Unsere Top-Hoffnung

Eine olympische Medaille, in Silber, hat sie schon – jetzt will Michaela Polleres in Paris ein weiteres Edelmetall. „Am liebsten in Gold“, lacht die 27-jährige Ternitzerin, die bei der Eröffnungsfeier am 26. Juli, gemeinsam mit dem Kanuten Felix Oschmautz, die rot-weiß-rote Fahne tragen wird. Polleres ist die einzige im ÖJV-Team, die schon olympische Erfahrung hat – und sie zählt auch heuer wieder zu den Favoritinnen in der Klasse bis 70 Kilo. Alles über Michi im Teil 3 der Serie „Unsere 6 in Paris„,

In Judokreisen wird heftig diskutiert, ob der auf Michaela Polleres lastende Erfolgsdruck geringer sein würde, weil sie ja schon eine olympische Medaille zu Hause hat; oder sogar noch größer, weil alle von ihr ein weiteres Edelmetall erwarten oder zumindest erhoffen. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Ihr unerwartet frühes Ausscheiden bei der WM in Abu Dhabi ist abgehakt, jetzt ist der Fokus auf den 31. Juli gerichtet, an dem die Niederösterreicherin auf die Matte der Champs-de-Mars-Arena steigen wird. Dass Michi es drauf hat, sogar Gold zu gewinnen, hat sie schon oft genug bewiesen. Heuer hat sie zwei Grand Slam-Turniere (Duschanbe, Antalya) gewonnen, ist nicht zuletzt deshalb im olympischen Turnier als Nummer 3 in der Klasse bis 70 Kilo gesetzt.

Polleres ist ein eher introvertierter Mensch, zieht den Verbleib im Hintergrund dem Rampenlicht vor. Vor drei Jahren in Tokio war sie zwar nach dem verlorenen Finalkampf gegen Chizuru Arai (JPN) „im ersten Moment sehr enttäuscht. Aber als ich meine Teamkolleginnen, die Coaches und Betreuer gesehen habe, wie sie sich für mich gefreut haben, war die Enttäuschung schnell verflogen. Auch die Siegerehrung war richtig speziell“, erinnert sich die zweifache WM-Dritte, die sozusagen zur Team-Leaderin gewachsen ist. Und die bei der Eröffnungsfeier eine besondere Aufgabe hat. „Das ist richtig cool, ich wollte sowieso zur Eröffnung. Jetzt bin ich Fahnenträgerin!“ Als erste Judoka überhaupt. Ludwig Paischer hat bei den Spielen 2008 in Peking als Olympia-Zweiter die Fahne bei der Schlussfeier ins Stadion getragen. „Für mich ist das eine große Ehre“, ist Michi schon ganz aufgeregt. Wir werden es sein, wenn wir sie – hoffentlich oft – bei den Kämpfen sehen können.

Zur Person

MICHAELA POLLERES, Gewichtsklasse: Mittelgewicht, – 70 kg (31. Juli). Alter: 27 (geboren am 15. Juli 1997), Verein: JC Sparkasse Wimpassing/NÖ, Wohnort: Ternitz/NÖ, 7 EM- und 6 WM-Teilnahmen, bisherige Olympia-Teilnahmen: 1 (Tokio 2021). Graduierung: 3. Dan; Sportliche Erfolge: aktuell Weltranglisten-Dritte, Olympia-Zweite in Tokio 2021, 2-fache WM-Bronzemedaillengewinnerin (Budapest 2021, Doha 2023), EM-Dritte Tel Aviv 2018 und mit dem Mixed-Team Minsk 2019, 3-fache Grand-Slam-Siegerin (Duschanbe, Antalya 2024, Taschkent 2023), Masters-Siegerin Jerusalem 2022, Kampfbilanz 2024: 20 Kämpfe, 16 Siege (davon 8 mit Ippon, 2 x 2 Waza-ari, 6 Waza-ari), 4 Niederlagen ( 1 I, 3 W).

Fortsetzung am Montag – Teil 4: Samuel GASSNER – „je t´aime Paris“

Foto: Michaela POLLERES ist auch bei Autogramnmjägern begehrt - @Judo Austria / Oliver Sellner

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