Drei im WM-Kampf

Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm. Aber schon bald, in knapp drei Wochen, geht es wieder ans Eingemachte. Mit dem Grand Slam-Turnier in Lausanne Ende August startet der heiße Kampf ums WM-Ticket für Baku (4. bis 11. Oktober). Drei Wiener haben Chancen, sich für den Jahres-Höhepunkt zu qualifizieren: Jacqueline Springer (Vienna Samurai / bis 48 kg) gibt nach 15 Monaten ihr Comeback auf der World Tour, aber auch Laura Kallinger (Judoring Wien / bis 57 kg) und Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 kg) wollen in die aserbaidschanische Hauptstadt …

Derzeit heißt es trainieren, trainieren und wieder trainieren. Im Olympia-Stützpunkt auf der Linzer Gugl tummeltenn sich bis Ende Juli der A-Kader und die Unter-21-Elite schweißtreibend auf der Tatami, dann ging es zum OTC nach Almaty in Kasachstan. Bei den Juniorinnen ist auch Samurai-Judoka Leonie Bayr dabei, die als einzige Wienerin Anfang September bei der Unter-21-EM in Podgorica starten wird. Die seit Juli 20-Jährige hat sich mit ihrem großartigen Sieg in Graz Ende Mai für die EM in Montenegro empfohlen. Für die „große“ WM ist es aber noch zu früh – dort setzt Judo Austria auf seine Stars wie Lubjana Piovesana (bis 63 kg/LZ Hohenems), Michaela Polleres (bis 70 kg/JC Sparkasse Wimpassing), Bernd Fasching (bis 81 kg/Sportcenter Galaxy Judo Tigers/NÖ) und Thomas Scharfetter (bis 90 kg/JC Sanjindo Bischofshofen), die für Baku als Fixstarter gelten.

„Wir suchen auch im Training die größtmögliche internationale Konkurrenz und achten darauf, immer wieder neue Reize zu setzen. Das Training in Almaty ist eine willkommene Abwechslung mit Weltklasse-Besetzung aus zehn Nationen. Eine bessere Vorbereitung auf Lausanne könnten wir uns nicht vorstellen“, betont ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. „Bis auf ein paar kleine Wehwehchen sind aktuell alle fit und top-motiviert“, sagt die bisher einzige deutsche Judo-Olympiasiegerin in Diensten des ÖJV.

Mit Springer, Kallinger und Hegyi sind drei Wiener Judoka auch in Lausanne beim ersten Höhepunkt der zweiten Saisonhälfte dabei. Hegyi, der schon zwei Einzel- und eine Mixed-EM-Medaille (alle in Bronze) hat, will nach seiner langen Verletzungspause wieder den Anschluss an die Weltspitze finden. „Er ist auf einem guten Weg, aber es ist natürlich schwierig, wieder an das Niveau von früher zu kommen“, sagt sein Heimtrainer Axel Eggenfellner. Und nach Lausanne gibt es vor der WM nur noch eine Chance, sich für die WM zu empfehlen – der Grand Slam in Budapest von 11. bis 13. September. „Wir werden erst danach das WM-Team nominieren. Im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation wollen wir ein möglichst großes Team aufbieten, natürlich unter der Berücksichtigung der Normen – sprich: eine Top-7-Platzierung auf der World Tour“, ist die Cheftrainerin konsequent.

Weitere News aus der Judo-Welt

  • Selina Wögerer (ASKÖ Fairdrive Leonding), Nummer 2 der Welt bis 70 Kilo bei den Kadetten, fällt für die Unter-18-WM in Guayaquil (ECU / 20. bis 22. August) aus, Die Oberösterreicherin zog sich einen Bänderriss im Ellbogen zu – bitter, denn Selina wäre Österreichs größte Medaillenhoffnung gewesen. Wiener Judoka ist in Ecuador leider keiner am Start.
  • Marcus Auer (JC Premstätten / St) hat seinen Rücktritt vom internationalen Judogeschehen bekannt gegeben. Der 23-jährige Grazer, der acht Jahre dem Nationalteam angehörte, will sich auf sein Wirtschaftsinformatik-Studium konzentrieren. „Ich freue mich auf neue Herausforderungen“, begründet er seinen Abschied von der internationalen Judomatte.
  • Deutschland (6/2/3) war beim Junioren-Europacup am Wochenende in Skopje mit Abstand erfolgreichste Nation. Dahinter landeten Belarus (2/4/1) und Aserbaidschan (2/0/5) auf den Plätzen. Österreich war unter den 317 Judoka aus 33 Ländern nicht vertreten.
Foto: Stephan HEGYI (blau, hier beim Grand Prix in Linz) will zurück in die Weltspitze - @Judo Austria / Oliver Sellner

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