Unsere „Büro-Fee“

Seit fast einem Jahr ist sie das neue Gesicht im Sekretariat des Judo-Landesverbandes Wien – Polina Gov Ari (@joe), erst 19 Jahre alt, schupft den Laden in der Döblinger Pyrkagasse 37, neben ihrem BWL-Studium. Die Wienerin mit internationalen Wurzeln ist selbst aktive Judoka (bei PSV) und seit drei Jahren auch Fußball-Schiedsrichterin. In unserer Serie „Menschen im Judo“ stellen wir Polina, unsere neue „Büro-Fee“, näher vor.

Von ihrem sieben Jahre älteren Bruder David sei sie inspiriert worden, auf die Ausschreibung des Landesverbandes zu reagieren und sich zu bewerben. Dies war nach dem Ausscheiden der langjährigen Verbands-Sekretärin Ulla Haider notwendig. „Und so ist es dann entstanden“, lacht Polina, die eine bulgarische Mutter und einen russisch-israelischen Vater hat. Deshalb spricht sie neben Deutsch auch noch perfekt Englisch und Russisch. „Dann habe ich mich mit Präsident Erwin Schön getroffen und wir haben uns in Folge auf eine Arbeits-Vereinbarung geeinigt“, erzählt Polina.

Ein- bis zweimal die Woche ist sie im Sekretariat, sonst arbeitet sie im Home-Office für den Verband. Sie bestellt Urkunden beim ÖJV, verteilt oder versendet diese an die Wiener Vereine, macht sonstige Büroarbeit, hilft bei der Protokoll-Erstellung von Sitzungen, und durchforstet täglich das JAMA. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Es ist ein kleiner Nebenverdienst zu meinem Studium“, sagt Gov Ari, die in Linz BWL studiert, aber noch nicht weiß, was sie einmal werden will. „Ich bin noch für alles offen, lasse alles auf mich zukommen.“

Auch auf der Matte sieht man Polina. „Auf der Polizeisportanlage am Dampfschiffhaufen im 22. Bezirk können wir gut trainieren“, sagt die 19-Jährige, die am Samstag bei der österreichischen Kata-Meisterschaft Bruder Davids Uke sein wird. „Ich nehme schon auch an Wettkämpfen teil, die Kata ist eher eine Ausnahme“, sagt sie. Ihre große Leidenschaft gilt nicht nur ihrem süßen, kleinen Hund, sondern auch dem Fußball. Seit drei Jahren ist sie – auch im Wiener Verband – Schiedsrichterin, hat schon 87 Spiele gemacht, einmal Rot und einmal Gelb-Rot gezeigt. „Das macht mir auch Spaß. Jetzt hat man mir gesagt, dass ich auch bald bei höheren Frauenspielen amtieren darf. Das ist total spannend für mich.“

Jedenfalls kann der Judo-Landesverband Wien froh sein, mit Polina Gov Ari eine junge Mitarbeiterin gefunden zu haben, die Freude an ihrer Arbeit hat und das Sekretariat als Teilzeit-Mitarbeiterin fest im Griff hat. Wie auch ihre Gegner:innen beim Judo oder die 22 Jungs oder Mädels auf dem Fußballplatz …

Ähnliche Beiträge

  • Menschen im Judo

    Ulla Haider In unserer Serie „Menschen im Judo“ stellen wir heute Ulla Haider, die Generalsekretärin des Judo-Landesverbandes Wien vor. Seit nunmehr schon 12 Jahren ist die gebürtige Niederösterreicherin im Verband tätig, bei der 60-Jahr-Feier im November im Wiener Rathaus wurde unsere „gute Fee“ verdientermaßen mit dem Ehrenring des JLV Wien ausgezeichnet. Anlass genug, Ulla Haider…

  • |

    Hegyi: „WM-Fahrplan passt“

    Bei der EM in Minsk holte der 20-jährige Wiener Judoka Stephan Hegyi schon seine zweite EM-Bronzemedaille. Im Interview für judo-vienna.at spricht der Schwergewichtler über die EM-Kämpfe, über Superstar Teddy RINER und über seine Pläne bis zur WM und Olympia 2020. Kernaussage: „Der WM-Fahrplan passt!“ Stephan, zunächst herzliche Gratulation zur zweiten EM-Medaille. Wie war vor allem…

  • „Roland hat Chancen“

    Von 28. August bis 8. September wird Paris wieder olympisch – die Paralympics stehen an, auch im Judo. Leider ohne österreichische Judoka, aber mit einem rot-weiß-roten Kampfrichter. Roland Poiger wird in der Champ-de-Mars-Arena von 5. bis 7. September im Einsatz sein. Der Burgenländer hat noch ein Ziel: die „echten“ Olympischen Spiele in vier Jahren in…

  • „Ziel ist die Nummer 1“

    Vor mittlerweile mehr als 125 Tagen wurde er zum neuen Präsidenten des Judo-Landesverbandes Wien gewählt, jetzt zieht Erwin Schön eine erste Bilanz. Seine bei der Wahl am 7. Dezember präsentierten, durchaus vielfältigen Vorhaben wurden zu einem guten Teil schon in Angriff genommen – das große Ziel des 63-jährigen pensionierten Polizeibeamten: „Wien soll wieder die Nummer…

  • Pacher: „War selbst überrascht“

    Völlig überraschend hat Johannes „Jo“ Pacher am Donnerstag in Neapel die Goldmedaille bei der Universiade gewonnen. Im Interview mit „judo-vienna.at“ gibt der 23-jährige Wiener zu: „Ich war selbst überrascht.“ Mit diesem Triumph hat sich Pacher für die WM Ende August in Tokio qualifiziert, auch Olympia ein Jahr später in Japans Hauptstadt ist nun ein Thema….