Alle Wege führen nach Rom

An mehreren Fronten kämpfen am Wochenende Wiener Judoka um internationale Erfolge. Zum einen die Kadetten (Unter 18) beim Europacup in Györ und nach den Veteranen auch die Kata-Athleten in Las Vegas um WM-Medaillen, zum anderen sind die arrivierten Athleten bei den European Open – alle Wege führen nach Rom, heißt es – im Einsatz. Auch der Weg von Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 Kilo) führt in Italiens Hauptstadt, wo er sein internationales Comeback nach exakt 616 Tagen Verletzungspause geben wird. Die nationale Rückkehr ist vor vier Wochen mit dem Gewinn seines vierten Staatsmeistertitels schon gelungen.

Der Leidensweg des 26-jährigen EM-Medaillengewinners von 2018 und 2019 (jeweils Bronze) ist bekannt. Jetzt kehrt Hegyi unweit des Römer Kolosseums, neben dem der päpstliche Kreuzweg an den Leidensweg Jesu Christi vor seiner Kreuzigung erinnern soll, auf die internationale Tatami zurück. Ohne Druck, ohne besonderes Ziel. „Ich will einfach Spaß am Kämpfen, wieder in den Wettkampf-Rhythmus zurückfinden“, sagt der Schwergewichtler, der im Olympiazentrum Matteo Pellicone als Nummer 4 gesetzt ist. Und das, obwohl er schon mal 100 Plätze besser im IJF-Ranking war.

Zuletzt trainierte Hegyi mit dem Nationalteam in Wimpassing und in der Südstadt, auch im Beisein seines Heimtrainers Axel Eggenfellner, der seinen Schützling 2028 noch einmal zu den Olympischen Spielen bringen will. „Bei der Staatsmeisterschaft war Stephan schon gut drauf, hat auch das Finale gegen Movli Borchashvilli souverän gewonnen“, stellte Eggenfellner fest. „Aber international ist natürlich alles anders, schwieriger. Wir werden mal schauen, was geht“, so der Coach, der das „Riesenbaby“ gemeinsam mit dem ÖJV-Trainerstab betreut. Apropos: Bei den ÖJV-Trainern gibt es einen Neuzugang: Jozef Krnac, 2004 in Athen für die Slowakei Olympia-Zweiter bis 66 Kilo, verstärkt das Betreuer-Team, vor allem im Schulmodell Südstadt. Zuletzt war Krnac slowakischer Junioren-Nationaltrainer.

Neben Hegyi ist mit Jacqueline Springer (Vienna Samurai / bis 48 Kilo) in Italiens Metropole noch eine weitere Wienerin dabei. Die 24-Jährige hat heuer schon vier internationale Platzierungen, darunter Bronze bei den European Open in Pale (BIH) und Rang 5 beim Grand Prix in Zagreb. Eine Platzierung ist für „Jacky“ auch in Rom das Ziel. Mit den beiden Judoka aus Wien sind weitere sechs ÖJV-Athleten dabei, insgesamt werden es 243 aus 31 Ländern sein.

Sonstige News

Kadetten-EC Györ:

Am Wochenende kämpfen insgesamt 40 rot-weiß-rote Judoka beim Unter-18-Europacup in Ungarn um Medaillen. Rund ein Viertel davon kommt aus Wien, nämlich: Helin TÜRK (bis 48 kg) und Helena ANETSHOFER (bis 57 kg / beide Vienna Samurai) bzw. Ismail COLAK (bis 50 kg), Yann ORNIK (bis 55 kg / beide SU Karuna Wien), Bernhard GÖSCHKA (bis 55 kg), Lukas ANGERER (über 90 kg / beide Galaxy Judo Tigers), Oskar SALVI (bis 60 kg / Vienna Samurai) und Silvester GYÖRE (bis 73 kg / AWIAR Wien). Zwei weitere Mädchen sind nur beim anschließenden Trainingslager dabei. Betreut werden die Wiener Athleten von LV-Trainerin Lisa ABERGER, Norbert STUMPF und Henrik SCHWAM.

Fara als WWE-Wrestler?

Der Wimpassinger Olympia-.Teilnehmer Aaron FARA (bis 100 Kilo) könnte schon bald in der nordamerikanischen Profiliga WWE als Wrestler auftreten. Der 1,93-Meter-Hüne war jedenfalls bei einem Casting in Orlando dabei, trainierte dort einige Tage mit, machte dort gute Figur und wartet nun auf ein Angebot bzw. einen Vertrag. Man darf gespannt sein, ob wir den stets zu Späßen aufgelegten Judoka bald weltweit im Fernsehen bewundern können.

Veteranen-WM Las Vegas:

Nach zweimal Gold (Reinhold KURZ und Julian RUSU) und Bronze (für den Wiener Ernst LEIDENFROST / Vienna Samurai) gab es keine weitere Medaille mehr für Österreich. Gerald RADNER (Union Kirchham / OÖ) schied in seiner Alters- und Gewichtsklasse mit einer Niederlage aus. Am Donnerstag, dem letzten WM-Tag, wurde Titelverteidigerin Claudia LOOS (SV Wallern / B) Siebente in ihrer Klasse F4/bis 78 Kilo. Am Ende lag Österreich unter den 68 Nationen (1.275 Judoka) an 13. Stelle. Brasilien (15 x Gold), Frankreich (14) und die USA (9) waren die erfolgreichsten Nationen.

Kata-WM Las Vegas:

Nach den Veteranen sind im Rio Casino Hotel ab Samstag auch die „Ästheten des Judo“ an der Reihe. Unter den drei rot-weiß-roten Paaren befindet sich auch das Wiener Duo Vanessa WENZL / Matthias HEINRICH (JC Tantanto) in der Kategorie Katame-no-Kata, in der auch Manuel MÜLLER / Philipp STARK antreten. Die größte Medaillenhoffnung liegt aber bei den beiden Kärntnern Martin und Philipp HINTEREGGER (JC Feldkirchen / Kodokan-Goshin-jutsu). Insgesamt haben 282 Athleten aus 32 Ländern für diese Kata-WM im US-Bundesstaat Nevada genannt.

Foto: Heimtrainer Axel EGGENFELLNER will seinen Schützling Stephan HEGYI zu Olympia 2028 bringen - @JLV Wien / privat

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