Das war nichts für schwache Nerven! Wenige Minuten, nachdem sich Österreichs Fußballer bei der WM mit dem dramatischen 3:3 gegen Algerien für die nächste Runde qualifiziert hatten, war beim Judo-Grand Prix in Qingdao auch der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) erfolgreich – der zweifache EM-Dritte wurde in der Klasse über 100 Kilo Siebenter und schrieb damit erstmals in diesem Jahr mit einer Top-7-Platzierung an. Gewissermaßen ein doppeltes Happy End!
Der 27-jährige Wiener war zum Auftakt gegen den um fünf Jahre jüngeren Koreaner Dusan Baek von Beginn an der aktivere Judoka. Nach 2:38 Minuten gelang Hegyi ein schöner Beinwurf (Sasae), der zur Ippon-Wertung führte. Da stand es in Kansas City 1:0 für das ÖFB-Team. Als Hegyi den Polen Jakub Sordyl, gegen den er heuer beim Grand Slam in Tiflis verloren hatte, 22 Sekunden vor dem Ende, nach vorheriger Waza-ari-Führung, mit Osaekomi festhielt, jubelten unsere Kicker gerade über den WM-Aufstieg. Hegyi jubelte auch. Erstmals in diesem Jahr ein Viertelfinale – das er gegen den „russischen Bären“ Tamerlan Bashaev, Olympia-Dritter von Tokio 2021, nach 1:59 Minuten mit Ippon für einen Konter verlor. Auch in der Trostrunde verlor der Wiener – Ippon im Golden Score gegen Dzhamal Gamzatkhanov (AZE). Dennoch holt Hegyi damit im zweiten Turnier der Olympia-Qualifikation wichtige Punkte für das IJF-Ranking.
Ausgeschieden sind leider die Sanjindo-Judoka aus Bischofshofen – der EM-Fünfte Thomas Scharfetter unterlag bis 90 Kilo dem Kasachen Aidar Arapov mit Waza-ari. die Ex-Junioren-Weltmeisterin Elena Dengg bis 78 Kilo Beatriz Freitas (BRA) mit Ippon.
Foto: Stephan HEGYI (blau) schrieb in Qingdao erstmals in diesem Jahr an: Rang 7 – @Judo Austria / Oliver Sellner
