Er ist erst 22 Jahre und schon in der Weltspitze. Er ist erst 22 Jahre und hat schon zwei ehrenvolle Titel – vor zwei Jahren „Mister Bundesliga“, im Vorjahr „Österreichs Judoka des Jahres“. Und er ist der einzige Athlet, der 2025 beim Heim-Grand Prix als Dritter bis 81 Kilo den Sprung aufs Podest geschafft hat – der Weg von Bernd Fasching (Galaxy Tigers) ist vorgezeichnet. Jetzt will der Wiener am Samstag in der Tips-Arena seinen Vorjahrserfolg bestätigen, aber Bernd will heuer noch mehr. Endlich eine „große Medaille“ …
Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner ersten Medaille auf der IJF World Tour, nämlich Bronze in Linz bis 81 Kilo, freut sich Fasching schon auf das heurige Turnier. „Es kommt wieder meine Familie, alle meine Freunde. Ich will in Linz meinen Trend bestätigen“, sagt der 22-Jährige, der nach seinem Erfolg 2025 auf der Gugl Bronze bei der Unter-23-EM in Chisinau holte und sich im November mit dem Finaleinzug beim Grand Prix in Zagreb selbst das schönste Geburtstagsgeschenk machte. Leider musste sich Bernd damals dem Franzosen Arnaud Aregba geschlagen geben, sicherte sich aber sein erstes Silber auf der World Tour. Und heuer startete Fasching mit Rang 5 beim Pariser Grand Slam im ehrwürdigen Judo-Kulttempel von Bercy, schrammte so an seiner ersten Medaille bei einem Grand Slam nur durch ein Yuko des Kasachen Abylaikhan Zhubanazar denkbar knapp vorbei.
Eine Medaille bei einem Grand Slam ist Faschings erklärtes Ziel für dieses Jahr. Aber er träumt von mehr: „Ich will jetzt auch eine Medaille bei einem großen Event, bei der Europameisterschaft und, wenn geht, auch bei der WM“, sagt der 81-Kilo-Mann, der derzeit mit dem Gewicht machen kein Problem hat. „Ich hab so 84, 85 Kilo, mit dem Schwitzanzug am Tag vor der Abwaage komme ich gut auf die 81 Kilo“, sagt der Wiener. Damit sind (vorerst) alle Gerüchte aus der Welt geräumt, Fasching könnte schon bald in die 90er-Klasse wechseln. Auch ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch setzt auf einen Fasching mit 81 Kilo: „Ich denke, bis 2028 Los Angeles wird es, mit einem guten Ernährungsplan, keine Probleme geben, das Gewicht zu halten.“
„Ich bin topfit und in bester Form“, sagt Fasching vor dem Heim-Grand Prix – bei dem er auf starke internationale Konkurrenz treffen wird. Titelverteidiger Antonio Esposito (ITA) ist topgesetzt, dahinter mit Zaur Dvalashvili einer der starken Georgier. Und dann wartet schon Zhubanazar, gegen den Bernd eine Revanche für Paris will: „Ich werde es versuchen, mein Bestes geben.“ Technisch hat es Fasching ja drauf, aber er muss noch den Griffkampf verbessern, um für seinen Ura-Nage näher an den Körper des Gegners zu kommen. „Die wissen schon, was ich machen will. Daher versuchen alle, mich auf Distanz zu halten. Wir arbeiten daran, eine Lösung zu finden“, will Bernd nicht allzu viel verraten. Übrigens: In Faschings Kategorie bis 81 Kilo sind 50 Judoka gemeldet, auch drei weitere rot-weiß-rote Athleten. Einer von ihnen ist Klubkollege Magamed Borchashvilli von den Galaxy Tigers.
Die Auslosung am Donnerstag wird sich der „Judoka des Jahres 2025“ wohl anschauen, aber Fasching ist keiner, der sich ausrechnet, wie es im Pool weiter gehen könnte. „Ich fokusiere mich immer auf den nächsten Kampf. Erst dann, wenn ich den gewonnen habe, befasse ich mich mit dem nächsten Gegner.“ Step by step – so, wie bisher Bernds Judo-Karriere verläuft. Step by step nach oben!
Foto: Bernd FASCHING war 2025 nach Bronze in Linz gefragter Interview-Partner - @Judo Austria / Oliver Sellner
