Yuko und die starken Männer

Erstmals seit sieben Jahren hörte man am Samstag die Kampfrichter wieder „Yuko“ rufen. als sich (nur) 28 Judoka aus sechs Nationen (CZE, HUN, SLO, SVK, SRB, AUT) in der Sporthalle Lieblgasse die Siege beim Vienna Masters der Veteranen ausmachten. Am Sonntag waren es weit mehr – 308 Nachwuchs-Mattenfüchse aus 13 Vereinen kämpften um die Wiener Titel, wohl auch unter dem Motto „Yuko und die starken Männer“ …

Mit Spannung hatte man die Umsetzung der Ende des Jahres 2024 beschlossenen neuen IJF-Regeln erwartet. Das Yuko feierte „fröhliche Urständ“ und es wurde von den Kampfrichtern auch des Öfteren gerufen. „Sogar noch öfters als Waza-ari“, freute sich Kampfrichterreferent Florian Teichmann über die „Wiedergeburt“ der einst zweitkleinsten, seit heuer kleinsten Wertung im Judosport. Auch bei den „Kleinen“ am Sonntag – sie ermittelten am die Meister U10, U12, U14 und U16 – wurden die neuen Wettkampfregeln angewandt.

Was gibt es sportlich zu berichten? Die heimischen Judoka blieben mit insgesamt vier Siegen zwar erfolgreich, aber auch die Slowakei (3), Ungarn (2) sowie Slowenien und Serbien (je 1) brachten Goldmedaillen nach Hause. So war das „Vienna Masters“, das sich mehr (heimische, vor allem Wiener) Judoka verdient hätte, am Ende doch noch ein durchaus erfolgreiches.

Insgesamt konnten zehn Alters- und Gewichtsklassen ausgetragen werden, in denen zwei Wiener Meistertitel vergeben wurden. Patrick Steinmann (Vienna Samurai) gewann die V2-Klasse bis 100 Kilo mit zwei Siegen, Fritz Hrdlicka (JC Sirvan) wurde in der V6-Klasse bis 90 Kilo Zweiter hinter dem Slowaken Branislav Balvan. Für Ernst Leidenfrost (Vienna Samurai), den WM-Dritten des Vorjahres, gab es Bronze, aber keinen Wiener Titel, weil er gegen einen Ungarn und einen Slowenen sieglos blieb. Der „Ernstl“, wie ihn seine Freunde nennen, nahm´s gelassen. Und sieht auch das kommende Judo-Jahr locker: „Schauen, was kommt. Im Mai werde ich wieder nach Riga reisen und dort um eine EM-Medaille kämpfen.“ Bei der letzten EM schrammte der 60-Jährige als Fünfter knapp an Edelmetall vorbei. Vorrangig ist für Leidenfrost jetzt aber die Gewichtsreduktion. „Seit der WM in Las Vegas habe ich fast zehn Kilo zugenommen. Ich muss wieder runterkommen!“

Österreichs Judoka gewannen die Medaillenwertung (4/4/5) vor der Slowakei (3/2/0) und Ungarn (2/2/0). Dahinter Slowenien (1/2/0), Serbien (1/0/0) und Tschechien mit einer Bronzemedaille.

Alle Ergebnisse der Veteranen findet ihr hier.

Mit 15 Wiener Meistertiteln war Vienna Samurai insgesamt (U10 / U12 / U14 und U16) erfolgreichster Verein. Die Leopoldstädter (15/11/10) siegten vor den Galaxy Judo Tigers (12/5/4) und Yawara-michi (4/5/2). Dahinter kamen Judo Club NG (3/4/12) und Ratiborets (3/3/8) auf die Platze 4 und 5. Je zwei Titel gingen an Judo AWIAR, SU Karuna Wien,.WAT Stadlau und Dinamo Union Wien, einen Titel holte Judoring Wien. Wir gratulieren allen, die eine Medaille gewonnen haben.

Alle Nachwuchs-Resultate vom Sonntag gibt´s hier: JudoManager Portal

Foto: Der WM-Dritte Ernst LEIDENFROST (blau) verlor zweimal - "ich muss wieder abnehmen!" - @joe

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