Sag´s durch die „Bluhme“! Bei der Staatsmeisterschaft in Oberwart verhinderte Alexander Bluhme (SU Karuna Wien) mit seinem ersten Titel bis 66 Kilo eine Nullnummer für Wien. Er besiegte im Finale Shujo Iskandarov (Rapso Linz) nach nur 51 Sekunden mit einem herrlichen Ippon! Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 Kilo) holte Silber, dazu gab es zweimal Bronze – es war zumindest eine Schadensbegrenzung für die Wiener Judo-Gilde.
Bluhme war 2024 Dritter und im Vorjahr Zweiter – jetzt ist der Medaillensatz voll, ist der erste Staatsmeistertitel geschafft! Nicht nur für ihn, sondern auch für den Klub, der seit 1998 von Henrik Schwam geführt wird. „Ein historischer Tag für SU Karuna Wien“, jubelte der Judo-Fanatiker. Der 21-jährige, angehende Polizist machte es möglich. Das Finale war schneller aus als es Bluhme selbst erwartet hatte. „Der Linzer ist stark. Ich wusste, er will mir an den Körper gehen. Ich ging vorsichtig in den Kampf, aber nützte meine erste Chance optimal“, lachte Alexander, der Lunte gerochen hat. „Vielleicht schaffe ich jetzt den Sprung auf internationale Matten.“ Und sein Trainer Henrik hat schon das Ziel für 2027 ausgegeben: „Da wollen wir zwei oder drei Staatsmeistertitel holen!“ Wichtig sei für ihn auch der dritte Platz seines Schützlings Yann Ornik (bis 60 Kilo) gewesen. „Das motiviert für neue Aufgaben.“
Auch Bayr verbesserte sich – von Bronze zu Silber. Die 20-Jährige musste sich im Finale der routinierten Lisa Tretnjak (SU Raiffeisen Leibnitz) nach 1:20 Minuten im Golden Score mit Osaekomi (Festhalter) geschlagen geben. Leonies Klubkollrgin Laura Sophie Kunyik (bis 48 Kilo) wurde wie Ornik Dritte. Alle vier Wiener Medaillen gingen also an zwei Vereine – Samurai und Karuna. Dazu gab es für die Bundeshauptstadt-Judoka einen vierten und zwei siebente Plätze. Es ist trotzdem das schlechteste Abschneiden Wiens bei einer Staatsmeisterschaft seit mehr als einem Jahrzehnt. Seit 2017 hat es immer zumindest zwei, einmal sogar acht, Titel gegeben.
Die Vorzeichen für diese Titelkämpfe standen allerdings denkbar schlecht. Stephan Hegyi (SC Hakoah) verletzt, Laura Kallinger (Judoring Wien) und kurzfristig auch Jacqueline Springer (Vienna Samurai) erkrankt, dazu die Abwanderung von Galaxy nach Niederösterreich. Es war von Beginn an klar, dass die Resultate der letzten Jahre unerreichbar sein würden. Aber dass Wien ohne Meistertitel nach Hause hätte fahren müssen, das hat es bei der Staatsmeisterschaft noch nie gegeben. Mit Galaxy wären in Oberwart zweimal Gold (also drei insgesamt), einmal Silber (gesamt zwei) und dreimal Bronze (total fünf) dazu gekommen …
Oberösterreich (4/5/7) gewann die Bundesländerwertung vor Niederösterreich (4/3/7) und Salzburg (3/2/3). Hinter der Steiermark (2/2/1) landete Wien (1/1/2) an ungewohnter fünfter Stelle. Nur diese fünf Bundesländer eroberten Goldene. In der Klubwertung blieb UJZ Mühlviertel (3/1/2) vor Galaxy-Judozentrum (2/1/3) und Sanjindo Bischofshofen (2/0/2). SU Karuna wurde Neunter, Vienna Samurai kam auf den 13. Platz. Insgesamt nahmen 154 Judoka aus 40 Vereinen in Oberwart teil.
Am Rande der Meisterschaft wurden zwei verdiente Wiener Funktionäre und Trainer ausgezeichnet. Paul Fiala, langjähriger ÖJV-Generalsekretär, erhielt den 7. Dan verliehen, Masaaki Ueda den 8. Dan. Der aus Japan stammende Ueda war jahrelang Judoka des JC Manner Wien, Staatsmeister, und später Trainer des Leistungsmodells Südstadt. Wir gratulieren beiden sehr herzlich!
Alle Ergebnisse aus Oberwart findet ihr hier.
Foto: Karuna-Trainer Henrik SCHWAM, Staatsmeister Alexander BLUHME, Leonie BAYR, Laura Sophie KUNYIK, Yann ORNIK und Samurai-Trainer Norbert STUMPF (von links) - @JLVW / zVg



