Das Los des Losens

„Ein Hammerlos“, wenn´s ganz schlimm ist. Oder „machbar“, wenn´s eher gut aussieht. Nach den Auslosungen bei Judo-Turnieren gibt es immer diese Kommentare. Es ist das Los des Losens. Das gilt auch für den am Freitag (schon um 9 Uhr!) beginnenden Heim-Grand Prix in der Linzer Tips-Arena. Am ersten Tag sind drei Wiener Judoka im Einsatz: Bei den Frauen Laura Kallinger (Judoring / bis 57 Kilo) bzw. bei den Männern die beiden SU Karuna-Talente Yann Ornik (bis 60 Kilo) und Alexander Bluhme (bis 66 kg).

Kallinger bekommt es in der ersten Runde der 57er-Klasse mit der Italienerin Thauany David Capanni Dias zu tun. Die Wienerin ist leichte Favoritin, als Nummer 109 im IJF-Ranking ist sie 55 Plätze vor ihrer ersten Gegnerin. Bei einem Sieg würde Mariana Esteves aus Guinea warten. Also, siehe oben, „machbar“. Ornik trifft in der 60-Kilo-Klasse nach einem Freilos auf Aman Bakytzhan (KAZ), sein Karuna-Kollege Bluhne eine Kategorie höher (66) muss noch warten. Es droht Ruslan Pashayev (AZE), die aktuelle Nummer 6 der Welt. Aber für die beiden Wiener ist Linz eine Gelegenheit, in so ein Turnier auf der World Tour einmal hinein zu schnuppern.

Aber wer sind die Auftaktgegner unserer beiden gesetzten Judoka am Samstag? Bernd Fasching (Galaxy Tigers), im Vorjahr Grand Prix-Dritter in Linz und heuer an Nummer 7 gesetzt, kennt ihn noch nicht. Er bekommt den Sieger aus dem Duell Vusan Galadarzade (AZE) gegen Takashiro Yamashina, mit 20 Jahren einer den jungen, aufstrebenden Talente aus Japan. Gegen Galadarzade hat Bernd schon einmal gewonnen, der Japaner feiert sein Debüt in der Allgemeinen Klasse. Eine mögliche Hürde auf dem Weg zum Poolsieg könnte der starke Schweizer Aurelien Bonferroni werden, der als 34. im Ranking nur acht Plätze hinter Fasching ist.

Die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres (JC Wimpassing – als 5 gesetzt) bekommt es zum Auftakt in der Kategorie bis 70 Kilo mit der Tschechin Anna Skalska zu tun – es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden auf der World Tour. Und die Wienerin Magda Krssakova, die in die Polleres-Gewichtsklasse gewechselt ist, wartet bei ihrem Comeback nach fast zwei Jahren auf die Britin Katie-Jemima Yeats-Brown, aktuelle Nummer 35 der Welt.

Also, „machbar“? ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch formuliert es so: „Die Auslosung für Polleres und Fasching ist absolut machbar – beiden ist bei guter Tagesform ein Platz am Podium zuzutrauen. Und auch Samuel Gaßner darf mit seinem Los mehr als zufrieden sein,“ Der Mühlviertler ist am Samstag bis 73 Kilo an der Reihe – er muss aber auf seinen Gegner noch warten. Freilos!

Nach der Auslosung steht nun die genaue Teilnehmerzahl fest: An der vierten Auflage des Heim-Grand Prix in der Tips-Arena wurden 479 Judoka aus 59 Nationen in die 14 Gewichtsklassen eingeteilt. Wir sind vor Ort und berichten ab Freitag Mittag umfassend.

Foto: Die erste Wienerin, die Freitag beim Linzer Grand Prix kämpft: Laura KALLINGER - @Judo Austria / Oliver Sellner

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