Der neue Judostern

Er ist Russe, erst 21 Jahre alt und schon Welt- und Europameister bis 81 Kilo – Timur Arbuzov ist der neue Stern am Judo-Himmel. Und hofft, dass sich die weltpolitische Situation bis 2028 so weit verbessert hat, dass er zu Olympia nach Los Angeles darf. Während die beiden ÖJV-Judoka am Dienstag mit Auftakt-Niederlagen ausschieden, holte Japan das Double – schon die Goldenen Nummer 5 und 6.

Eigentlich kommt der junge Mann, der schon im April in Podgorica aufgefallen war und mit toller Technik seinen ersten EM-Titel geholt hat, aus dem Sambo. In diesem russischen Kampfsport wurde Timur 2018 Kadetten-Weltmeister. Aber im Verein wurde auch Judo gelehrt, und so begann er – animiert von seinem ebenfalls Kampfsport ausübenden Vater Denis – auch mit dem Judosport.

Dem aus der Region Krasnodar stammenden Arbuzov gelangen dann 2021 erste Erfolge auf der Judo-Matte – Kadetten-Europameister und Junioren-WM-Dritter. Und 2024 dann der Durchbruch bei den „Großen“ – erster Grand Slam-Sieg in Tiflis und Einzug ins WM-Finale von Abu Dhabi.

Dort war ihm der erste Georgier, der dreifacher Judo-Weltmeister (noch dazu hintereinander – 2022 bis 2024) wurde, Tato Grigalashvili nämlich, noch eine Nummer zu groß. „Nur“ Silber! Aber ein Jahr später gelang Arbuzov die Revanche – er löste den auch erst 25-jährigen Grigalashvili als Weltmeister der Klasse bis 81 Kilo ab.

„Das ging alles so schnell“, lachte Timur nach der Siegerehrung. „Aber jetzt bin ich der Gejagte, jetzt muss ich dagegen halten. Aber auf das freue ich mich schon. Hoffentlich geht alles ohne grobe Verletzung – ich will in drei Jahren bereit sein.“ Ob bis dahin schon der Krieg in der Ukraine beendet sein wird und Russen bei den Spielen wieder starten dürfen? …

Ein anderer Konflikt, jener zwischen Israel und dem Iran, betrifft auch die WM in Budapest. In den Klassen am Montag und Dienstag mussten (bereits ausgeloste) israelische Sportler w.o. geben – weil es derzeit keine Flüge von und nach Tel Aviv gibt, konnten diese Judoka nicht nach Budapest kommen. Man sucht nach Ausweich-Routen für die Schweren am Donnerstag. Dort hätte Israel mit Inbar Lanir (über 78 kg) die Nummer 2 der Welt am Start. Übrigens sitzen die bereits im Einsatz gewesenen Israelis in Budapest fest …

Niederlagen-Serie prolongiert

Auch am Dienstag gab es für das ÖJV-Team nichts zu holen – es folgten die Niederlagen sechs und sieben bei acht Kämpfen. Elena Dengg, die Junioren-Weltmeisterin 2024, unterlag bis 70 Kilo Margit De Voogd, ihr Klubollege Thomas Scharfetter (beide ESV Sanjindo) cerlor gegen Yahor Varapayeu (BLR) mit Ippon. Jetzt liegt es an Laurin Böhler (bis 100 Kilo / Mittwoch) und Movli Borchashvilli (über 100 Kilo / Donnerstag), die schlechteste WM für den ÖJV seit 16 Jahren abzuwenden. 2009 in Rotterdam hatte es bis dato letztmals keine Platzierung unter den Top 7 gegeben.

Am Dienstag war aber wieder Japaner-Tag – zweimal wurde deren Hymne gespielt. Bei den Männern gab es bis 90 Kilo sogar ein rein „nationales“ Finale – der Weltranglisten-Führende Sanshiro Murao bezwang Titelverteidiger Goki Tajima im Golden Score mit Hansokumake (drei Shidos). Bronze holten Eljan Hajiyev (AZE) und Luka Maisuradze (GEO). Bei den Frauen bis 70 Kilo hat Shiho Tanaka die kroatische Weltranglisten-Erste Lara Cvjetko im Golden Score besiegt und feierte ihren ersten WM-Titel. Bronze ging an Sanne Van Dijke (NED) und Miriam Butkereit (GER). In der Medaillenwertung liegt Japan (6/2/3) uneinholbar vorn, dahinter Frankreich und Georgien (je 1/1/1), die „neutralen“ IJF-Judoka (1/0/1) und Italien (1/0/0).

Foto: Timur ARBUZOV (weiß) entthronte Tato GRIGALASHVILI - @IJF / Tamara Kulumbegasvili

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