Wieder Silber für Movli

Auch am zweiten Tag des European Open in Warschau wurde die österreichische Bundeshymne abgespielt – denn Laurin Böhler (LZ Hohenems/V) feierte bis 100 Kilo, wie vor zwei Wochen in Györ, den Klassensieg und holte sein zweites Gold in nur 14 Tagen. Und für den Wiener Movli Borchashvilli (M&R Galaxy Tigers), der sich nur im Finale geschlagen geben musste, gab es wie schon beim Turnier in Ungarn Silber! Dazu holte noch Maria Höllwart (ESV Sanjindo) Bronze in der Klasse über 78 Kilo. Ein kompletter Medaillensatz, und das nur zwei Wochen vor dem Linzer Grand Prix!

Vor zwei Wochen in Györ gab es beim ersten European Open des Jahres zweimal Gold – durch Marcus Auer (bis 66 Kilo, fehlte in Warschau) und eben Böhler, der nach seinen langwierigen Verletzungen international endlich wieder anschrieb. Und schon zwei Wochen danach schaffte der Vorarlberger den nächsten Coup – Sieg auch in Warschau! Böhlers Finalgegner war – wie in Györ – Simeon Catharina (NED), den Laurin nach einem zunächst ausgeglichenen Kampf, in dem er von Minute zu Minute stärker wurde, nach 1:22 Minuten im Golden Score (Armhebel) schlug. Damit beendete der Vorarlberger alle seine fünf Kämpfe, darunter im Semifinale gegen den Briten Rhys Thompson, durchwegs siegreich mit Ippon.

Nach neun Operationen und drei Kreuzbandrissen hat Böhler die lange Verletzungsserie wohl endgültig überwunden. „Beeindruckend, wie souverän er seine heutigen fünf Kämpfe abgespult hat. Einen Top-Mann wie Catharina zweimal im Finale zu schlagen, spricht für sich. In dieser Form ist ihm auch beim Heim-Grand-Prix in Linz ein Podiumsplatz zuzutrauen“, ist ÖJV-Sportdirektor Markus Moser überzeugt. Der Vorarlberger ist damit seit nunmehr neun Kämpfen ungeschlagen: „Das Jahr 2024 scheint mir Glück zu bringen. Der Tag heute war richtig gut, ich habe mich sehr sicher gefühlt und gut gekämpft. Was mich selbst überrascht ist, dass ich immer mehr Kämpfe am Boden gewinne. Das war bis jetzt eher meine Schwäche.“

Movli startete über 100 Kilo mit Siegen über Kevinas Ramoska (IRL) und Marvin Belz (GER) und bezwang im Semifinale den Georgier Saba Kardaba. Alle drei Kämpfe gewann der 22-jährige Staatsmeister vorzeitig mit zwei Waza-ari. Im Finale war der Franzose Amadou Meite stärker. Zwar hatte Meite nach zwei Minuten schon zwei Shidos, aber er wartete auf seine Chance und hielt nach genau drei Minuten Kampfzeit Borchashvilli fest. Dennoch: Für den 22-Jährigen ist auch dieses Silber ein schöner Erfolg. Moser zu Silber von Borchashvilli: „Movli ist heute seinem Premierensieg auf European-Open-Ebene schon sehr nahe gekommen. Sein Finalgegner hatte schon zwei Strafen erhalten. Aber Movli griff weiter an, war der aktivere und bessere Kämpfer. Die Niederlage im Bodenkampf, nach Festhaltegriff, war absolut unglücklich.“

Den Erfolg am Sonntag vervollständigte die Bischofshofenerin Höllwart mit Bronze über 78 Kilo gegen Anne Fatournata M-Bairo (FRA). Nicht so gut erging es dafür den anderen (Wiener) Judoka: Bernd Fasching, in Györ bis 81 Kilo ebenso Zweiter wie die am Samstag ausgeschiedene Laura Kallinger (Judoring Wien / bis 57 kg), musste sich gleich in seinem ersten Kampf dem späteren Zweiten Maxim Trigub (IRL) im Golden Score geschlagen geben. Auch Magamed (81 kg) und Adam Borchashvilli (bis 90 kg / alle M&R Galaxy Tigers) schieden unplatziert aus.

Mit zweimal Gold, je einmal Silber, Bronze und Rang 5 (Samstag Jacqueline Springer / Vienna Samurai / bis 48 kg) und zweimal Platz sieben wurde Österreich unter 37 Nationen (458 Judoka) Dritter in der Medaillen- und Nationenwertung hinter Frankreich (4/2/6) und Italien (2/3/1). Zwei Wochen vor dem „Upper Austria Grand Prix“ in Linz eine willkommene Empfehlung!

Alle Ergebnisse aus Warschau und Fotos findet ihr hier.

Foto oben: Movli BORCHASHVILLI (links) holte wieder Silber. - Foto unten: Laurin BÖHLER jubelte über seinen zweiten European Open-Sieg innerhalb von zwei Wochen - @EJU / Carlos Ferreira (2)

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