Neuwahlen im ÖJV

Bei und nach der ÖJV-Vorstandssitzung und dem Judo-Forum am vergangenen Wochenende in Fuschl sind acht Vorstandsmitglieder des ÖJV zurückgetreten. Jetzt muss in einer außerordentlichen Generalversammlung am 12. Oktober in Wien ein neuer Vorstand gewählt werden. Grund für den Exodus waren offenbar Unstimmigkeiten betreffend die Finanzierung der Heim-WM 2021 in der Wiener Stadthalle.

Noch vor 10 Tagen, bei der WM in Tokio, hatte ÖJV-Präsident Dr. Hans Paul Kutschera vom japanischen Judo-Präsidenten, Olympiasieger Yasuhiro Yamashita, die IJF-Fahne für den nächsten WM-Ausrichter in Empfang genommen. Seitens hoher ÖJV-Fuktionäre hieß es damals, man sei in Sachen Finanzierung der WM 2021 „auf Schiene“. Doch am Wochenende traten zuerst vier Mitglieder des ÖJV-Vorstandes zurück, Montag waren es acht, und angeblich ist es mittlerweile der komplette Vorstand, der das Handtuch warf. Der Zug, der in Tokio noch „auf Schiene“ fuhr, ist auf dem Weg nach Wien entgleist …

Die OÖ Nachrichten und der STANDARD berichten bereits in großen Artikeln (auch online nachzulesen) über die Turbulenzen im ÖJV. Seit dem Abgang von Sportminister Heinz-Christian Strache, der noch 2018 in Baku mit Kutschera und IJF-Präsident Marius Vizer über die Vergabe der WM 2021 an Wien (Österreich war einziger Kandidat) jubelte, brodelt es im Judoverband. Die Unstimmigkeiten dürften jetzt zum Rücktritt des Vorstandes geführt haben, der am 12. Oktober in einer außerordentlichen Generalverammlung des ÖJV in Wien neu gewählt werden muss.

Ernst Raser, Präsident des Judo-Landesverbandes Wien, bedauert die derzeitige Situation zutiefst. „Es muss alles getan werden, die WM in Wien zu retten. Und wir werden bei der Neuwahl jene Kräfte unterstützen, die uns das Gefühl geben, um diese WM 2021 zu kämpfen. So ein Ereignis ist für unseren Sport einerseits und die Stadt Wien andererseits immens wichtig. Ein Fest, das rund 2000 Judoka, Trainer, Kampfrichter, Funktionäre und Journalisten sowie Tausende Judo-Fans aus aller Welt begeistern würde. Es wäre ein Fehler, die schon an Wien vergebene WM an die IJF zurückzugeben.“ Man darf gespannt sein, was die nächsten Wochen bringen werden …

P.S.: ÖJV-Generalsekretär Paul Fiala wird sich seinen 60. Geburtstag am Dienstag (10.9.) wohl auch anders vorgestellt haben. Fiala war in seiner aktiven Zeit einer der erfolgreichsten Schwergewichtler Österreichs, war Vize-Staatsmeister und für die Union Döbling auch oftmaliger Wiener Meister. Vielleicht helfen die Glückwünsche aus seinem Landesverband etwas mit, seinen Ehrentag besser feiern und die schwierige Phase im ÖJV besser bewältigen zu können. Lieber Paul, die Wiener Judo-Familie wünscht dir Alles Gute zum 60er!

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