Und wieder nach Budapest

7, 10, 14, 17, 21, 25 – vielleicht bringen diese „Judo-Lottozahlen“ Glück? Wie wir auf diesen Sechser kommen? Die 7 für den siebenten Mixed-WM-Titel Japans in Abu Dhabi, die 10 für eine spezielle Ehrung für Jean Luc Rouge, die 14 für die Anzahl der Judo-Gewichtsklassen, und die restlichen drei Zahlen für Budapest als WM-Gastgeber, denn nach 2017 und 2021 wird im nächsten Jahr Ungarns Hauptstadt zum dritten Mal in acht Jahren Schauplatz der Welttitelkämpfe werden – also 17, 21 und 25. Eine Zahlenspielerei bei der internationalen Bilanz einer WM in den Emiraten, die trotz allem eine sehr gelungene war.

Auch wenn diese Weltmeisterschaften ob ihres ungünstigen Termins, nur neun Wochen vor den Olympischen Spielen in Paris, von einigen Stars, etwa Uta und Hifumi Abe (JPN) oder Teddy Riner (FRA), ausgelassen wurden, gab es qualitativ hochwertige Kämpfe und durchwegs verdiente Champions. Nur einem der sechs anwesenden Weltmeister von Doha 2023 gelang es, den Titel erfolgreich zu verteidigen – Tato Grigalashvili bis 81 Kilo. Der Georgier schrieb damit Geschichte – er ist der erste dreifache Judo-Weltmeister seines Landes. Aber auch die Judoka aus Aserbaidschan trugen sich ins Rekordbuch ein. Erstmals schafften sie mit Hidayat Heydarov (bis 73 Kilo) und Zelym Kotsoiev (bis 100 kg) bei einer WM zwei Goldene.

Eine Ehrung der besonderen Art gab es für Jean Luc Rouge. Der Franzose, der noch heuer 75 Jahre wird, bekam aus den Händen von IJF-Präsident Marius Vizer die Urkunde über die Verleihung des 10. Dans, des höchsten Meistergrades im Judo, überreicht. Rouge, der zuletzt zwölf Jahre IJF-Generalsekretär und davor EJU-Vizepräsident sowie Präsident des französischen Verbandes war, war im Oktober 1975, also vor bald 50 Jahren, in der Wiener Stadthalle der erste französische Judo-Weltmeister nach einem denkwürdigen Finale im Halbschwergewicht (damals bis 95 Kilo) gegen den Japaner Michinori Ishibashi. In seine Fußstapfen traten Weltmeister wie Fabien Canu, Stephane Traineau sowie David Douillet und Teddy Riner. Über den aktuellen Superstar sagt Rouge: „Nach Douillet dachte man, da wird nie wieder so einer kommen. Und dann kam Teddy – unglaublich!“ Seit 2017 ist Rouge „Kommandeur der Ehrenlegion“, einem französischen Orden.

Und 50 Jahre nach seinem WM-Gold wird Rouge mit Sicherheit auch 2025 die Weltmeisterschaft verfolgen – von 13. bis 20. Juni 2025 wieder in Budapest, wo zwei Wochen davor auch das Finale der UEFA Champions League stattfinden wird. Übrigens hat es noch nie einen Weltmeister oder eine Weltmeisterin gegeben, der / die an einem Ort bei drei Titelkämpfen Gold geholt hat. Das wird auch 2025 so sein – denn die beiden Japanerinnen Ai Shishime (bis 52 Kilo / 30 Jahre – IJF-Ranking 48) und Sarah Asahina (über 78 Kilo / 27 Jahre – IJF-Ranking 69), die 2017 und 2021 jeweils Gold in Budapest holten, werden wohl nicht (mehr) dabei sein. Und dann geht es auch im Mixed-Bewerb wohl wieder zwischen Japan und Frankreich um Gold …

Foto: 10. Dan für Jean-Luc Rouge (links) aus den Händen von IJF-Präsident Marius Vizer - @IJF Media / Vianney Thibaut

Ähnliche Beiträge

  • In Linz um 10. Medaille

    Mit Bronze beim Grand Slam-Turnier in Baku am Samstag hat sie ihre neunte Medaille (zwei in Gold/2024 in Duschanbe und Baku, sieben in Bronze) geholt – nächste Station: Tips-Arena Linz. Und bei diesem Upper Austria-Grand Prix (7. bis 9. März) will Lubjana Piovesana ihre zehnte Medaille auf der IJF World Tour. „Linz kann kommen“, freut…

  • Wir gratulieren

    Auch wenn es derzeit schwierig ist, gewisse Aktivitäten zu setzen (siehe Absage des Technik-Seminars), finden einige Judoka doch Wege, ihre Ziele zu erreichen. So nahm Vicotria Marhold von den Volksbank Galaxy Judo Tigers mit Einverständnis des JLV-Wien am Übungsleiterkurs des JLV-NÖ teil. Geleitet wurde der Kurs von Margit und Erwin Häring. Am Samstag (26.03.) fand…

  • Die „Gräfin“ feiert in Tiflis ein Comeback

    Sie ist wieder da! Bernadette Graf (Bild) kehrt Ende März (26. bis 28.) beim Grand Slam in Tiflis (GEO) auf die internationalen Judomatten zurück. Die lange verletzte Tirolerin, Olympia-Fünfte von Rio 2016 und vierfache EM-Medaillengewinnerin, feiert nach einjähriger Pause ihr Comeback in der Klasse bis 78 Kilo. Derzeit ist die „Gräfin“ als 16. im IJF-Ranking…

  • Erich Nicham ist 94

    Schon am 19. April feierte Erich Nicham seinen 94. Geburtstag. Am letzten Freitag gratulierten ihm Vertreter des ÖJV und JLV-Wien zu diesem besonderen Ereignis. Wer Erich Nicham nicht kennt, hier ein kurzer Abriss seines Lebens: Geboren wurde Erich am 19. April 1928 in Wien. 1943 begann er mit dem Judo bei dem damaligen Sportverein Schwarz-Weiß-Westbahn….

  • Keine Russen zu Olympia!

    Nachdem das IOC nur vier der insgesamt 17 qualifizierten Russen (und Weißrussen) für die Olympischen Spiele in Paris (ab 26. Juli) anerkannt hat, zog der russische Verband seine Teilnahme an den Spielen zurück. Die IOC-Entscheidung verstoße laut russischem Verband gegen das Statut des Internationalen Olympischen Comites. Indes wurden vom IOC die von der IJF genannten…