-Austria-Cheftrainerin Yvonne Snir-Bönisch. So wird es auch für Schwergewichtler Hegyi (SC Hakoah) nicht leicht – der 27-jährige Wiener wird am Sonntag dem russischen EM-Dritten Valeri Endovitskii gegenüber stehen.

Unter den 454 Judoka aus 58 Ländern sind sechs Weltranglisten-Erste, neun Zweite und fünf Dritte genannt. Und auch gegen 14 starke japanische Judoka werden die Trauben in der mongolischen Metropole hoch hängen …

Österreichs Team in Ulaanbaatar: Samstag: Lubjana PIOVESANA (LZ Hohenems / bis 63 kg), Michaela POLLERES (JC Wimpassing / bis 70 kg), Bernd FASCHING (Judozentrum Galaxy / bis 81 kg). – Sonntag: Elena DENGG (Sanjindo Bischofshofen / bis 78 kg), Thomas SCHARFETTER (Sanjindo / bis 90 kg). Stephan HEGYI (SC Hakoah / über 100 kg).

Jozef Krnac neuer Nationaltrainer

Der Slowake Jozef Krnac, 2004 Olympia-Zweiter in Athen bis 66 Kilo, wird neuer Judo Austria-Nationaltrainer für den Bereich „Unter 23 und Perspektivkader“. Der 48-Jährige, seit zwei Jahren Stützpunkttrainer in der Südstadt, wird diese Funktion auch weiterhin ausüben. Krnac arbeitet auch intensiv mit Laura Kallinger (Judoring Wien) zusammen.

WM 2029 an Georgien vergeben

Seit Jahren finden Judo-Weltmeisterschaften nur noch östlich von Österreich statt – die WM 2029 wurde an Georgien vergeben, davor sind Kasachstan und Bahrain sowie heuer (4. bis 11. Oktober) Aserbaidschan (in Baku) an der Reihe. Die Orte der letzten Jahre: Dreimal Budapest (2017, 2021 und 2025), Abu Dhabi (2024), Doha (2023), Taschkent (2022), Tokio (2019) und Baku (2018). Die letzte WM im Westen gab es 2011 in Paris – Judo nur noch im Osten und am Golf? Kein gutes Zeichen …

Foto: Michaela POLLERES (weißer Judogi) bei ihrem GP-Sieg in Linz – @Judo Austria / Oliver Sellner

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