In den Sommerschlaf

Drei von fünf möglichen Siegen – die japanischen Judoka waren auch am ersten Tag des Grand Prix-Turniers in Qingdao (CHN) das Maß aller Dinge. Und Superstar Hifumi Abe, zweifacher Olympiasieger und vierfacher Weltmeister, feierte in der Klasse bis 66 Kilo einen ungefährdeten Sieg. Jetzt begibt sich der 28-Jährige in den Sommerschlaf – man wird ihn erst wieder bei der WM im Oktober in Baku auf der Matte sehen. Samstag und Sonntag sind in Qingdao auch je drei rot-weiß-rote Judoka im Einsatz.

Es ist wie bei einer Safari oder beim „Wale Watching“ – man muss oft lange warten, bis man die Tiere sehen kann. Das „Tier“ Abe ist sozusagen der Protagonist der „Judo-Safari“. Zwar hat man den kleinen Japaner heuer schon beim Grand Slam in Taschkent Ende Februar siegen sehen, auch am Freitag in Qíngdao mit fünf Kampferfolgen (wobei es im Finale gegen den Kasachen Gusman Kyrgyzbayev mit Yuko bei 2:2 Shidos recht eng war), aber der Star macht sich jetzt wieder rar. „Ich lasse die weiteren Turniere bis zur WM aus, kämpfe erst wieder im Oktober in Baku“, ließ Abe in der Interview-Serie „Golden Score“ auf „JudoTV.com“ wissen. Im IJF-Ranking war der Japaner vor Qingdao an dritter Stelle zu finden.

Ein anderer Star des Welt-Judo ist wohl im Sommer- UND Winterschlaf – denn Teddy Riner hat sich seit seinem dritten Olympiasieg vor bald zwei Jahren in seinem Pariser Wohnzimmer überhaupt nicht mehr blicken lassen. Daher ist der 37-jährige Franzose im IJF-Ranking schon auf Platz 42 abgerutscht. Er wird zeitgerecht auf die Matte zurückkehren MÜSSEN, will er sich noch einmal für Olympische Spiele qualifizieren. Vielleicht bei einem der Grand Slams, Ende August in Lausanne oder im September in Budapest, sozusagen als Vorbereitung für Baku. Dann sind es schon unglaubliche 19 Jahre, dass der „Judo-King“ 2007 in Rio als 18-Jähriger seinen ersten von insgesamt elf WM-Titeln feiern durfte.

Zurück zum Qingdao-Grand Prix: Japan (3/0/1) führt nach dem ersten Wettkampftag die Medaillenwertung klar an, dahinter China (1/0/1) und Turkmenistan mit einem Überraschungsgold durch Maysa Pardayeva, die bis 57 Kilo für den ersten Grand Prix-Sieg einer turkmenischen Frau gesorgt hat. Am Samstag sind drei rot-weiß-rote Judoka im Einsatz. Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo), die vorige Woche beim Grand Slam in Ulaanbaatar Bronze geholt hatte, Michaela Polleres (JC Wimpassing / bis 70 Kilo) und Bernd Fasching (Judozentrum Galaxy / bis 81 Kilo). Der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) ist am Sonntag (ab 4 Uhr MESZ) im Einsatz,

Alle Ergebnisse aus Qingdao findet ihr hier.

Foto: Hifumi ABE im Finale von Qingdao. Jetzt geht er in den Sommerschlaf - @IJF / Emanuele di Feliciantonio

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