Auch für die Leichten wird´s nicht leicht …

Los geht´s! Samstag um 4 Uhr Früh MESZ beginnen im Nippon Budokan mit einem Jahr Verspätung und ohne Zuschauer die olympischen Judobewerbe – mit den leichtesten Gewichtsklassen, Frauen bis 48 und Männer bis 60 Kilo. Aber auch die Leichten werden es im Kampf um Gold, Silber und Bronze nicht leicht haben. Das kann man gleich am Beispiel der Ukrainerin Daria Bilodid festmachen. ÖJV-Judoka sind an den beiden ersten Tagen noch nicht auf der Matte, als erste steigt Sabrina Filzmoser am Montag in der Klasse bis 57 Kilo in ihr letztes Abenteuer bei Olympia ein. Der ORF und Eurosport übertragen Kämpfe ab 4 Uhr, allerdings ohne fixe Zeiten. Die Finalblocks werden an allen Tagen bis Freitag nächster Woche um 10 Uhr beginnen (inkl. Semifinal-Kämpfe).

Daria BILODID ist erst 20 Jahre, aber schon zweifache Welt- und zweifache Europameisterin. Ihr Siegeszug schien unaufhaltbar, aber heuer wurde die „Bodenkünstlerin“ aus der Ukraine gestoppt. Beim Grand Slam in Tel Aviv fand sie im Finale in der Französin Shirine Boukli ihre Meisterin. Die erste Bilodid-Niederlage nach einer gefühlten Ewigkeit. Und wie es der Zufall will, treffen die beiden – wenn Boukli in der ersten Runde die Serbin Milina Nikolic schlägt – gleich zum Auftakt aufeinander. In der anderen Poolhälfte ist die als Nummer 1 gesetzte Kosovarin Distria Krasniqi die Favoritin. Also gleich am ersten Tag wird es heiß – auch bei den Männern. Der unaussprechliche Russe Robert Mschvidobadse ist als Nummer 1 gesetzt, aber Japans Lokalmatador Naohisa Takato – und sicher alle anderen – wollen Gold für den Russen verhindern. Spannender Auftakt also!

Eine weniger erfreuliche Meldung am Rande: Algeriens Judoka Fethi Nourine (bis 73 Kilo) verzichtet auf seinen montägigen Start – weil er im Falle eines Sieges in der ersten Runde danach auf den Israeli Tohar Butbul treffen würde, zog man seine Nennung zurück. Schon bei der WM 2019, auch im Budokan, hätte Nourine auf Butbul treffen sollen. Damals gab´s ja auch den „Auftrag zur Niederlage“ an den Iraner Saaed Mollaei, der im Falle eines Sieges im Endkampf bis 81 Kilo auf den späteren Weltmeister Sagi Muki getroffen wäre. Mollaei flüchtete aus dem Iran und kämpft in Tokio für seine neue Heimat Mongolei. Meldungen, die wir eigentlich nicht lesen wollen …

Foto-Montage oben: Daria BILODID (UKR/links) mit der Französin Shirine BOUKLI - @IJF

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