Mit zwölf Talenten, vier davon aus Wien, wird Judo Austria ab Montag in Las Palmas um Medaillen bei der Kadetten-EM kämpfen. Drei der vier Wiener Judoka kommen von Vienna Samurai, der vierte vom Judoklub Ratiborets. Und für alle gilt: sie sind gierig auf die EM! „Wir haben ein starkes Team, die eine oder andere Medaille sollte möglich sein“, hofft Nachwuchs-Nationaltrainer Martin Grafl. Auch Stars von heute (wie der russische Welt- und Europameister Timur Arbuzov) haben einst mit einem Unter-18-EM-Titel begonnen.
In diversen Turnieren haben sich auch die vier Wiener Judoka dank ihrer Leistungen und Ergebnisse für die EM auf der spanischen Urlaubsinsel Gran Canaria qualifiziert. Dazu gab es zahlreiche Trainingslager, zuletzt im kroatischen Porec. Dort konnte sich auch Wiens Landestrainer Norbert Stumpf über den aktuellen Leistungsstandard seiner Schützlinge ein Bild machen. Er stellt für „judo-vienna.at“ die vier Wiener EM-Starter vor:
Laura Sophie Kunyik (Vienna Samurai / bis 48 Kilo / kämpft Montag): „Laura war schon 2025 bei der Kadetten-EM, ist also die erfahrenste unserer vier. Sie hat eine perfekte Vorbereitung absolviert, hatte keine gröbere Verletzung.“
Helin Türk (Vienna Samurai / bis 52 Kilo / Dienstag): „Helin hatte eine Zeit Probleme mit ihren Fingern, nicht die gesamte Vorbereitung mitgemacht. Aber jetzt ist wieder alles okay, sie sollte bei der EM keine Probleme haben.“
Samad Murtazaliew (Vienna Samurai / bis 50 Kilo / Montag): „Samad ist unser Überraschungsei – sein unorthodoxer Stil kann alles bringen. Vom Ausscheiden in der ersten Runde bis hin zu einer Medaille. Das Potenzial dazu hat er.“
Sergios Samartzidis (Ratiborets / bis 60 Kilo / Montag): „Der Löwe unseres Teams. Beim Trainingslager in Porec wollte er eine angeordnete Trainingspause nicht wahrhaben, hat trainiert wie ein Berserker. Auch bei ihm ist alles möglich.“
Letztgenannter hat sich auch als Letzter der „Wiener Partie“ für die EM qualifiziert und könnte sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk machen – Samartzidis wird am Mittwoch 17 Jahre jung. Insgesamt wurden für diese Kadetten-EM 428 Judoka aus 43 Nationen genannt. Nach den Einzelbewerben folgt am Donnerstag noch der Mixed-Bewerb, bei dem die rot-weiß-rote Truppe eines von zwölf gemeldeten Teams sein wird.
Mit der Slowenin Ilariia Tsurkan (bis 63 Kilo) und der Türkin Hatice Tuana Balci (über 70 Kilo) sind zwei Weltranglisten-Erste der Kadetten dabei. Aber schon auf Platz 2 findet sich Selina Wögerer (ASKÖ Fairdrive Leonding / bis 70 Kilo), die auch als Österreichs heißestes Eisen im Feuer gilt. Bei den Burschen sind die Judoka aus Aserbaidschan, vor allem in den unteren Klassen, zu beachten. Deren Athleten haben bei den letzten fünf Kadetten-Europameisterschaften in den drei untersten Kategorien nicht weniger als 11 von 15 möglichen Goldenen geholt.
Foto: Die vier Wiener EM-Starter (von links): Laura Sophie KUNYIK, Helin TÜRK, die mittrainierende Leonie BAYR, Trainer Norbert STUMPF, Sergios SAMARTZIDIS und Samad MURTAZALIEW - @zVg JLVW
