„Maitre“ Riner kehrt mit Masters-Sieg zurück

Der Bär ist wieder los! Superstar Teddy Riner (FRA) kehrte erfolgreich auf die Judo-Matte zurück! „Maitre“ Riner gewann beim Masters in Doha die Gewichtsklasse über 100 Kilo mit einem Finalsieg über Vize-Europameister Inal Tasojew (RUS). Leider schied der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) in der selben Klasse ebenso in Runde eins aus wie Laurin Böhler (LZ Vorarlberg/bis 100 Kilo). Damit wurde das Ziel des neuen ÖJV-Headcoach Yvonne Bönisch, „eine Medaille“, bei ihrem Debüt verfehlt. Die Wienerin Magda Krssakova als Fünfte bis 63 Kilo und der Welser Shamil Borchashvili als Siebenter bis 81 Kilo waren Lichtblicke, die anderen vier ÖJV-Judoka waren weit von einer Medaille entfernt …

Hegyi musste sich über 100 Kilo dem Tadschiken Temur Rakhimov nach 28 Sekunden im Golden Score mit Waza-ari geschlagen geben. In der regulären Kampfzeit wirkte der zweimalige EM-Dritte besser, sein Gegner handelte sich zwei Shido-Strafen ein. Doch in der Verlängerung gelang Rakhimov ein Beinfeger (Okuri-ashi-barai), der zur Entscheidung führte. Hegyi wirkte dabei zu lässig, nicht voll konzentriert. Noch kürzer stand Böhler auf der katarischen Judomatte. Der Vorarlberger zog nach nur 20 Sekunden mit Ippon (Festhalter nach Waza-ari-Wurf) gegen den Franzosen Alexandre Iddir den Kürzeren.

Auf die neue Cheftrainerin des ÖJV wartet bis Olympia (ab 24. Juli) noch viel Arbeit! Die Höhepunkte davor sind die EM (16. bis 18. April) in Lissabon, die WM (3. bis 10. Juni) in Budapest und diverse Grand Slam- und Grand Prix-Turniere. Aber einige im ÖJV-Team, neben Hegyi auch Michaela Polleres (bis 70 Kilo), werden sich bis zum Sommer um einiges steigern müssen, um bei Olympia nicht nur dabei zu sein. Bleibt zu hoffen, dass Bernadette Graf (bis 78 Kilo) bald wieder fit sein wird – die Tirolerin, Olympia-Fünfte von Rio 2016, fehlte in Doha wegen ihrer langwierigen Verletzung.

Der mit Spannung erwartete Auftritt des 10-fachen Weltmeisters Riner endete mit dem Triumph des französischen Olympiasiegers von 2012 und 2016, der offenbar einige Kilos abgenommen hat. Anfangs tat sich Riner in der Klasse über 100 Kilo gegen den WM-Dritten Roy Meyer (NED) ziemlich schwer. Zuerst ein Waza-ari, 33 Sekunden vor dem Ende Ippon für den 2,05-m-Riesen, der es in Runde zwei eiliger hatte. Ippon nach 1:49 Minuten gegen den Georgier Gela Zaalishvili, der sich bei einem Schulterwurfansatz (Seoi Nage) selbst in einen Würgegriff drehte und aufgeben musste. Im Pool-Finale siegte der Superstar gegen Tamerlan Baschajew (RUS) nach 2:33 Minuten ebenfalls mit Ippon. Im Semifinale musste er gegen den Ukrainer Yakiv Khammo über die Zeit gehen, gewann aber mit Waza-ari. Das Finale gegen Tasojew wurde aber leider kein Höhepunkt. Der Russe konnte nicht angreifen, Riner wollte offenbar nicht – fast logisches Ende: Disqualifikation von Tasojew nach dem dritten Shido.

Was gab es sonst am letzten Masters-Tag in Doha? Von den drei regierenden Weltmeistern, die am Mittwoch im Einsatz waren, setzten sich mit Madeleine Malonga (FRA/bis 78 kg) und Noel Van T´End (NED/bis 90 kg) zwei durch, Portugals 100-Kilo-Champion Jorge Fonseca hingegen musste sich mit Platz 5 begnügen. In der End-Medaillenwertung siegte Frankreich (5/1/1) vor Südkorea (3/0/0), Japan (2/5/0) und Georgien (2/1/2), übrigens mit Gold für den Mühlviertel-Legionär Varlam Liparteliani. Je einmal Gold holten die Niederlande und der Kosovo. Österreich scheint nur in der Nationenwertung auf, in der auch 5. und 7. Plätze gewertet werden. Unter 69 Nationen gab es Rang 21.

Alle Ergebnisse aus Doha findet ihr hier.

Foto oben: Ein Wurfansatz von Teddy RINER (in blau) im Semifinale gegen den Ukrainer Khammo – im Finale gab es einen solchen nicht … @IJF/Emanuele Di Feliciantonio

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