Haasmann ist 60 – und tritt leider zurück!

Es gab eine Zeit, da war er manchmal echt ein „Haas-Mann“. Nennen wir es jugendliche Dummheiten. Aber seit vielen Jahren ist Thomas Haasmann einer der wichtigsten, ambitioniertesten und erfolgreichsten Judotrainer Österreichs. Die neun Bundesliga-Titel mit den Volksbank Galaxy Tigers sind der statistische Beweis dafür. Aber auch in vielen anderen Bereichen hinterließ der Wiener seine Handschrift. Ausgerechnet an seinem 60. Geburtstag verriet der Olympia-Teilnehmer 1984, dass er sich ab sofort vom Judo zurückziehen werde. Er übergab seine Agenden an Gabor Geier.

In seiner aktiven Karriere hat er alle großen Kämpfer seiner Zeit irgendwann und irgendwo geschlagen. Aber er holte weder eine EM- noch eine WM-Medaille. Eine Medaille hat er doch: 1986 holte er mit der Mannschaft in Novi Sad EM-Silber. 1984 aber qualifizierte sich der zweifache Staatsmeister für die Olympischen Spiele in Los Angeles, bei denen er in der Klasse bis 78 Kilo ausschied. Aber immerhin: 1988 war er Militär-Weltmeister, davor Zweiter der Studenten-WM (1984) und einmal stieg er als Zweiter auf das Podest des größten europäischen Judoturniers in Paris (1985). Zudem gewann er den Hungaria-Cup in Budapest und das traditionelle Heimturnier in Leonding.

Als Trainer begann er mit seinen Volksbank Galaxy Tigers bescheiden. Aber schon bald kamen die ersten Talente heraus wie die Sprossen. Und mit seiner Mannschaft rockte Thommy die Bundesliga. 2011 gelang der erste große Titel-Coup, mit einer Ausnahme (2012) hieß der Meister seither immer Galaxy. Erst die COVID-Pandemie stoppte den Siegeslauf der Haasmann-Judoka. „Wir haben viel erreicht, hatten eine schöne Zeit miteinander“, blickt der Jubilar auf diese Dekade zurück. Aber eines hat er nicht geschafft. „Ich wollte einen meiner Burschen zu den Olympischen Spielen bringen. Marcel Ott war knapp dran.“ Ott, dessen beste Platzierung ein siebenter WM-Platz 2013 in Rio de Janeiro war, verfehlte aber für die Olympischen Spiele 2016 in Rio die Qualifikation knapp.

Ein prominenter Judoka hat Thommy einen Geburtstagsbesuch abgestattet. Shamil Borchashvili, der Olympia-Dritte von Tokio bis 81 Kilo (also in „seiner“ Gewichtsklasse) hat gratuliert (siehe Bild oben – @privat) und ihm die Medaille von Tokio gezeigt. „Ich hatte anfangs keinen so guten Kontakt zu Shamil, aber heute sind wir einander um den Hals gefallen. Ein schöner Moment“, sagt Haasmann.

Montag Abend war im Fontana Golfclub in Oberwaltersdorf Party angesagt. Thomas verkündete, dass er ab sofort die Bundesliga-Mannschaft an den neuen Trainer Gabor Geier übergeben werde, er aber als Sportdirektor weiter in der zweiten Reihe dabei sein wird. Sein Fitness-Center „Galaxy“ in Perchtoldsdorf hat nun Priorität. In einer sehr emotionalen Abschiedsrede dankte er vor allem seinem besten Freund Rudi Eitelberger: „Zwanzig Jahre haben wir zusammen gearbeitet, er hat sich ums Organisatorische gekümmert, ich ums Sportliche. Und, ihr werdet es nicht glauben: wir haben in den zwanzig Jahren kein einziges Mal gestritten!“ Also ist unser Thomas doch kein „Haas-Mann“ …

Der Judo-Landesverband gratuliert Thomas Haasmann, der ja auch Vizepräsident im Verband ist, herzlich zu seinem Ehrentag und wünscht vor allem Gesundheit. Danke für alles, lieber Thomas!

Rudi EITELBERGER (im Anzug) scheint zu sagen: „Da schau, er kniet sogar vor uns“ – Thomas HAASMANN bei der 60er-Feier – @privat

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