Eins statt zwei, zwei statt eins

Beim zweitgrößten Judo-Ereignis des Jahres in Österreich, nach dem Linzer Grand Prix, geht es am Samstag in Gmunden (ab 14.30 Uhr) um die Titel in der Bundesliga – ja, um „die“ und nicht um „den“. Denn erstmals sind auch die Frauen mit ihrem Final Four dabei, und deshalb sind zwei Wiener Mannschaften statt normalerweise eine im Einsatz. Die Allianz Kukla Galaxy Tigers kämpfen um ihren elften Titel, die Frauen von Vienna Samurai / WAT Stadlau wollen „das, was geht“. Und das alles in einem statt bisher zwei Durchgängen, aber mit zwei statt einem Wiener Team …

„Es ist höchste Zeit, dass wir Frauen Teil dieser Veranstaltung werden“, sagt Narges Mohseni, die Trainerin von Vienna Samurai / Wiener ASKÖ Team Stadlau. „Bisher hatten wir unsere Finalrunde gemeinsam mit der Schülerliga, das war frustrierend.“ Die Kampfgemeinschaft aus Wien, gebildet mit Judoka aus den beiden befreundeten Vereinen, hat ihr Saisonziel mit dem Sprung unter die Top 4 schon erreicht. „Wir können in Gmunden nur gewinnen, schauen einfach, was möglich ist“, sagt Mohseni, die vor allem auf ihre routinierteste Judoka setzt. Jacqueline Springer ist mit 24 Jahren auch die älteste der Truppe, die sich sonst nur aus Nachwuchstalenten zusammensetzt. Im Semifinale treffen die „Samstads“ auf SU Noricum Leibnitz, gegen das es im Grunddurchgang ein 2:4 gegeben hatte. „Aber die Kämpfe waren allesamt sehr knapp“, sagt Narges. Am vergangenen Wochenende trainierte die Truppe mit dem Wiener Nachwuchs, auch zum Thema „Teambuilding“, am Freitag folgt noch ein gemeinsames Abschlusstraining. Sollte – übrigens ohne Legionärinnen – der Semifinal-Sieg gegen Leibnitz gelingen, dann hieße der Finalgegner UJZ Mühlviertel oder ASKÖ Reichraming. Hieße, wohlgemerkt …

Bei den Männern strebt Serienmeister Allianz Kukla Galaxy Tigers seinen elften Titel seit dem ersten 2013 an. Damit würde man mit Rekordmeister UJZ Mühlviertel gleichziehen, der in Gmunden die erste Hürde ist. Und mit Sicherheit eine höhere als im Grunddurchgang (11:3 für Galaxy). Denn die Oberösterreicher kreuzen mit ihren bewährten internationalen Legionären und einem Wiener auf – Stephan Hegyi wird im Schwergewicht wohl auf Movli Borchashvilli treffen, was eine Neuauflage des Finalkampfes bei der Staatsmeisterschaft bedeuten würde. Bei den Tigers wird der Moldauer Denis Vieru, Olympia-Dritter von Paris 2024 und Europameister 2023 (bis 66 Kilo) – auf die Matte steigen, und, wie Trainer Thomas Haasmann verrät, „noch ein 60er“. Der muss aber zumindest einmal im Grunddurchgang schon eingesetzt worden sein. „Es bleibt kein Platz mehr zum Taktieren. Und mit der Entscheidung, in nur einem Durchgang zu kämpfen, nimmt man uns auch den letzten Spielraum. Die tun alles, dass wir nicht mehr Meister werden“, schimpft der Galaxy-Coach auf die Veranstalter. Man habe sich trotzdem gut auf das Final Four vorbereitet, war zehn Tage im Höhencamp im Kühtai. „Peter Lichtblau hat uns ermöglicht, dass wir in Wattens auf der Tatami trainieren können“, bedankt sich „Haasi“ beim Tiroler Klubchef. Und Kondi-Trainer Sep Resnik sei im Kühtai „auch sehr wertvoll“ gewesen. Übrigens: Bernd Fasching, der zuletzt Probleme mit seinem Ellbogen hatte, ist wieder fit. Bei einem Sieg über Mühlviertel ginge es im Finale gegen den Sieger aus Multikraft Wels (dessen Manfred Dullinger als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet wird) gegen ESV Sanjindo Bischofshofen. Es wird mit Sicherheit spannend!

Zeitplan Final Four 2024 – Samstag, 30. November 2024 – Sporthalle Gmunden:

  • 13:00 UhrAbwaage
  • 14:30 Uhr: 1. Frauen-Semifinale: UJZ Mühlviertel (u.a. mit Mikota, Peherstorfer, Schlögl, Summer) – Askö Reichraming (Muntsurova, Starzer, Wöss)
  • 15:15 Uhr: 1. Männer-Semifinale: LZ Multikraft Wels (Borchashvili, Kaserer, Leutgeb, Sulamanidze/GEO) – ESV Sanjindo Bischofshofen (Auer, Lesiuk/UKR, Niederdorfer, Scharfetter, Zgank/TUR)
  • 16:30 Uhr: 2. Frauen-Semifinale: SU Noricum Leibnitz (Hiden, Mairhofer, Tretnjak) – Team Samurai/Stadlau (Amann, Bayr, Springer, Wernert)
  • 17:15 Uhr: 2. Männer-Semifinale: Allianz Kukla Galaxy Tigers (Magamed, Movli Borchashvilli, Fasching, Tsjkadoea/NED, Vieru/MDA) – UJZ Mühlviertel (Adamyan, Hegyi, Kukolj/SRB, Nyman/SWE)
  • 19:15 Uhr: Frauen-Finale
  • 20:15 Uhr: Männer-Finale (live auf ORFSport+)
@privat
Foto: Eine verschworene Kampf-Gemeinschaft: die Judo-Girls von Samurai / Stadlau – @privat
Titelfoto: So jubelten die Galaxy Tigers im Vorjahr über ihren zehnten Titel - @Judo Austria / Oliver Sellner

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