Der Größte fehlt

Er ist nicht nur seiner Körperstatur wegen (2,05 Meter/140 Kilo) der Größte, sondern mit fünf Olympiasiegen (drei im Einzel, zwei im Mixed) und 11 WM-Goldenen auch der erfolgreichste Judoka aller Zeiten. Doch der Größte fehlt am Schlusstag der Einzelbewerbe der WM in Baku – Teddy Riner, 37, Frankreichs Superstar, ist verletzt, wird erst 2027 auf die Tatami zurückkehren (müssen). Denn selbst ein Judo-Gott wie er muss sich für Olympische Spiele erst qualifizieren …

Riner hatte ursprünglich vor, als Vorbereitung auf die WM in Baku beim Grand Prix in Lima und bei den Grand Slam-Turnieren Ende August in Lausanne und Mitte September in Budapest auf die internationalen Matten zurückzukehren. Denn im Moment scheint Teddy, weil er seit Olympia 2024 nicht mehr auf der IJF World Tour aufgetaucht war, nicht einmal in der Weltrangliste auf – er hat null Punkte! Doch dann verletzte sich Riner im Training an der Schulter, sagte ein Turnier nach dem anderen ab und jetzt auch die WM. „Ich bin nicht mehr der jüngste, will nichts riskieren“, wird der Superstar in der französischen Sportzeitung „L´Equipe“ zitiert.

Der 37-Jährige, der von 2010 an zehn Jahre lang in 154 Kämpfen ungeschlagen geblieben war und ausgerechnet beim Pariser Grand Slam 2020 vom Japaner Kokoro Kageura im Achtelfinale besiegt worden war, will nach drei Olympiasiegen im Einzel (2012, 2016, 2024) und zwei Mixed-Siegen über Japan (2021 und 2024) noch einmal zu Olympia und nach 2028 Los Angeles seine sportliche Karriere beenden. Er hat in Frankreich „Denkmal-Status“ – bei den Spielen im eigenen Land eilte sogar Staatspräsident Emmanuel Macron in die Pariser Halle, um Teddy zu sehen und ihm als Erster zu gratulieren.

Doch mittlerweile plagen den am 7. April 1989 in Guadeloupe geborenen

Doch mittlerweile plagen den am 7. April 1989 in Guadeloupe geborenen Riner andere Probleme, Nachdem er sich Mitte September in einer TV-Sendung politisch geäußert und sich gegen einen Rechtsruck ausgesprochen hatte, schwappte ihm eine Hasswelle im Internet entgegen. Riner hatte in der Sendung von seiner „Angst vor dem Aufstieg der extremen Rechten“ gesprochen, die ihn in Panik versetzen würden. Daraufhin war die Judo-Ikone in rechtsextremen Medien und in sozialen Netzwerken angegriffen worden. Riner hat vor, nach seiner Judo-Karriere in die Politik einzusteigen.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Cybermobbings und öffentlicher rassistischer Beleidigung eingeleitet. Die Behörde habe die Ermittlungen von sich aus aufgenommen, nachdem sie die Veröffentlichung „zahlreicher hasserfüllter Online-Beiträge“ gegen den Sportler, auch wegen seiner Hautfarbe, festgestellt habe, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Foto: Fehlt in Baku, muss Hasstiraden im Internet über sich ergehen lassen: Teddy RINER - @EJU / Gabi Juan

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