Drei Wiener nach Prag – drei müssen passen

Im 10-köpfigen ÖJV-Aufgebot für die schon zweimal verschobene EM in Prag (19. bis 21. November) stehen drei Wiener Judoka – aber drei ÖJV-Asse, darunter zwei Wiener, müssen leider passen. In Prag dabei sind Magda Krssakova (JC Sirvan/bis 63 kg), Marko Bubanja (Volksbank Galaxy Tigers/bis 90 kg) und der zweifache EM-Bronzemedaillengewinner über 100 Kilo, Stephan Hegyi (SC Hakoah). Wegen Verletzung mussten neben der Tirolerin Bernadette Graf (bis 78 kg) leider auch zwei Wiener absagen: Die beiden Galaxy-Kämpfer Mathias Czizsek (73 kg) und Johannes Pacher (90 kg). Absoluter Star ist bei seiner Heim-EM der tschechische Olympiasieger, zweifache Weltmeister und dreifache Europameister Lukas Krpalek (Bild @Gabriela Sabau/IJF) in der Klasse über 100 Kilo.

Neben der Langzeit-Verletzten „Bernie“ Graf hat es auch zwei Wiener getroffen. „Jo“ Pacher hat sich beim Grand Slam in Budapest Ende Oktober den Ellbogen verletzt (Fast-Abriss des Seitenbandes). „Die Therapie hat gut angeschlagen, die Schmerzen sind abgeklungen. Aber würde ich in Prag starten, wäre wohl eine Ellbogen-Operation unumgänglich. Und das will ich nicht riskieren“, sagt der 90-Kilo-Mann. Und auch für Czizsek, der bei der Unter-23-EM in Porec Montag wegen einer Schulterverletzung nicht an den Start gehen konnte, ist die EM-Teilnahme unmöglich. „Mit der lädierten Schulter kommt die EM jetzt für mich noch zu früh. Ein Antreten würde keinen Sinn machen“, sagt der 22-jährige Wiener.

Österreich hat dennoch heiße Eisen im Feuer. Etwa die Weltranglisten-Vierte Michaela Polleres (JC Wimpassing/bis 70 kg) oder die zweifache Europameisterin Sabrina Filzmoser aus Wels (bis 57 kg) – und „Riesenbaby“ Hegyi, der bei den beiden letzten Europameisterschaften 2018 in Tel Aviv und 2019 in Minsk jeweils Bronze im Einzel- und im Vorjahr auch Bronze im Teambewerb erkämpft hatte. Um wieder aufs Podest zu klettern, müsste sich Hegyi aber gegenüber seiner Leistung beim Grand Slam in Budapest steigern und darauf hoffen, nicht zu früh auf Krpalek zu treffen. Der tschechische Judo-Star hatte zuletzt in Ungarn gefehlt, da er positiv auf das Corona-Virus getestet war. In Prag sollte wieder alles klappen.

Apropos Corona: Die EM in Prag wird unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ausgetragen. Für die Delegationen geht´s vom Flughafen zum Hotel, und dann nur noch zur Halle und wieder zurück. Zuschauer sind nicht zugelassen – sollten Sie schon Tickets haben, müssen Sie das Geld zurückfordern. Und wegen Corona wurde auf der IJF-Tour auch schon das für Anfang Dezember geplante Grand Sam-Turnier in Zagreb abgesagt. Nächster World Tour-Stop ist somit das Masters, das Mitte Jänner 2021 in Katar stattfinden soll.

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