Auch wenn es – aus bekannten Gründen – nicht jene Staatsmeisterschaft war, die als die erfolgreichste für Wien in die Geschichte eingehen wird – für einen war sie es: Alexander Bluhme von SU Karuna Wien, der einzige Wiener Staatsmeister von Oberwart, Klasse bis 66 Kilo. Eine Premiere für den 21-Jährigen, der alle drei Kämpfe Ippon gewann und dafür nur insgesamt 4:12 Minuten benötigte. Gefeiert wurde im nahen Eissalon – zuerst heiß auf Gold, dann heiß auf ein verdientes Eis …
Der Arbeitstag für den angehenden Polizisten begann mit einem Freilos. Dann besiegte er seine beiden Gegner Paul Bosch (PSV Salzburg) nach 58 Sekunden und im Semifinale Michael Hacksteiner (Sanjindo Bischofshofen) nach 2:23 Minuten jeweils mit Sode Guruma (Würgegriff) mit Ippon. Und im Finale gegen Shujo Iskandarov (Rapso Linz) knallte er seinen Kontrahenten nach nur 51 Sekunden mit einem Ausheber auf die Matte. „Er hat in der Südstadt und auch bei uns im Verein eine vielseitige Ausbildung erfahren“, weiß Klubtrainer Henrik Schwam, der auch noch am Tag nach dem Triumph seines Schützlings „gezeichnet“ war.
„Wir sind dann wieder nach Litzelsdorf gefahren, wo wir vor der Meisterschaft übernachtet haben“, sagt Schwam. „In die Konditorei, wo sie das Eis selber machen. Alex hat das verdient, ich bin stolz auf ihn“, sagt der Karuna-Cheftrainer. Zuerst heiß auf Gold, dann das verdiente Eis – aber nicht viel mehr. „Ich hab nicht viel gefeiert, war nach dem Wettkampf müde“, sagt Bluhme, der – wie übrigens auch Michaela Polleres – die Polizei-Schule absolviert. „Er will die Ausbildung schneller machen als Michi“, will Schwam wissen.
Nach seinem österreichischen Unter-18-Titel vor vier Jahren in Wattens war der Triumph in Oberwart der zweite, bei dem er die Medaille am obersten Podest in Empfang nehmen durfte. Im Vorjahr war er noch im Finale am Steirer Marcus Auer, der seine Karriere beendet hat, gescheitert. Heuer durfte Bluhme beim Heim-Grand Prix in Linz IJF World Tour-Luft schnuppern, verlor dort aber wenig überraschend in der ersten Runde. Im Mai wurde er beim Austria-Cup in Zeltweg Dritter.
Und wie geht es jetzt für Alex weiter? Geht sich gar noch eine internationale Karriere aus? Ist es mit 21 noch nicht zu spät? All das werden die nächsten Wochen zeigen. Als Staatsmeister wird er aber sicher von ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch zu einem der nächsten A-Kader-Trainings eingeladen. Da wird´s jahreszeit-bedingt, vielleicht kein Eis mehr eben – aber heiß auf den nächsten Erfolg auf der Judomatte ist Alex sicher …
Foto: Alexander BLUHME (weißer Judogi) im - nur 51 Sekunden dauernden - Finale von Oberwart - @Judo Austria / Oliver Sellner
