Sayonara – Teil 13

Pressegespräch mit österreichischen Journalisten im Medien-Center des Budokan – von links: Sabrina Filzmoser, Stephan Hegyi und ÖJV-Sportdirektor Markus Moser – Foto: Langer

Ihre erste Medaille, EM-Bronze, holte sie im Mai 2003 – 17 Jahre später will Sabrina Filzmoser 2020 in Tokio noch einmal, zum vierten Mal, auf olympische Judomatten steigen. Seit Juli hält die Welserin einen Weltrekord: sie ist die älteste Medaillengewinnerin auf der IJF World Tour. Daher ist der Teil 13 unserer Serie „Sayonara“ der 39-jährigen Welserin gewidmet.

SABRINA – OLDIE, BUT GOLDIE? … Sie weiß, wie Gold aussieht. Zweimal hat sie bei Europameisterschaften Medaillen in diesem Edelmetall umgehängt bekommen. Gemeinsam mit Ludwig „Lupo“ Paischer 2008 in Lissabon, und dann noch drei Jahre später in Istanbul. Sie hat neun EM-Medaillen und war zweimal – 2005 in Kairo und 2010 in Tokio – WM-Dritte. Doch bei Olympia, da hat es für die „Sabsi“, wie sie alle nennen, leider nie zu Großem gereicht. Beim Debüt 2008 in Peking, als regierende Europameisterin, mit vielen Tränen ebenso ausgeschieden wie 2016 in Rio, nur 2012 in London ging es mit Platz 7 etwas besser – aber der Medaillentraum erfüllte sich leider nicht.

Im „hohen Alter“ will Sabrina Filzmoser zeigen, dass man auch mit fast 40 Jahren noch nicht zum „alten Eisen“ zählt. Zwar hat sie am Dienstag bei der WM hier im Budokan leider in der ersten Runde der Klasse bis 57 Kilo gegen Sarah Leonie Cysique verloren, „weil die Franzosin einen Supertag hatte und ich eher keinen“, aber der Fokus liegt auf 2020 wieder im ehrwürdigen Budokan. „Ich weiß, dass ich mit den Besten meiner Gewichtsklasse immer noch mithalten kann. Und ich will einfach die Chance nützen, es im nächsten Jahr noch einmal zu probieren. Nur dabeisein ist für mich zuwenig“, sagt die 39-Jährige, die seit Juli einen Weltrekord hält.

Und zwar seit exakt 12. Juli, als sie mit 39 Jahren und 30 Tagen als Dritte des Grand Prix in Budapest als älteste Medaillengewinnerin auf der IJF-Tour in die Geschichtsbücher eingetragen wurde. Sie löste die Belgierin Ilse Heylen ab, die den Rekord bisher mit 38 Jahren und 307 Tagen hielt. Ehrt „Sabsi“ das, oder gibt es ihr gar zu denken? „Es hat mich schon irgendwie gefreut. Weil man mir, und gerade hier in Japan, Respekt zollt dafür, dass ich so lange an der Spitze war und bin. In der Judoszene kennen und schätzen mich hier alle, und das macht stolz. Natürlich denkt man sich auch, wow, bald 40 – aber ich fühle mich so super, bin kaum und selten verletzt, es geht noch alles.“ Freilich: Seit EM-Bronze 2014 in Montpellier hat die Medaillenhamsterin – 60 auf der World Tour plus sechs Militär-WM-Titel! – nichts mehr Großes gewonnen. Aber als Dritte in Budapest und davor als Fünfte beim Grand Slam in Ekaterinenburg hat die Welserin auch heuer schon zweimal auf der World Tour angeschrieben. „Abschreiben darf man mich nicht!“ Das wird auch keiner, Sabsi! Denn du bist zwar ein Oldie, aber für uns alle auch ein Goldie!

Übrigens gab es heute im Medien-Center des Budokan ein Pressegespräch mit den Journalisten einer 14-köpfigen ÖOC-Delegation, bei dem neben Filzmoser noch Stephan Hegyi und ÖJV-Sportdirektor Markus Moser zur Verfügung standen. Moser erklärte dabei. dass derzeit – und er betonte, derzeit – sechs ÖJV-Athleten für Olympia qualifiziert sind. Neben Filzmoser noch Krssakova, Polleres und Graf bei den Frauen, sowie Böhler und Hegyi bei den Männern. „Aber bis zum Ende der Olympia-Qualifikation am 31. Mai 2020 kann sich noch viel ändern. Es gibt noch Grand Slams, Grand Prixs eine EM und zwei Masters – da kann das letzte Masters in Doha noch viel über den Haufen werfen.“ Deshalb sind gerade JETZT die Punkte wichtig, weiß nicht nur …

… euer Joe – Sayonara!

MORGEN: Lupo – sein neues Leben

Ähnliche Beiträge

  • Poiger bleibt EJU-„General“

    Beim 76. Kongress der Europäischen Judo Union (EJU) in Budapest wurde ÖJV-Präsident Dr. Martin Poiger als EJU-Generalsekretär wiedergewählt. Der 47-jährige Burgenländer wurde – ebenso wie Präsident Laszlo Toth aus Ungarn – per Akklamation für die nächste, bis 2028 dauernde Amtsperiode in seiner Funktion bestätigt. „Es ist ein Privileg, meinem Hobby berufsmäßig auf höchstem Niveau nachgehen…

  • World Tour is back – Um Wiener Judo-Titel

    Zwei Monate nach der olympischen Judowoche in Tokio kehrt die IJF-World Tour zurück! Beim Grand Prix in Zagreb von Freitag bis Sonntag werden 251 Judoka aus 36 Ländern um die 14 Klassensiege kämpfen. Österreichs Olympia-Helden, Michaela Polleres und Shamil Borchashvili, sind allerdings nicht dabei. Dafür versuchen sich drei Wiener Judoka – die deshalb bei den…

  • Von einstimmig bis zur Quoten-Rechnerei

    Während am Fronleichnams-Tag der seit 2007 im Amt befindliche Marius Vizer (Bild/@Gabriela Sabau) als IJF-Präsident einstimmig wiedergewählt wurde, bereiten sich acht ÖJV-Judoka auf die am Sonntag beginnende WM in Budapest vor. Für drei von ihnen könnte es für die Olympia-Qualifikation noch eine Rechnerei werden. Dabei stehen eine direkte Qualifikation, eine über die Kontinental-Quote und ein…

  • Mit Shamil in Wien

    Am Wochenende geht die 1. Bundesliga der Männer in die 3. Runde – mit einem Schlager und prominenten Gast in Wien. Serien-Meister „Sportzentrum Galaxy“, jetzt in Niederösterreich angesiedelt, empfängt Samstag ab 18 Uhr in der Kurt Kucera-Halle das ASKÖ Combat Center. Der Aufsteiger aus Oberösterreich kommt mit dem Olympia-Dritten Shamil Borchashvili, der in den ersten…

  • Techniken – Online

    Ab sofort könnt ihr die Techniken der Kyu-Grade – einschließlich der Sonnengrade – auch online Studieren. Techniken der Kyu-Grade Die offiziellen Videos des ÖJV zum Kyu-Programm wurden übersichtlich auf einer Seite zusammengefasst. Somit könnt ihr auch zuhause die Techniken üben, selbst wenn in eurem Verein derzeit kein Training möglich ist. Es sind in diesen Playlists…

  • So leben Wiens Judoka mit dem Corona-Virus

    Keine World Tour bis Ende April, die EM auf Juni verschoben, die erste Bundesliga-Runde in Österreich abgesagt – der Corona-Virus hält uns alle in Atem. Wie leben Wiens Judoka damit? Wir haben unsere beiden Asse, Magda Krssakova und Stephan Hegyi (Bild: Langer) dazu befragt. Ein Umstand rund um das Problem mit dem COVID-19-Virus kommt den…