Nach der enttäuschenden EM, bei der es nur einen fünften Platz durch den Salzburger Thomas Scharfetter (Klasse bis bis 90 Kilo) gegeben hatte, kehrten Österreichs Judoka beim Grand Slam in Dushanbe zurück auf die Erfolgsspur. Michaela Polleres (Wimpassing / bis 70 Kilo) und Bernd Fasching (Galaxy / bis 81) stürmten bis ins Finale, das sie dann verloren – Silber für beide. Und Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 kg) holte Bronze. Nur Samuel Gaßner (UJZ Mühlviertel / bis 73 kg) schied aus.
Polleres hat zwar heuer den Grand Prix in Linz gewonnen, aber bei drei Grand Slam-Turnieren (Tokio, Paris und Tiflis) klappte es nicht mit einer Platzierung. Jetzt holte „Michi“ die erste Grand Slam-Medaille seit dem Comeback, seit fast zwei Jahren. Sie schlug Kamila Badurova (RUS), Tayla Grauer (GER) und Nika Koren (SLO) jeweils mit Ippon. Im Finale bis 70 Kilo fand Polleres aber in Aleksandra Kowalewska (POL) ihre Meisterin und verlor mit Waza-ari.
Für Fasching, der zuletzt seiner Form etwas nachlief, war es überhaupt erst die erste Grand Slam-Medaille! Der für die jetzt in Niederösterreich angesiedelten Galaxy Tigers kämpfende Wiener bezwang in der Klasse bis 81 Kilo nach einem Freilos Oskar Makinen (FIN) mit Yuko, dann Sunatullo Musoev (TJK) mit zwei Waza-ari und im Semifinale Ex-Europameister Victor Sterpu (MDA) überlegen mit Yuko, Waza-ari und Ippon. Aber auch der 22-Jährige musste sich in seinem ersten Grand Slam-Finale leider geschlagen geben und unterlag Somon Makhmadbekov (TJK) knapp mit Yuko. Damit holte Bernd aber wichtige Punkte für die Weltrangliste und vor allem Vertrauen für die kommenden Aufgaben.
Piovesana startete bis 63 Kilo nach einem Freilos mit einem Ippon-Sieg über Louna-Lumia Seikkula (FIN), verlor aber dann gegen Gankheich Bold (MGL) ebenso vorzeitig. Die Austro-Britin bewahrte aber im Kampf um Bronze Ruhe und setzte sich gegen Nina Simic (SLO) mit Ippon durch. Auch für „Lulu“ war es nach ihrer überstandenen Verletzung ein wichtiger Podestplatz. Seit ihrem dritten Platz in Dushanbe 2025 war die Olympia-Fünfte ohne Medaille geblieben. Auch für sie eine Wohltat.
Gaßner musste sich in der ersten Runde bis 73 Kilo dem Usbeken Inoyat Telmanov mit Osaekomi Ippon geschlagen geben. Am Sonntag ist noch Scharfetter bis 90 Kilo an der Reihe.
Österreich scheint im Medaillenspiegel nach zwei Tagen auf Rang 6 unter 34 Nationen (240 Judoka) auf. Tadschikistan (3/0/1) führt vor der Mongolei (2/2/1) und Russland (2/1/4). Polen und Italien holten bisher je einmal Gold. Drei Medaillen für Österreich bei einem Grand Slam-Turnier – da muss man in den Annalen zwei Jahre zurück blättern, um derartiges zu finden. Anfang Mai 2024 lief es sogar noch besser. Damals gab es für „Lulu“ und „Michi“ sogar Gold, Wachid Borchashvili war Zweiter. Wo? Natürlich in Dushanbe …
Alle Ergebnisse aus Dushanbe findet ihr hier.
Foto: Michaela POLLERES (blau) im Finale von Dushanbe - @IJF / Tamara Kulumbegashvili
