Mit Lupo, ohne Lulu

Nur noch wenige Tage bis zum Heim-Grand Prix in Linz (Freitag bis Sonntag) – alle Details zur vierten Auflage der IJF-World Tour in der Tips-Arena wurden am Montag in einer Pressekonferenz präsentiert. Während die Olympia-Fünfte Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo) leider verletzt fehlt, gibt es ein Wiedersehen mit einem der Großen des heimischen Judosports – Ludwig Paischer, der Olympia-Silberne von Peking 2008, kommt nach Oberösterreich. Der Grand Prix mit „Lupo“, aber ohne „Lulu“ …

Der mittlerweile 44-jährige Salzburger, der neben Olympia-Silber auch WM-Silber (2005 in Kairo) und WM-Bronze (2007 in Rio) geholt hatte und zweimal Europameister (2004 in Bukarest und 2008 in Lissabon) wurde, lebt und arbeitet seit zehn Jahren in Tokio. Jetzt weilt er auf Heimaturlaub und schaut sich den Grand Prix an. „Wir werden eine Zusammenarbeit mit Lupo präsentieren“, verriet ÖJV-Präsident Martin Poiger bei der Pressekonferenz zum Grand Prix im Olympiazentrum auf der Linzer Gugl. Wahrscheinlich hat Poiger eine Funktion für Paischer im ÖJV-Vorstand vor. „Wir sind im Vorstand allesamt Dan-Träger“, meinte der Verbandspräsident kryptisch.

Ein Wiedersehen gibt es auch mit der Wienerin Magdalena Krssakova (JC Sirvan), die nach anderthalbjähriger Pause und vier Tage nach ihrem 32. Geburtstag am Samstag in ihrer neuen Gewichtsklasse bis 70 Kilo ein Comeback auf der Matte feiern wird. „Magda hatte zwei schwierige Jahre mit ihren schweren Verletzungen, aber jetzt ist sie wieder da“, sagt ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. Aber die Aufgabe für die Vize-Europameisterin von 2020 wird um nichts leichter. Vor Paris 2024 ist Magda in der Klasse bis 63 Kilo in der Olympia-Qualifikation an der späteren Fünften Piovesana gescheitert, jetzt hat die mittlerweile nach Linz gezogene Wienerin Michaela Polleres (JC Wimpassing) vor der Nase. Die Olympia-Zweite von Tokio 2021 und Dritte von Paris 2024 ist bis 70 Kilo an Nummer 7 gesetzt. Bisher blieb sie aber in den Grand Slam-Turnieren von Tokio und Paris unplatziert.

Insgesamt werden 42 ÖJV-Judoka auf eine der Tatami in der Tips-Arena steigen. Neben Polleres ist auch noch Bernd Fasching (bis 81 Kilo / Galaxy Tigers) als Nummer 7 gesetzt. Der Wiener hatte 2025 mit Bronze für den einzigen rot-weiß-roten Podestplatz gesorgt und will den Vorjahreserfolg bestätigen. „Ich bin in bester Form“, verkündete der 22-Jährige, der vor vier Wochen in Paris als Fünfter nur knapp an Bronze und damit an seiner ersten Grand Slam-Medaille vorbeigeschrammt ist.

Neben den Arrivierten und einigen „Mittelfeld-Judoka“ sind auch etliche ganz junge dabei. Aus Wien etwa Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 kg) bzw. der erst 17-jährige Lukas Angerer (Galaxy / über 100 Kilo) oder die beiden Karuna-Athleten Yann Ornik (bis 60) und Alexander Bluhme (bis 66 kg). Snir-Bönisch: „Das sind ganz junge Talente, denen wir die Gelegenheit geben, einmal in die große Judo-Welt hineinzuschnuppern. Sie sollen das Gefühl haben, dazuzugehören. Das motiviert.“ Erwarten darf man sich von diesen jungen Judoka freilich nichts oder nicht viel. SDnir-Bönisch: „Wer weiß, vielleicht überrascht der eine oder die andere.“

Der Grand Prix ab Freitag ist übrigens der vierte und vorerst letzte auf österreichischem Boden. „Aber wir sind in guten Gesprächen mit allen Beteiligten, den Vertrag um vier weitere Jahre zu verlängern“, sagt Poiger, der sich aber auf kein finanzielles Abenteuer einlassen will. Bis zum Sommer wollen sich der ÖJV, das judobegeisterte Land Oberösterreich und das Sportministerium auf einen Kontrakt für vier weitere Jahre geeinigt haben. Es heißt ja schließlich: In Linz beginnt´s, und nicht: In Linz endet´s …

Foto: Der Wiener Bernd FASCHING (ganz links) bei der Grand Prix-Pressekonferenz in Linz – neben ihm (von links): Issa NASCHCHO, Martin POIGER, Landesrat Markus ACHLEITNER, Yvonne SNIR-BÖNISCH und Samuel GASSNER – @joe

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