Clarisse holt 5. Titel – ÖJV-Duo schied aus

Die Judo-Welt feiert eine Französin! Clarisse Agbegnenou (@IJF-Bild) – die 28-Jährige aus Rennes, wohl der sicherste Gold-Tipp der Judo-WM in Budapest, kürte sich zum fünften Mal zur Weltmeisterin. 2014 der erste Titel, dann seit 2017 (auch in Budapest) bei jeder WM (2018, 2019 und eben jetzt). Der Superstar hat am Mittwoch, dem vierten Wettkampftag in der Laszlo Papp-Halle, alle fünf Kämpfe vorzeitig gewonnen, im Finale nach einer Waza-ari-Führung gegen die starke Slowenin Andreja Leski mit Festhalter nach 3:26 Minuten. Bei den Männern holte der Belgier Matthias Casse nach Silber 2019 seinen ersten WM-Titel. Der 24-Jährige gewann nach 47 Sekunden im Golden Score gegen den starken Georgier Tato Grigalashvili. Aber die Zeit für den 21-Jährigen kommt noch!

Die ÖJV-Athleten schieden ohne Platzierung aus. Während sich Magda Krssakova (JC Sirvan) bis 63 Kilo nach dem vorzeitigen Auftaktsieg über Amina Belkadi (ALG) in der zweiten Runde der US-Amerikanerin Alisha Galles im Golden Score mit dem dritten Shido geschlagen geben musste, konnte Shamil Borchashvili (Wels) bis 81 Kilo zwei Kämpfe (gegen Adam Kopecky/CZE und Dorin Gotonoaga/MDA) gewinnen, ehe er an Saeid Mollaei scheiterte. Der einstige iranische Weltmeister von 2018, nun für die Mongolei am Start, nagelte den Welser nach 2:32 Minuten zehn Sekunden am Boden fest, nachdem Mollaei (am Ende nur Fünfter) schon zuvor mit Waza-ari geführt hatte. Dennoch darf Shamil zufrieden sein. Mit zwei Siegen bei einer WM hat der Welser an seinem 26. Geburtstag die Olympia-Qualifikation abgesichert und darf sich über ein Olympia-Ticket freuen.

Krssakova hatte sich „von der Früh weg gut in Form“ gefühlt, ist auch gut in den ersten Kampf gekommen, aber „den zweiten habe ich leider verschenkt.“ Die Wienerin konnte die Strafen gegen sie nicht nachvollziehen, vor allem „die dritte habe ich nicht verstanden, sie war aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt.“ Allerdings hat Magda leider auch zu wenig getan, um diesen Kampf gegen die US-Amerikanerin für sich zu entscheiden. „Ja, das muss ich mir vorwerfen.“ Krssakova ist aber fix für Tokio qualifiziert.

Eine Enttäuschung erlebten die Japaner 45 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in ihrer Hauptstadt Tokio. Nachdem es schon am Dienstag nur einmal Silber und Bronze gegeben hatte, gingen die „Töchter und Söhne Nippons“ am Mittwoch und überhaupt erstmals bei dieser WM komplett leer aus! Japan (3/2/1) bleibt aber in der Medaillenwertung Erster vor Georgien (1/1/0) und der Russischen Judo Föderation (1/0/1). Dahinter mit je einmal Gold liegen Belgien, Frankreich und Kanada.

Am Donnerstag steigt für Österreich bis 70 Kilo die Wimpassingerin Michaela Polleres auf die Matte. Wie groß muss für die WM-Fünfte von 2019 die Erleichterung gewesen sein, dass sie bei der Auslosung nicht wieder Anka Pogacnik zugelost bekam! Viermal in Serie hatte Michi in der ersten Runde gegen die Slowenin verloren. Nun geht es für Polleres, die als einzige ÖJV-Athletin bei der WM gesetzt ist (4), nach einem Freilos gegen die Siegerin aus Assmaa Niang (MAR) gegen Maria Bernabeu (ESP). Ein Los, dass Anlass zur Hoffnung gibt …

Ergebnisse nach dem 4. Tag

Frauen bis 63 kg
1.AGBEGNENOU ClarisseFRA
2.LESKI AndrejaSLO
3.OBRADOVIC AnjaSRB
3.VERMEER SanneNED
5.BARRIOS AnriquelisVEN
5.QUADROS KetleynBRA
7.DEL TORO CARVAJAL MaylinCUB
7.OZBAS SzofiHUN
MÄNNER bis 81 kg
1.CASSE MatthiasBEL
2.GRIGALASHVILI TatoGEO
3.DE WIT FrankNED
3.EGUTIDZE AnriPOR
5.BOLTABOEV SharofiddinUZB
5.FUJIWARA SotaroJPN
7.CHOUCHI SamiBEL
7.MOLLAEI SaeidMGL

Alle Ergebnisse aus Budapest findet ihr hier.

Magda KRSSAKOVA bei ihrem Sieg über die Algerierin Belkadi. – @Judo Austria/Oliver Sellner
Shamil BORCHASHVILI im Auftaktkampf gegen den Tschechen Kopecky. – @Judo Austria/Oliver Sellner

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