Revanche für Bronze-Bernd!

Happy End für einen männlichen ÖJV-Judoka beim Upper Austria Grand Prix in Linz, und das am Weltfrauentag! Der Wiener Bernd Fasching (Allianz Kukla Galaxy Tigers) holte in der Klasse bis 81 Kilo mit einem Ippon-Sieg über Joji Togo Bronze uznd revanchierte sich damit gegen den Japaner für die Vorjahres-Niederlage im „kleinen Finale“! Für den 21-Jährigen ist es die erste Medaille auf der IJF-World Tour, und Rot-Weiß-Rot hat die so ersehnte Medaille beim Heim-Grand Prix! Olympia-Starter Samuel Gaßner (UJZ Mühlviertel) wurde bis 73 Kilo Fünfter – da wäre mehr möglich gewesen!

Fasching startete bis 81 Kilo nach einem Freilos mit einem Ippon-Sieg gegen Adrian Sulca (ROU) und bezwang im Achtelfinale den starken Brasilianer Luan Almeida mit Waza-ari. Im Viertelfinale gegen Azat Kumisbay (KAZ) entschieden zwei Waza-ari, ein schnelles und das zweite sieben Sekunden vor Schluss, zugunsten des 21-Jährigen, der das Semifinale gegen den Usbeken Murodjon Yuldoshev mit drei Shidos (Hansokumake) verlor. Somit stand Fasching im Bronze-Kampf gegen Togo, gegen den er im Vorjahr in Linz nach nur zehn Sekunden Ippon verloren hatte. Dieses Mal drehte Fasching den Spieß um und den Gegner mit einem Konter auf den Rücken – zuerst gab das Kampfgericht Waza-ari, korrigierte aber die Entscheidung auf Ippon! „Das ist so geil, vor meinen Freunden und der Familie meine erste Medaille auf der Tour zu holen. Noch dazu gegen Togo“, freute sich der WM-Siebente des Vorjahres, der von den Fans in der gut gefüllten „TipsArena“ umjubelt wurde. „Es macht mich auch stolz für Österreich“, meinte Fasching nachher. Gold ging an den Italiener Antonio Esposito.

Gaßner feierte auf dem Weg ins Semifinale vier Siege, darunter gegen den Franzosen Joan-Benjamin Gaba, der in Paris Olympia-Silber und mit dem Mixed-Team sogar Gold geholt hatte. Im Semifinale musste sich der 23-Jährige aber dem Ungarn Daniel Szegedi mit Waza-ari geschlagen geben. Im Bronze-Kampf gegen Mardon Ravshanov (UZB) entschied leider ein Seoi-otoshi (Schulterwurf) nach 41 Sekunden im Golden Score gegen den Oberösterreicher, der damit Fünfter wurde.

Die anderen ÖJV-Starter am Samstag blieben leider unplatziert. Etwa die Junioren-Weltmeisterin Elena Dengg (ESV Sanjindo), die bis 70 Kilo im Achtelfinale Tayla Grauer (GER) durch Hansokumake („rote Karte“) unterlag. Man sah der Salzburgerin nach ihrer Verletzung noch den Trainingsrückstand an. Faschings Klubkollege Magamed Borchashvilli (ebenfalls 81 kg) gewann zwar zum Auftakt gegen Davit Aghasaryan (USA) nach 1:59 Minuten mit Ippon für Osaekomi (Kuzure Kesa Gatame), unterlag aber dann dem Schweizer Aurelien Bonferroni mit zwei Waza-ari. Damit schied er ebenso aus wie die erst 18-jährige World Tour-Debütantin Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 kg – mit zwei Waza-ari) gegen Yoshino Takahashi (JPN) – und der für Klosterneuburg kämpfende Wiener Phillip Aust (bis 73 Kilo) gegen Niels Thijssen (NED) mit Yuko im Golden Score. Zuvor wurde ein Waza-ari für Aust vom Kampfgericht zurückgenommen, schade!

Internationale Überraschungen gab´s am Samstag auch: Rafaela Silva (BRA), die 32-jährige Olympiasiegerin von Rio 2016 und zweifache Weltmeisterin (2013 und 2022) schied in der Klasse bis 63 Kilo gegen die Japanerin So Morichika gleich in der ersten Runde aus. Ausgerutscht ist auch der belgische Ex-Weltmeister Matthias Casse (81 kg), der als Nummer 2 der Welt der höchstdekorierte Judoka dieses Grand Prix war. Nach einem mühevollen Golden Score-Sieg über den jungen Joshua de Lange (NED) unterlag Casse in Runde 2 Naoto Izawa (JPN) ebenfalls in der Verlängerung.

Adam Borchashvilli (bis 100 kg / heuer schon Sieger beim European Open in Ljubljana) und sein Bruder Movli (über 100 kg) sowie Schwergewichtler Stephan Hegyi (SC Hakoah) kämpfen am Sonntag (Vorrunden 10.30 Uhr, Finalblock 17 Uhr) gegen das schwere Los. Movli bekommt es mit Weltmeister Muzaffarbek Turoboyev (UZB) zu tun, Hegyi trifft auf den Ukrainer Iakiv Khammo, gegen den er in fünf Kämpfen (zuletzt im Finale des European Open in Warschau) verloren hatte. Selbst bei einem Premierensieg ist die nächste Hürde mit Olympiasieger und Weltmeister Lukas Krpalek (CZE) eine hohe. „Ich werde meine Taktik ändern“, gibt sich der 26-jährige Wiener aber noch nicht geschlagen …

Der Finalblock im Detail:

Frauen, bis 63 Kilo: Das Finale ging ohne Wertung in den Golden Score, der 6:14 Minuten dauerte. Nachdem beide zwei Shidos hatten, erhielt So Morichiki (JPN) nach 10:14 Minuten Gesamt-Kampfzeit das dritte Shido, Gold ging damit an Kaja Kajzer (SLO) – Bronze holten Renata Zachova (CZE) und Laura Fazliu (KOS / Olympia-Dritte 2024).

Frauen, bis 70 Kilo: Die Australierin Aoife Coughlan bezwang im Finale Ida Eriksson (SWE) nach 32 Sekunden im Golden Score – Bronze an Kaja Schuster (SLO) und Bayr-Bezwingerin Takahashi.

Männer, bis 73 Kilo: Der Italiener Giovanni Esposito gewann das Finale gegen Gaßner-Bezwinger Szegedi mit Yuko – Bronze geht an Gaßner-Bezwinger Ravshanov und Chusniddin Karimov (CZE).

Männer, bis 81 Kilo: Zweiter Italien-Triumph! Antonio Esposito gewann den Gold-Kampf gegen Fasching-Bezwinger Yuldoshev mit Ippon – Bronze an Izawa und Fasching.

Nach zwei Tagen und dem „Esposito-Double“ ist Italien (zwei Klassensiege) schon Zweiter hinter Japan (2/4/3), das am Samstag kein Gold dazu gewann. Dritter ist Slowenien (1/1/1) vor Deutschland und Brasilien (je 1/0/1). Österreich verbesserte sich unter den 52 Ländern um einen Platz auf Rang 15.

Alle Ergebnisse aus Linz findet ihr hier.

Foto oben: Bernd FASCHING (ganz rechts) holte in Linz sein erstes GP-Bronze - @IJF / Gabriela Sabau - Foto unten: Die Entscheidung im Finale: Fasching (blau) kontert Joji TOGO - @Judo Austria / Oliver Sellner

Ähnliche Beiträge

  • Jerusalem Masters

    Das letzte Großereignis in diesem Jahr, das Jerusalem Masters in Israel, sorgte gleich zweimal für Schlagzeilen. Einmal durch den Ausschluss von Shamil Borchashvili und ein weiteres Mal durch die Goldmedaille von Michaela Polleres, der wir dazu recht herzlich gratulieren. Bereits einige Tage vor dem Masters ging die Schlagzeile durch die Medien, dass der ÖJV Shamil…

  • 597 Judoka in Rohrbach

    Das war ein Massenauflauf an jungen Judoka in Rohrbach! Samstag bei der U10, U12 und U14 tummelten sich 380 „Mattenfüchse“ auf den Tatami, am Sonntag (U16 und U18) waren es 217 – macht zusammen 597 Judoka! Für die Wiener Vereine gab es bei der UJZ-Trophy am ersten Tag sieben und am zweiten (nur) zwei Klassensiege….

  • EM: Auch Krssakova out

    Auch am zweiten Tag der Judo-EM in Minsk waren Österreichs Judoka von den Medaillenrängen weit entfernt. Nur die Wimpassingerin Michaela Polleres, EM-Dritte des Vorjahres, gelang mit Platz 7 bis 70 Kilo nach keineswegs berauschender Leistung eine Platzierung. Aus Wiener Sicht nicht erfreulich: Magdalena Krssakova (JC Sirvan) schied bis 63 Kilo gleich in ihrem ersten Kampf…

  • Wiener ohne Platzierung

    Keine Platzierung für Wiener Judoka gab es am zweiten Tag des Grand Peix-Turniers in Budapest. Sowohl Magdalena Krssakova als auch Adam Borchashvili schieden aus, der Welser Shamil Bochasvili (Klasse bis 81 kg) wurde starker Fünfter. Krssakova (JC Sirvan) schlug am Samstag zunächst die Russin Ekaterina WALKOWA und war damit schon erfolgreicher als ihre interne Kategorien-Rivalin…

  • |

    Gold und Bronze in Rom

    Zwei Wiener Judoka feierten am Sonntag bei den European Open in Rom mit Gold und Bronze tolle Erfolge! Jacqueline Springer (Vienna Samurai) krönte sich in der Kategorie bis 48 Kilo mit einem Waza-ari-Sieg über Mireira Rodriguez Salvador (ESP) zum zweiten Mal nach Tallinn 2023 zur Siegerin eines European Open, und Stephan Hegyi (SC Hakoah /…

  • Mit Yvonne bis 2028

    Fast 600 Judoka aus 80 Nationen werden nächste Woche (8. bis 10. März) beim „Upper Austria Grand Prix“ in Linz auf die Matte steigen. Und rechtzeitig vor diesem größten Judo-Events Österreichs hat sich der ÖJV die Dienste von Headcoach Yvonne Snir-Bönisch bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles gesichert. Der Vertrag wurde unmittelbar…