WM der Superlativen

Sieben der 14 Olympia-Champions von Paris, elf Weltranglisten-Erste, 111 Judoka aus den Top Ten – die am Freitag in Budapest beginnende WM könnte eine der Superlativen werden. Ungewöhnlich im nacholympischen Jahr, zudem beginnt der Qualifikations-Zyklus für die Spiele 2028 erst im nächsten Jahr. Als erster der zehn ÖJV-Judoka tritt am Eröffnungstag Daniel Leutgeb (LZ Multikraft Wels) in der Klasse bis 60 Kilo an. Hier das Wissenswerte über die dritte Judo-WM in der Laszlo-Papp-Halle innerhalb von nur acht Jahren – zusammengefasst auf einen Blick.

Budapest: Egal, ob Leichtathletik- oder Schwimm-Weltmeisterschaften, große Fußballspiele in der Puskas-Arena, oder eben eine Judo-WM – Ungarns Metropole ist wieder einmal der Nabel der Judo-Welt. In der Stadt, in der der am Mittwoch zum sechsten Mal als IJF-Präsident gewählte Marius Vizer lebt, werden 562 Judoka aus 93 Nationen auf die Tatami steigen. Im Olympiajahr 2024 waren es in Abu Dhabi etwas mehr (658 Athleten aus 107 Ländern). Die Halle ist schon an etlichen Tagen ausverkauft. Eröffnet wird die WM bereits heute, Donnerstag, mit der Auslosung um 14 Uhr und einer großen IJF-Gala am Abend.

Auszeit: Neben unserer zweifachen Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres (JC Wimpassing / bis 70 Kilo), die im August wieder voll ins Training einsteigen und im Herbst auf die IJF-Tour zurückkehren will, haben auch andere Athleten eine Auszeit genommen. So fehlt Frankreichs Superstar Teddy Riner, der trotz seiner aktuell schon 36 Jahre 2028 in Los Angeles, dann als 39-Jähriger, auf die Olympia-Tatami steigen will. Auch die slowenische Olympiasiegerin bis 63 Kilo, Andreja Leski, will erst wieder nach der WM aktiv werden.

Slowenisches Wunder: Unser kleines Nachbarland hat schon drei Judo-Olympiasiegerinnen, alle drei in der Frauenklasse bis 63 Kilo. 2012 war es Urska Zolnir, die einstige Gegnerin unserer unvergessenen Claudia Heill, die in London für die slowenische Premiere Premiere sorgte, vier Jahre später machte es ihr Tina Trstenjak, die mittlerweile im Executive-Komitee der IJF sitzt, in Rio nach – und heuer eben Leski. Nur „Miss ClarisseAgbegnenou, Frankreichs sechsfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin von Tokio (sie fehlt in Budapest), verhinderte den lupenreinen Hattrick der Sloweninnen.

Mixed: Bei sechs Weltmeisterschaften hat es diesen Bewerb schon gegeben, und sechsmal gewann Japan das Finale gegen Frankreich. Das „kleine Österreich“ ist auch heuer wohl einer der 14 Statisten neben den beiden Favoriten. Und muss leider eine Frauen-.Klasse (bis oder über 70 Kilo) kampflos abgeben. Da Lubjana Piovesana (die bis 70 Kilo gekämpft hätte) schon am Dienstag aus privaten Grünen nach England muss, stehen am 20. Juni nur noch Verena Hiden (Leibnitz / bis 57 Kilo) und Elena Dengg (ESV Sanjindo / bis oder über 70 kg) zur Verfügung.

Jung und alt: Ja, jung ist sie mit 20 Jahren, unsere Jüngste im ÖJV-Aufgebot. Elena, die Junioren-Weltmeisterin aus Salzburg. Aber alt ist Österreichs ältester WM-Judoka noch lange nicht. Laurin Böhler (LZ Hohenems / bis 100 Kilo, Freund seiner „Lulu“ Piovesana, ist gerade mal 30 Jahre. Der Altersschnitt im Team Austria beträgt exakt 24,6 Jahre.

Die WM in den Medien: Das Judo Austria-Medienteam ist in Budapest durch Benjamin Safer und Manuel Rampl vertreten und wird vor allem die Social Media-Kanäle versorgen. LIVE gibt´s die WM wie immer auf Judotv.com, ORF Sport+ bringt am Freitag ab 22 Uhr eine Zusammenfassung (eine Stunde) vom ersten Wettkampftag, der übrigens um 11.30 Uhr mit den Vorrunden beginnt, Finalblock ab 18 Uhr.

Foto: ÖJV-Präsident Martin POIGER und Sabrina FILZMOSER gratulieren Marius VIZER zur Wiederwahl - @Judo Austria

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