„Marleonie“-Jubel

Besser hätte es für die Veranstalter nicht laufen können – zwei Medaillen, und beide in Gold! Die Wienerin Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 Kilo) und die Salzburgerin Marlene Schinwald (Flachgau / bis 52 kg) sorgten beim Junioren-Europacup in Graz als „Marleonie-Duo“ für Jubel im rot-weiß-roten Lager. Da freute sich auch ÖJV-Präsident Martin Poiger: „Mit 617 Judoka aus 34 Ländern haben wir einen fast 20-jährigen Rekord gebrochen und sind zum größten Junioren-Turnier der Welt gewachsen!“

Angesichts der unglaublichen Starterzahl (um 105 mehr als im Vorjahr, das sind 20 Prozent Steigerung) „und auch der Qualität der Teilnehmer haben wir gewusst, dass es schwierig werden würde, Medaillen zu holen. Dass es zwei Goldene wurden, ist umso schöner“, freut sich Poiger. „Erfreulich war vor allem auch, wie die beiden gewonnen haben. Das gibt Zuversicht für kommende Aufgaben.“ Der ÖJV-Präsident lobt auch die gute Zusammenarbeit zwischen Junioren-Nationaltrainer Jaromir Jezek und den Vereinstrainern. Bei Leonie ist es Norbert Stumpf, der als Vereins- und Landestrainer mit den Wiener Unter-21- und Unter-18-Talenten arbeitet. Und sich natürlich über Bayrs Triumph richtig freut: „Ich wusste, dass ihr so ein Coup schon bald gelingen würde!“ Schinwald und Bayr sind damit schon fix für die WM im November im usbekischen Taschkent qualifiziert, davor gibt es die EM Anfang September in Podgorica (MNE). Kurios: Die beiden Siege vom Wochenende sind Nummer 3 und 4 in Graz – und alle waren weiblich. 2023 gewann Elena Dengg (Sanjindo Bischofshofen), 2024 Carina Klaus-Sternwieser (ASKÖ Reichraming). „Es haben auch schon Männern Medaillen gemacht, etwa der Mühlviertler Ronald Pröll oder auch der Steirer Marcus Auer – ich sehe da keinen großen Trend“, glaubt der Präsident.

Organisatorisch kann Judo Austria hochzufrieden sein. „Über 100 Judoka mehr als im Vorjahr, den Berlin-Rekord aus dem Jahr 2008 gebrochen. Aber alle haben ein Bett gehabt. alle wurden abgeholt. Und jetzt sind noch rund 300 Athleten bis Mittwoch zum Training hier“, weiß der Verbands-Chef. Der gigantische Aufwand, den das OK-Team um ÖJV-Generalsekretärin Corina Korner zu leisten hatte, ist enorm. Poiger: „Es hat einfach alles perfekt geklappt.“ Man hat auch schon Erfahrung, denn beim Grand Prix in Linz ist es nicht viel anders. Apropos: Wäre der schmucke Grazer Raiffeisen-Sportpark nicht eine Alternative für den Linzer Grand Prix, falls es dort zu keiner Einigung kommen sollte? „Nein“, erklärt Poiger, „wenn ein Grand Prix in Österreich stattfindet, dann nur in Linz! Die Frage stellt sich gar nicht. Linz ist Linz und Graz ist Graz.“

Foto: ÖJV-Präsident Martin POIGER, flankiert vom "Marleonie-Duo" - links Leonie BAYR, rechts Marlene SCHINWALD - @Judo Austria / Oliver Sellner

Ähnliche Beiträge

  • Champion ohne Olympia

    Sich für Olympische Spiele zu qualifizieren, ist für viele Athleten das größte sportliche Ziel. Im Judo „schaffte“ es einer, der zweimal Weltmeister wurde, bei drei Olympischen Spielen NIE dabei zu sein. Jetzt hat der Japaner Joshiro Maruyama das Handtuch geworfen und beendet mit 31 Jahren seine aktive Laufbahn. Danke, „Mister Uchi Mata“, für die vielen…

  • 61 Kids kämpften beim Randori-Turnier

    Es war zwar erst das zweite Mal, dass der Wiener Judo-Landesverband zum „Randori-Turnier“ ins BSFZ Südstadt einlud. Aber 61 teilnehmende Kids aus Wien und Niederösterreich waren der Beweis dafür, dass sich die Jung-Judoka auf der Matte unter Einhaltung von Regeln messen wollen. Unter der Leitung der Initiatoren dieses Events, Wiens Schülerreferent Gabor Geier und Klosterneuburgs Robert Haas, hatten…

  • „Medaille super, aber noch viel zu tun!“

    Nach elf Jahren dank Michaela Polleres wieder eine WM-Medaille für Österreichs Judo, aber sonst keine weitere Platzierung bei acht Startern. Die WM in Budapest brachte Licht und Schatten. So groß die Freude auch war, so selbstkritisch ist auch ÖJV-Headcoach Yvonne Bönisch (@Judo Austria/GEPA Christian Walgram). „Natürlich bin ich erleichtert und zufrieden, dass Österreich erstmals seit…

  • Ein Clan schreibt an

    Bei der Judo-EM ab Mittwoch in Podgorica gibt es eine Premiere – erstmals in der europäischen Judo-Geschichte wird ein Brüder-Trio um EM-Medaillen kämpfen. Es sind die drei Wiener Magamed (bis 81), Adam (bis 100) und Movli Borchashvilli (über 100 Kilo), die in Montenegros Hauptstadt auf die Tatami steigen werden. Ein Clan tritt an – und…

  • „Saubermacher“ putzte alle

    Mit einmal Gold durch Adam Borchashvilli (bis 100 Kilo) sowie zweimal Bronze durch Vache Adamyan (bis 60 kg) und Stephan Hegyi (über 100 Kilo) starteten Österreichs Judo-Asse erfolgreich ins internationale Geschehen des neuen Jahres. Und es geht Schlag auf Schlag weiter – schon am kommenden Wochenende Grand Slam in Baku, in knapp drei Wochen der…

  • EM als WM-Probe

    „Eine Medaille ist das Ziel“, sagt ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch vor jedem Turnier, auch vor der EM von Mittwoch bis Sonntag in Podgorica (MNE). Aber wann gibt es endlich wieder eine Goldene? Der letzte EM-Titel für Österreich liegt schon 14 Jahre zurück – 2011 in Istanbul durch die Welserin Sabrina Filzmoser. Und die letzte Finalistin war…