Letzter „Movlikaner“

Nachdem auch Laurin Böhler (LZ Hohenems) bis 100 Kilo seinen Auftaktkampf bei der Judo-WM in Budapest gegen Asienmeister Said Sadrudinov (BRN) im Golden Score verloren hatte, geht es am Donnerstag zum Abschluss der Einzelbewerbe für den Wiener Movli Borchashvilli um alles – der Galaxy-Judoka trifft in der Klasse über 100 Kilo auf Erik Abramov (GER). Borchashvilli – unser letzter „Movlikaner“!

Böhler hatte gegen den Judoka aus Bahrain, der im April in Bangkok überraschend die Asien-Meisterschaft gewonnen hatte, durchaus seine Chancen. Kurz vor dem Ende der vierminütigen Kampfzeit war der Vorarlberger in aussichtsreicher Position, um einen Armhebel anzusetzen, doch Sadrudinov konnte sich befreien. Nach 39 Sekunden der „Extra Time“ gelang Böhlers Gegner mit einem Ko-soto-gake (Beinwurf) die entscheidende Wertung. „Bis zur entscheidenden Szene war Laurin der bessere Kämpfer, hat sehr clever und aktiv agiert. Am Ende hat er vielleicht zu viel Risiko genommen“, urteilte ÖJV-Sportdirektor Markus Moser. Kann man so sehen, aber Fakt ist: es war das neunte Ausscheiden eines ÖJV-Athleten bei dieser WM – „Alle Neune“ gewissermaßen, aber leider in die „falsche“ Richtung.

Nach Doppel-Weltmeisterin Anna Maria Wagner, die ihren WM-Titel 2024 nicht mehr verteidigte und international zurückgetreten ist, wollte eine andere Deutsche bis 78 Kilo Gold holen – Anna Monta Olek erreichte zwar das Finale gegen Alice Bellandi (ITA), verlor es aber nach unglaublichen 10:02 Minuten Kampfzeit. Damit gelang der 26-Jährigen die zweie Goldmedaille für Italien nach Assunta Scutto (bis 48 Kilo) am ersten Tag. Bronze ging an Kurena Ikeda (JPN) und Patricia Sampaio, die nun doch für Portugal starten durfte. Weil der Verband der IJF Geld schuldet, sollte Sampaio unter IJF-Flagge antreten. Man einigte sich aber im letzten Moment. Leider schaffte es die Olympia-Zweite von Paris, Inbar Lanir, nicht aus Israel nach Budapest und musste am TV tatenlos zusehen. Sehr bitter!

Bei den Männern bis 100 Kilo vermasselte der unter IJF-Flagge angetretene Matvey Kanikovskiy den Japanern das siebente Gold dieser WM. Der 23-jährige Russe, der bei Grand Slam-Turnier schon zwei Siege über Dota Arai gefeiert hatte, bezwang auch im vorletzten Finale dieser WM den 20-jährigen Japaner mit Osaekomi (Festhalter) nach 3:27 Minuten, nachdem er zuvor schon mit Waza-ari geführt hatte. Somit auch zweites Gold für einen Russen nach dem Sieg von Timur Arbuzov bis 81 Kilo. Die Bronze-Kämpfe gewannen Gold-.Favorit Zelym Kostoiev (AZE) und Arman Adamian (IJF), der im Viertelfinale Kostoiev besiegt hatte.

Nach sechs WM-Tagen führt Japan (6/3/4) die Medaillenwertung souverän und uneinholbar an, gefolgt von den Judoka unter IJF-Flagge (2/0/2), Italien (2/0/0) sowie Frankreich und Georgien (je 1/1/1). Insgesamt 20 der 93 teilnehmenden Nationen haben schon Medaillen, weitere 15 stellen fünfte bzw. siebente Plätze für die Nationenwertung. Österreich ist unter den 58 Ländern, die in Budapest noch nicht angeschrieben haben. Warten und Hoffen auf den letzten „Movlikaner“ …

Foto: unser letzter "MOVLIKANER"! Hoffen auf Movli BORCHASHVILLI am Freitag - @IJF / Emanuele Di Feliciantonio  

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