„Sabsi“ sah Medaillenregen

Während ganz Amerika im Bann des Präsidenten-Duells zwischen Kamala Harris und Donald Trump stand, gab es für die rot-weiß-roten Judoka gleich am ersten Tag der Veteranen-WM in Las Vegas einen Medaillenregen – zweimal Gold (durch den Tiroler Reinhold Kurz und den Steirer Julian Rusu) sowie einmal Bronze für den Wiener Ernst Leidenfrost! Da stellte sich Österreichs früherer Judo-Star Sabrina „Sabsi“ Filzmoser gleich als erste Gratulantin ein!

„Mein Ziel war eine Medaille, und ich bin happy, dass es gelungen ist“, freute sich Leidenfrost nach seinem Wettkampf im Rio Casino Hotel von Las Vegas. Der 60-Jährige musste aber auf seinem Weg zu Bronze in jedem seiner vier Kämpfe (einen in der Trostrunde gewann er kampflos) in den Golden Score. Wo er im Viertelfinale gegen Nazim Aliyev (AZE) Pech hatte, dafür aber im Kampf um die erhoffte Medaille gegen den Iren Brian Killeen das Glück an „Ernstls“ Seite stand. Beide Judoka hatten je zwei Shidos, dann aber fiel die Entscheidung zugunsten des Wieners. „Es war eine erkämpfte, aber auch verdiente Medaille“, meinte ÖJV-Veteranen-Referent Christian Hackl zur Leistung des Athleten von Vienna Samurai. Leidenfrost hatte sich erst im Juni die Hand gebrochen, trug sechs Wochen Gips, hatte noch im September Schmerzen, wurde aber dennoch Veteranen-Staatsmeister in Linz. Zuvor hatte das Leopoldstädter Urgestein heuer schon den Europacup in Hamburg gewonnen. Ein tolles Jahr für Leidenfrost!

Ein tolles Jahr aber ist es auch für die beiden „Oldies, but Goldies“ – Kurz, der 65-jährige Judoka der WSG Wattens, der im September seinen 20. nationalen Titel holte, ist mittlerweile schon ein Vierteljahrhundert bei den Veteranen dabei, hat bei Welt- und Europameisterschaften etliche Medaillen gewonnen und wurde im Spielerparadies jetzt zum zweiten Mal nach 2017 Weltmeister! Der Security-Mann setzte sich im Finale seiner Altersklasse (bis 81 Kilo) gegen Marco Alencar (BRA) mit zwei Waza-ari durch. Und der Steirer Rusu, der einst bei der EM in der Allgemeinen Klasse Bronze, damals noch für Rumänien, geholt hatte, feierte in Las Vegas seinen bereits sechsten WM-Titel der Veteranen. Im Finale bis 100 Kilo bezwang der 57-Jährige von den ASKÖ Bulls Graz den Polen Grzegorcz Kupcynski mit Ippon. Da freute sich auch unsere „Sabsi“, die zweifache WM-Bronzene und zweifache Europameisterin, mit: „Eine starke Leistung des rot-weiß-roten Teams“, lobte die 44-jährige Welserin, die ja im IJF-Vorstand als Athletensprecherin sitzt und für ihre Pilotenausbildung derzeit in den USA weilt. Und hätte auch Filzmoser auf der Matte mitgemacht, wäre der Medaillenregen wohl noch intensiver ausgefallen …

Dank der drei Medaillen lag Österreich nach dem ersten Tag dieser IJF-Veteranen-WM unter 68 Nationen (1.275 Judoka) auf dem sensationellen 5. Platz. In Führung die USA (5/2/9) vor Frankreich (2/4/5), Brasilien (2/2/3) und den Niederlanden (2/1/0). Dahinter schon Österreich!

Foto: "Sabsi" Filzmoser und ÖJV-Veteranen-Referent Christian Hackl als erste Gratulanten unserer drei Medaillengewinner Ernst Leidenfrost, Reinhold Kurz und Julian Rusu (v.l.n.r.) - @JLVW / privat

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