Zwei Gesetzte

Am Montag begann für vier ÖJV-Judoka das „Abenteuer Kadetten-WM“ mit der langen Reise nach Guayaquil (ECU), wo von Donnerstag bis Sonntag die Unter-18-Jährigen um WM-Medaillen kämpfen werden. Zwei aus dem rot-weiß-roten Team – Michaela Höllwart (Sanjindo Bischofshofen) als Nummer 3 in der Klasse über 70 Kilo, und Bleona Rama (ASKÖ Reichraming) als Sechste in der Klasse bis 63 Kilo sind gesetzt. Wiener Judoka ist in Ecuador leider keiner dabei, und auch Österreichs größte Hoffnung, Selina Wögerer, fehlt – die Leondinger musste wegen eines Bänderrisses am Ellbogen passen …

„Trotz des bedauerlichen Ausfalls von Selina haben wir ein Team, das durchaus die eine oder andere Platzierung und vielleicht sogar eine Medaille machen kann“, sagt Nachwuchs-Nationaltrainer Martin Grafl. Für den Stadlauer ist es bereits die zweite Südamerika-Reise nach der Kadetten-WM 2024 im peruanischen Lima. „Wir fliegen über Madrid, haben dort in der Nacht eine lange Pause, deshalb habe ich am Airport für unsere Truppe einen Lounge-Zugang organisiert“, sagt Grafl, der nach dem Wögerer-Ausfall vor allem auf die beiden gesetzten Judoka setzt. „Aber auch die anderen haben sich die Teilnahme verdient“, sagt der Coach. Die anderen, das sind Ramas Klubkollegin Isabella Stögmann (bis 52 Kilo) und Felix Scheiber (PSV Salzburg / bis 90 Kilo). Leider blieb das Wiener Quartett bei der Kadetten-EM Ende Juni auf Gran Canaria ohne Platzierung – das wäre die Norm für die WM-Teilnahme gewesen …

Für Österreichs Team geht es um die erste WM-Medaille seit drei Jahren. 2023 in Zagreb hatte die Grazerin Nina Auer Bronze geholt, wie ein Jahr davor in Sarajevo auch die Kremserin Franziska Schlögl. Vor zwei Jahren in Lima war der Wiener Vardges Ghazaryan (SU Karuna) Österreichs einziger WM-Athlet – leider verletzte sich der Schwergewichtler schwer und musste über ein Jahr pausieren.

International darf man auf das Abschneiden der Japaner, die sonst fast alles auf der Judo-Welt dominieren, gespannt sein, Denn die Töchter und Söhne Nippons waren zuletzt 2019 in Almaty (KAZ) mit viermal Gold erfolgreichste Nation. Zuletzt haben andere Länder die Medaillenwertung gewonnen – 2025 Usbekistan (5 Gold), 2024 die „Neutralen“ unter IJF-Flagge (3), 2023 Aserbaidschan (2) und 2022 war Frankreich (3 Gold) am erfolgreichsten. Für Guayaquil wurden 475 Judoka aus 62 Ländern gemeldet.

Fünfmal Brasilien

Beim Grand Prix in Lima (Peru) am ergangenen Wochenende holte sich Brasilien mit fünf Goldenen (5/1/5) das größte Stück vom Kuchen. Dahinter landeten Italien (2/2/4) und die Republik Moldau (2/2/1) auf den Plätzen. Österreich war in Lima nicht dabei. Insgesamt nahmen 296 Judoka aus 50 Ländern an diesem Grand Prix teil.

Alle Ergebnisse aus Lima findet ihr hier.

Foto: Kann Michaela HÖLLWART bei der Kadetten-WM über die erste heimische Medaille seit 2023 jubeln? - @EJU / Marcelo Rua

Ähnliche Beiträge

  • Kallinger schlägt die „Grande Judo-Dame“

    Jacqueline Springer (Vienna Samurai/bis 48 Kilo), Christopher Wagner (bis 81 Kilo) und völlig überraschend Movli Borchashvilli (beide Volksbank Galaxy Tigers/über 100 Kilo) sorgten am Samstag bei den Staatsmeisterschaften in Strasswalchen für drei Wiener Goldmedaillen. Hingegen wurde nichts aus dem 15. Titel für Sabrina Filzmoser – denn die zweifache Europameisterin und zweimalige WM-Dritte musste sich in…

  • Ebbe und Flut

    Am Wochenende gab es Licht und Schatten für Österreichs Judoka bei internationalen Turnieren – Ebbe und Flut sozusagen. Während es beim European Open in Ljubljana keine einzige Platzierung für Rot-Weiß-Rot gab, kam es beim Kadetten-Europacup in Samorin am Sonntag mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze zu einer wahren „Flut“ an Medaillen. Und die…

  • Silber und Bronze

    Beim Unter-21-Europacup in Lignano gab es Silber und Bronze für Österreich! Helene Schrattenholzer (Klosterneuburg) musste sich erst im Finale bis 78 Kilo geschlagen geben, Carina Klaus-Sternwieser (ASKÖ Reichraming / bis 52 Kilo) wurde Dritte. Gute Leistungen boten auch die Wiener Judo-Talente Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 kg) und Alexander Bluhme (SU Karuna Wien…

  • Harasawa zu stark

    Am heutigen letzten Tag der Einzelbewerbe bei der Judo-WM in Tokio ist mit Stephan Hegyi in der Klasse über 100 Kilo die letzte ÖJV-Hoffnung auf eine Medaille in Runde 2 ausgeschieden. Der Wiener vom SC Hakoah startete gegen Vize-Weltmeister Ushangi Kokauri (AZE) mit einem Ippon-Sieg. Gegen den Olympia-Zweiten von 2016, Lokalmatador Hisayoshi Harasawa, war in…

  • Marathon ins Glück!

    Zwei Weltmeister holten am dritten Tag der Judo-Bewerbe ihre erste Olympia-Medaille – und die gleich in Gold! Die Kanadierin Christa Deguchi bis 57 Kilo und Hidayat Heydarov (AZE) bis 73 Kilo. Samuel Gaßner (UJZ Mühlviertel) feierte einen Blitzsieg, ehe er dem späteren Fünften Akil Gjakova (KOS) mit Ippon unterlag und ausschied. Am Dienstag greifen mit…

  • Leistungssport trifft Schulsport

    Unter dem Motto „Leistungssport trifft Schulsport“ besuchten Jaqueline Raab und Marcel Ott die Judokids in der VS Wulkaprodersdorf. 29 der insgesamt 84 Schulkinder besuchen einmal wöchentlich das vom Elternverein angebotene Judotraining mit Rudi Eitelberger. Die Anspannung war groß und Jung und Alt waren vom Training begeistert. So macht Judo Spaß!