WM-Generalprobe

Elf Athleten von Judo Austria werden beim Grand Slam von Freitag bis Sonntag in Budapest auf die Tatami steigen, drei von ihnen kommen von Wiener Vereinen. Es ist die Generalprobe für die WM in drei Wochen in Baku (AZE – 4. bis 11. Oktober). Eigentlich ist ein Top-7-Platz die Qualifikations-Norm, von den Wienern hat diese bisher nur Stephan Hegyi. Aber es gibt ein „Hintertürl“ von ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch – wenn die Formkurve stimmt, kann das auch ein WM-Ticket bedeuten.

Die WM 2026 ist die erste im Olympia-Qualifikationszyklus für Los Angeles 2028. Im Juni nächsten Jahres werden die Punkte im IJF-Ranking halbiert, erst dann geht das Rennen um die Quotenplätze richtig los. Die WM 2027 in Kasachstan und vor allem die WM 2028 in Lausanne, die das letzte Turnier vor den Spielen sein wird, sind wesentlich bedeutender als die heuer in Baku. Und das ist der Status Quo der drei Wiener in Ungarns Metropole:

Jacqueline Springer (bis 48 Kilo / Vienna Samurai): Die 26-Jährige, die vor eineinhalb Jahren mit Platz 7 beim Heim-Grand Prix in Linz die WM-Norm für Budapest 2025 erfüllt hatte, aber dann verletzungsbedingt mehr als ein Jahr pausieren musste, hat nach ihrer Rückkehr auf die Matte zwar schon zwei Platzierungen bei European Open (5. Sarajevo, 7. Prag), schied aber beim Comeback auf der IJF World Tour Ende August beim Grand Slam in Lausanne aus. „Da waren 8 von 10 Weltranglisten-Besten am Start“, versucht Springers persönlicher Coach Martin Grafl zu erklären. „Wir sind aber noch nicht dort, wo wir hinwollen“, sagt der designierte ÖJV-Sportkoordinator, der übrigens in Budapest und auch bei der WM in Baku noch nicht dabei ist. „Mein Vertrag beginnt erst am 1. Jänner 2027, ich muss noch knapp vier Monate in der Bank arbeiten.“

Laura Kallinger (bis 57 Kilo / Judoring Wien): Sie hat heuer schon zwei Turniersiege gefeiert, allerdings „nur“ bei den European Open in Dubrovnik und Prag. Aber beim Grand Slam in Lausanne schlug die 24-Jährige mit Shirlen Nascimento (BRA) die aktuelle Nummer 4 der Welt, blieb letztlich aber leider unplatziert. Laura ist jedoch in guter Form, kann an einem guten Tag alle schlagen.

Stephan Hegyi (über 100 Kilo (SC Hakoah): Der dreifache EM-Bronzene (2018 und 2019 im Einzel, 2019 auch mit dem Mixed-Team) hat nach seiner langen Verletzungspause mit einem 7. Platz beim Grand Prix in Qindao als einziger Wiener das WM-Ticket schon in der Tasche. Aber das reicht dem 28-jährigen Schwergewichtler nicht. „Ich will mal wieder aufs Podest.“ Übrigens: einen Kampf gegen den französischen Superstar Teddy Riner wird es in Ungarn nicht geben. Der fünffache Olympiasieger ist noch verletzt.

Angeführt wird Österreichs Team in Budapest von den „beiden First Ladies“ Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo) und Michaela Polleres (JC Wimpassing / bis 70 Kilo). Dazu die Brüder Magamed (bis 81 Kilo) und Movli Borchashvilli (über 100 Kilo / beide Galaxy Judozentrum NÖ), das Sanjindo-Trio aus Bischofshofen mit Elena Dengg (bis 78 kg), Maria Hollwart (über 78 kg) und Thomas Scharfetter (bis 90 kg) und der Welser Issa Naschcho (LZ Multikraft). Einer fehlt: Bernd Fasching (Galaxy / bis 81 kg) muss sich nach seinem Wadenbeinbruch leider den Livestream auf judotv.com anschauen …

Grand Slam Budapest: Freitag: Frauen bis 48, 52, 57 Kilo, Männer 60 und 66 Kilo. – Samstag: Frauen bis 63 und 70 Kilo, Männer 73 und 81 Kilo. – Sonntag: Frauen bis und über 78 Kilo, Männer bis 90, bis und über 100 Kilo.

Foto: Stephan HEGYI (blau, hier in Lausanne gegen den Russen Inal TASOEV) hat die WM-Norm schon erbracht - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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