Alle drei draußen

Kein Erfolgserlebnis für Österreichs Judoka am zweiten Tag des Grand Slam-Turniers in Tiflis – alle drei schieden leider aus. Michaela Polleres (bis 70) und der Wiener Bernd Fasching (bis 81 kg) im Achtelfinale, Samuel Gaßner (73 kg) schon in der ersten Runde. Und die beiden, die am Sonntag noch im Einsatz sind, hatten zuletzt auf der IJF World Tour auch nicht angeschrieben …

Die Wimpassingerin Polleres, die vor zwei Wochen in Linz den Heim-Grand Prix gewonnen hatte, hat nach ihrem Comeback nach anderthalb Jahren mit dem Grand Slam noch nicht Frieden geschlossen. Nachdem die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin bei den Grand Slams in Tokio (Dezember) und Paris (Februar) ausgeschieden war, klappte es auch in ihrem dritten Turnier in der Königsklasse nicht. Allerdings war „Michi“ nach ihrer Erkältung noch geschwächt. Zunächst schlug die 28-Jährige Tuana Gulenay (TUR) knapp mit Waza-ari gegen Yuko, dann aber unterlag sie der Israelin Maya Goshen mit Yuko. Damit blieb die Niederösterreicherin leider unplatziert. „Im Nachhinein betrachtet war es ein Fehler, Michi zu einem Start zu bewegen. Wir haben gehofft, dass sie sich mit einer Platzierung in der Weltrangliste weiter verbessert, um bei der EM Mitte April – ebenfalls in Tiflis – fix gesetzt zu sein“, meinte ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch.

Auch Galaxy-Judoka Fasching, der nach seinem frühen Aus in Linz etwas gutmachen wollte, scheiterte – er bezwang bis 81 Kilo zwar zunächst den Kasachen Madi Amangeldi nach 1:24 Minuten im Golden Score mit Ippon (Ko-uchi-gari), verlor aber im Achtelfinale gegen den Bulgaren Georgi Gramatikov nach Yuko-Führung 51 Sekunden vor dem Ende mit einem umstrittenen Waza-ari (Bodenlage ja/nein?), der auf Ippon korrigiert wurde. Der Wiener konnte diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Aber eine Wiedergutmachung für den Ausrutscher in Linz war es so und so nicht. Snir-Bönisch dazu: „Bernd hätte nach seiner Yuko-Führung defensiver bleiben sollen, er war übermotiviert.“

Und auch der Mühlviertler Gaßner, wie Polleres nicht ganz fit, flog aus dem Bewerb bis 73 Kilo – der Olympiastarter von Paris 2024 musste gegen Angsarbek Gainullin (KAZ) die Segel streichen – 53 Sekunden vor dem Ende Ippon für einen Armhebel. Vor einem Jahr hatte der 24-jährige Oberösterreicher mit Bronze beim Grand Slam in Tiflis seine letzte Platzierung geholt. Danach schied er bei der WM und EM jeweils in Runde eins aus und blieb auch bei den Grand Prix´s im Zagreb und Linz, sowie beim Grand Slam in Paris unplatziert.

Am Samstag holten sich Judoka aus Italien, der Türkei, Japan und Russland die vier Klassensiege. Israel (2/1/1) führt in der Medaillenwertung vor der Türkei (2/0/0) und Russland (1/1/3). Vier weitere Nationen (FRA, ITA, JPN, KAZ) halten bei je einem Klassensieg.

Jetzt liegt es am Sonntag am Salzburger Thomas Scharfetter (trifft bis 90 Kilo auf Jame Duyck / BEL) und an Stephan Hegyi, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Der Wiener vom SC Hakoah bekommt es in der Klasse über 100 kg zum Auftakt mit Jakub Sordyl (POL) zu tun. Zuletzt hatte Hegyi auf der IJF World Tour im November beim Grand Prix in Zagreb als Dritter angeschrieben, in Paris und Linz blieb er aber unplatziert.

Alle Ergebnisse aus Tiflis findet ihr hier.

Foto: Leider keine Platzierung auch für Samuel GASSNER in Tiflis - @Judo Austria / Oliver Sellne

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