Ernst hatte seinen Spaß

Zwar machten sich, nach einer Verkühlung, die Nieren bemerkbar; zwar verlor er (gegen einen Slowenen) einen seiner vier Kämpfe, dennoch machte es ihm sichtlich Spaß – Ernst Leidenfrost (Vienna Samurai / Klasse M7 bis 90 Kilo) wurde am Samstag in der Linzer Solar-City österreichischer Judo-Meister der Veteranen. Erstaunlich, welchen Ehrgeiz der 60-jährige Leopoldstädter auf der Matte noch an den Tag legt. Auch die Klubkollegen Patrick Steinmann (M1 bis 100 Kilo) und Galaxy-Judoka Krisztian Kerschner (M4 / bis 81 Kilo) holten für die Wiener Titel.

Leidenfrost, zuletzt Sieger des European Open in Hamburg, feierte drei Siege und verlor nur gegen Stojan Kramar (SLO). Er wurde international zwar „nur“ Zweiter – da er aber seine beiden rot-weiß-roten Gegner schlug, geht der nationale Titel an ihn. Zweimal musste „Ernstl“, wie ihn seine Freunde nennen, in seinen Kämpfen kurz innehalten, krümmte sich vor Schmerzen. „Ich war verkühlt, habe am Mittwoch das Training abbrechen müssen. In den Kämpfen gab es mir Stiche in den Nieren. Mir war nur der Sieg in der Staatsmeisterschaft wichtig. Und aufgeben war für mich keine Option!“ Ein echter Samurai also …

Ähnliches traf auch auf die anderen Wiener zu. Steinmann musste sich nur dem Slowaken Ernest Matus geschlagen geben und wurde – wie Leidenfrost – als Zweiter österreichischer Veteranen-Meister. Kerschner hatte nur einen (estnischen) Gegner, den er schlug. Friedrich Hrdlicka (JC Sirvan) hatte in seiner Vierergruppe drei ausländische Gegner, einen schlug er. Und Stephan Prayer (Union Döbling) musste sich seinem einzigen Gegner Reinhold Kurz geschlagen geben. Das ist aber keine Schande, denn der Tiroler ist fünffacher Veteranen-Weltmeister. So erging es auch Stanislaw Slowiak (WAT Hernals), der nur einen stärkeren Gegner hatte, nämlich den früheren Spitzen-Judoka Hermann Schmölzer (ESV Sanjindo). Und Samurai Daniel Vujicic (M2 bis 90 kg) wurde im Vierer-Pool Dritter und in der Meisterschaft Zweiter – ein bisserl kompliziert …

An dieser international ausgeschriebenen Meisterschaft, die aus dem traditionellen „Hochofen-Turnier“ des SK VÖEST Linz entstanden war, nahmen 106 Judoka aus 56 Vereinen und 14 Ländern teil. Erfolgreichstes Team war Masters Slovakia (3/2/1) vor ESV Sanjindo (3/1/0) und BC Schwetzingen (D/2/2/0).

Alle Ergebnisse des Masters aus Linz findet ihr hier.

Foto: Ernst LEIDENFROST (rechts) bei der Veteranen-Meisterschaft in Linz - @Judo Austria / Oliver Sellner

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