Führung vergeigt

Das Grand Slam-Turnier in Tiflis endete für Österreichs sechsköpfiges Aufgebot mit einer Nullnummer – leider keine Platzierung unter den top sieben! Am Sonntag schieden auch der Salzburger Thomas Scharfetter (bis 90 Kilo) und der Wiener Stephan Hegyi (über 100 kg) mit Erstrunden-Niederlagen aus. Beide vergeigten ihre Führung. Daran wird man wohl arbeiten müssen …

Scharfetter (Sanjindo Bischofshofen) ging bis 90 Kilo gegen Jarne Duyck (BEL) schnell mit einem Yuko für einen Beinfeger in Führung, der Belgier glich aber aus und machte nach 24 Sekunden im Golden Score das entscheidende Waza-ari. Ähnlich bei Hegyi: Der Judoka des SC Hakoah führte gegen Jakub Sordyl (POL) mit einem Yuko, für das man auch Waza-ari hätte geben können, der Pole glich in der letzten Kampfminute aus. Und nach 54 Sekunden im Golden Score lag der zweifache EM-Dritte im Osaekomi, fünf Sekunden später das zweite Yuko für Sordyl, und damit war auch Hegyi ausgeschieden. „Es war für uns ein enttäuschendes Wochenende“, meinte ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. Und: „An diesen individuellen Fehlern müssen wir in den nächsten Wochen arbeiten.“

Das gleiche Missgeschick war schon am Samstag dem Wiener Bernd Fasching (Galaxy Tigers) passiert, der in seinem Zweitrundenkampf bis in die letzte Minute mit Yuko führte, aber dann Ippon geworfen wurde. Sechs ÖJV-Athleten, acht Kämpfe, nur zwei Erstrundensiege, sechs Niederlagen – eine Nullnummer für Judo Austria! Die letzte Grand Slam-Medaille liegt schon über ein Jahr zurück. Am 15. Februar 2025 hatte die derzeit leider verletzte Lubjana Piovesana in Baku Bronze bis 63 Kilo geholt.

Zumindest umstritten bleibt die IJF-Entscheidung, russische und weißrussische Judoka wieder unter ihrer Nationalität und Flagge antreten zu lassen. So hörte man in Georgiens Haupstadt am Samstag die russische Hymne, denn Madina Taimazova holte den Sieg bis 70 Kilo. Zuletzt kam es in anderen Sportarten und auch bei Olympia in Milano/Cortina angesichts der Sanktions-Aufhebung zu massiven Protesten.

Foto: Siegte für Russland und hörte wieder ihre Nationalhymne: Madina TAIMAZOVA (weißer Judogi) – @IJF / Tamara Kulumbegashvili

Ähnliche Beiträge

  • „Medaille super, aber noch viel zu tun!“

    Nach elf Jahren dank Michaela Polleres wieder eine WM-Medaille für Österreichs Judo, aber sonst keine weitere Platzierung bei acht Startern. Die WM in Budapest brachte Licht und Schatten. So groß die Freude auch war, so selbstkritisch ist auch ÖJV-Headcoach Yvonne Bönisch (@Judo Austria/GEPA Christian Walgram). „Natürlich bin ich erleichtert und zufrieden, dass Österreich erstmals seit…

  • Nur ein Ausrutscher

    Zwei Wochen nach dem bitteren Erstrunden-Aus beim Heim-Grand Prix in Linz ist der Wiener Judoka Bernd Fasching (Galaxy Tigers) am Samstag beim Grand Slam in Tiflis (GEO) auf Wiedergutmachung aus. „Ich hoffe, Linz war nur ein Ausrutscher“, sagt der 22-Jährige, der bis 81 Kilo – wie in Linz – auf einen Kasachen treffen wird, Carina…

  • Großer Dank an die Mama

    Österreich hat nach 13-jähriger Pause – nach dem Triumph von Bernadette Graf 2011 in Kapstadt – mit Elena Dengg (bis 70 Kilo / ESV Sanjindo Bischofshofen) wieder eine Junioren-Weltmeisterin. Die 20-jährige Salzburgerin, zuletzt von einer Verletzungsserie geplagt, stürmte in Duschanbe (TJK) zur Goldmedaille bei der Unter21-WM und sicherte sich 700 Weltranglistenpunkte für die Allgemeine Klasse. Die…

  • Magda auf WM-Bühne zurück

    Von 07.-14. Mai findet in Qatar, genauer gesagt in der Hauptstadt Doha, die Judo Weltmeisterschaft der allgemeinen Klasse statt. Der Wiener Judo Landesverband ist mit einer Sportlerin vertreten. Magdalena Krssakova (-63kg, JC Sirvan) wird am Mittwoch den 10. Mai um WM-Edelmetall kämpfen. Nachdem sie letztes Jahr in Taschkent verletzungsbedingt passen musste, sind dies ihre fünften…

  • Omas Germknödel auf dem Silber-Tablett

    „Jetzt freue ich mich schon auf die Germknödel von der Oma“, sagte Österreichs frischgebackene Vize-Europameisterin Magdalena Krssakova noch in Prag. Mittlerweile ist die 26-jährige Wienerin schon zu Hause und hat die Delikatesse auf dem Silber-Tablett serviert bekommen. „Die schmecken immer gut“, genoss sie es. Magda war aus österreichischer Sicht der wohl größte Lichtblick der Judo-EM…

  • Mit Lupo, ohne Lulu

    Nur noch wenige Tage bis zum Heim-Grand Prix in Linz (Freitag bis Sonntag) – alle Details zur vierten Auflage der IJF-World Tour in der Tips-Arena wurden am Montag in einer Pressekonferenz präsentiert. Während die Olympia-Fünfte Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo) leider verletzt fehlt, gibt es ein Wiedersehen mit einem der Großen des…