Kein Erfolgserlebnis

Der russische Bär wurde nicht erlegt – Stephan Hegyi (SC Hakoah) unterlag beim Grand Slam-Turnier in Ulaanbaatar in der Klasse über 100 Kilo Valerii Endovitskii mit Ippon und schied ebenso aus wie die Salzburger Elena Dengg (bis 78 kg) und Thomas Scharfetter ( bis 90 kg). Damit blieb der dritte Platz von Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / 63 kg) am Samstag das einzige zählbare Resultat für Rot-Weiß-Rot. „Lulu“ hatte dann noch einen sympathischen Auftritt im „Golden Score“ …

Der Vize-Europameister von 2025 und dreifache Grand Slam-Sieger (zuletzt Tokio 2025) war Hegyi leider eine Nummer zu groß. Zwar hielt der Wiener den Angriffen des Russen mehr als drei Minuten stand, aber 44 Sekunden vor dem Ende war der Traum von einer Platzierung für den 28-Jährigen vorbei – Waza-ari für Endovitskii mit einem Konter und gleich darauf Ippon für einen Armhebel. Damit schied Hegyi, der wahrlich keine gute Auslosung erwischt hatte, leider aus.

Leider blieben auch die beiden Sanjindo-Judoka Dengg und Scharfetter unplatziert. Die ehemalige Junioren-Weltmeisterin bezwang Milica Zabic (SRB) mit zwei Waza-ri, verlor aber dann gegen Yelyzaveta Lytvynenko (UAE / Nummer 4 der Welt) knapp mit Yuko. Für Scharfetter war nach Ippon-Siegen über Odjavkhlan Ankhbayar (MGL) und Erzhan Kanatbekov (KGZ) im Achtelfinale Endstation. Der EM-Fünfte unterlag dem Weltranglisten-Ersten bis 90 Kilo, Sanshiro Murao, denkbar knapp mit zwei Yulo-Wertungen. Murao war einer von zwei japanischen Judoka, die am Schlusstag den Einzug in den Goldkampf schafften. Mao Arai schaffte das auch in der Frauen-Klasse bis 78 Kilo.

Gut gelaunt war „Lulu“ Samstag Abend nach der Siegerehrung zum Interview für „judotv.com“ gekommen. Im „Golden Score“ plauderte sie über ihren Wettkampf. „Es war ein harter und langer Tag“, lachte Piovesana. Angesprochen darauf, dass sich ihre Gegnerin im Bronze-Kampf aus dem Osaekomi befreien konnte, meinte die Austro-Britin: „Nur zwei Sekunden haben gefehlt, das war ärgerlich. Und ich war so müde, als ich aufstand.“ Das merkte man dann auch im weiteren Kampfverlauf. „Es war kein schönes Judo mehr von mir, aber ich war kaputt. Und Hauptsache, gewonnen“, freute sich „Lulu“, die es die nächsten beiden Wochen lockerer angehen wird und dann Ende August den Grand Slam in Lausanne bestreitet.

Foto: Lubjana PIOVESANA war nach dem Sieg im Bronze-Kampf erleichtert – @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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