2 Tage, 83 Medaillen

Am Wochenende wurden in der Favoritner Kurt Kucera-Halle die Wiener Meisterschaften, von der U10 bis zu den Veteranen, ausgetragen, und ein Umstand überragte alles – denn die Judoka von Vienna Samurai holten an den beiden Tagen nicht weniger als insgesamt 83 Medaillen, davon 34 in Gold! Allerdings blieb die Beteiligung, vor allem am Muttertag, hinter den Erwartungen. Insgesamt stiegen an den beiden Tagen 314 Judoka (davon 62 weibliche) aus 16 Vereinen auf die Tatami.

Ein frühsommerliches Wochenende in der Bundeshauptstadt, der Muttertag – das spielte sicher mit, dass am Sonntag von der Unter 18 bis zu den Veteranen nur 98 Judoka aus 16 Vereinen um die Titel kämpften. „Das heißt, dass die Hälfte unserer Vereine nicht einmal mit einem Judoka an der Landesmeisterschaft teilgenommen haben“, stellte Verbandspräsident Erwin Schön nüchtern fest. Was man dagegen tun kann? „Einen besseren Termin und verstärktes Image-Building in den Vereinen. Nicht zuletzt deshalb haben wir ja auch das Vereinsforum eingeführt – aber da waren auch nur wenige Vertreter.“

Aber denen, die gekommen sind, hat es Spaß gemacht. Vor allem den Leopoldstädter Judoka, die – wie schon am Samstag (15mal Gold) – auch am Sonntag abgeräumt haben. Mit 19 weiteren Klassensiegen, dazu 11mal Silber und 6mal Bronze. Damit wieder der klare Sieger im Medaillenspiegel vor ASKÖ Graz (5/1/1), JBLV Samurai/Stadlau (4/3/1), Ratiborets (2/1/0), Judo AWIAR (1/1/3) und JC Sirvan (1/1/1). Rechnet man die Medaillen von beiden Tagen (inklusive Veteranen) zusammen, kommt man auf folgende Reihung: 1. Vienna/Samurai (34/25/24), 2. Judo AWIAR (9/6/10), 3. Ratiborets (8/3/8).

Kurios ein internes Samurai-Duell in der Klasse bis 55 Kilo zwischen Samad Murtazaliew und Muhammad Koslaev – bei den Unter-18-Jährigen setzte sich Murtazaliew durch, in der Unter-21-Altersklasse Koslaev, jeweils vor dem Klubkollegen. Gleich drei der Samurai-Titel holte Helin Türk in der Klasse bis 57 Kilo – Unter 18, Unter 21, Allgemeine Klasse. Das war Klasse! Zwei Goldene gab es auch für Laura-Sophie Kunyik (bis 52 kg – U21, AK) und Abdullah Ustarchanov (bis 60 kg – U18, AK). Marcel Aria (JBLV Samurai/Stadlau) gelang ebenfalls das Kunststück von zwei Meistertiteln (U18 bis 90 kg, AK bis 100 kg).

Wir gratulieren natürlich allen Judoka, vor allem jenen, die Medaillen gewonnen haben. Schön: „Wir hoffen, dass wir 2027 mehr Judoka am Start haben werden. Wir als Verband sind ja für die Vereine da, aber es müssen die Klubverantwortlichen und Trainer auch mehr mittun. Wir arbeiten an Verbesserungen.“

Sieg für Leidenfrost

Beim Eidenberger-Gedenkturnier in Gallneukirchen am Samstag gewann der Wiener Ernst Leidenfrost bei den Veteranen die Klasse M7/bis 100 Kilo. Am Sonntag trat er in Wien an und wurde Zweiter über 100 Kilo. „Ich war vom Vortag noch total kaputt“, lachte der 61-Jährige von Vienna Samurai.

Hier findet ihr alle Ergebnisse vom Wochenende:

Zwei in Astana voran

Mit dem Sieg von Inal Tasoev in der Klasse über 100 Kilo fing Russland (3/2/3) am Schlusstag beim Grand Slam in Astana (KAZ – ohne ÖJV-Beteiligung) im Medaillenspiegel Frankreich (3/1/1) noch ab. Dahinter landeten Kasachstan (2/2/4) und die Mongolei (2/1/3). Vier Nationen (GER, NED, SRB, UZB) holten je einmal Gold. 295 Judoka aus 36 Nationen waren dabei.

Alle Ergebnisse von Astana findet ihr hier.

Foto: Einmal der Gigl, einmal der Gogl - Muhammad KOSLAEV (blau) gewann die Unter-21-Klasse, Samad MURTAZALIEW jene der Unter 18 - @joe

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