Hegyi Siebenter – Graf an Bronze vorbei

Zwei Platzierungen, aber keine weitere Medaille nach dem samstägigen Silber für Shamil Borchashvili (Wels/bis 81 kg) gab es am letzten Tag des Grand Slam in Tiflis. Nach drei Turnieren in Folge ohne Platzierung hat der Wiener Judoka Stephan Hegyi (SC Hakoah/Bild) endlich wieder angeschrieben. Der zweimalige EM-Dritte wurde mit einem Sieg und zwei Niederlagen Siebenter in der Klasse über 100 Kilo. Zwar war es noch nicht wirklich gut, was der 22-Jahrige ablieferte, aber im Vergleich zu den letzten Turnieren eine Steigerung. Während sich sein Gewichtsklassen-Konkurrent Daniel Allerstorfer (Mühlviertel) und Aaron Fara (Wimpassing / bis 100 kg) mit Auftakt-Niederlagen verabschiedeten, feierte Bernadette Graf (JZ Innsbruck / bis 78 kg) ein halbwegs gelungenes Comeback mit Platz 5. Der Traum von einer Medaille war im Bronze-Kampf aber schon nach neun Sekunden ausgeträumt.

Hegyi startete gut in dieses Grand Slam-Turnier. Den Georgier Onise Bughadze donnerte er nach 1:38 Minuten mit einem Körperwurf (Tai-Otoshi) Ippon auf die Matte, danach aber verlor er im Viertelfinale gegen den Kubaner Andy Granda (späterer Dritter) nach 2:50 Minuten durch einen Konterwurf. Hegyis zweite Niederlage folgte in der Trostrunde, in der er sich mit Saba Inaneishvili einem weiteren Georgier geschlagen geben musste. Schon nach 45 Sekunden war der Kampf durch Ippon für einen Beinwurf (O-soto-gari) beendet. Immerhin: Hegyi steht damit als Siebenter wieder in den IJF-Ergebnislisten und holte gute Punkte für die Absicherung seiner Olympia-Qualifikation.

Für Graf war es der erste Tour-Auftritt nach über einjähriger Verletzungspause. Die Tirolerin schlug zunächst die Montenegrinerin Jovana Pekovic mit Ippon (nach 2:50 Minuten) und führte danach gegen die Russin Aleksandra Babintsewa mit Waza-ari, aber dann flog „Bernie“ nach einem Beinwurf (O-soto-gari) Ippon auf die Matte. In der Trostrunde wahrte die 28-Jährige Olympiafünfte von Rio 2016 ihre Chance auf einen Podestplatz. Sie bezwang die Slowenin Patricija Brolih nach Waza-ari-Führung vorzeitig und und erreichte somit den Kampf um Bronze gegen die Israelin Inbar Lanir. Der dauerte allerdings nur neun Sekunden, nachdem die Israelin einen Angriff Grafs konterte.

Das von ÖJV-Headcoach Yvonne Bönisch ausgegebene Ziel „eine Medaille“ wurde erreicht, und Sportdirektor Markus Moser zeigte sich durchaus zufrieden: „Berni darf mit Rang fünf nach 13 Monaten ohne Wettkampf absolut zufrieden sein. Das war ein wichtiger erster Schritt vor EM, WM und Olympia. Im Bronze-Kampf hat sie sich leider überrumpeln lassen, das war unglücklich.“ Und zu Hegyi: „Erfreulich, dass er nach einigen schwächeren Turnieren wieder angeschrieben hat.“ Dennoch muss man sagen: Bei einem Turnier, bei dem die Japaner, Südkoreaner und einige weitere aktuelle WeltmeisterInnen fehlten, gab es – sieht man von Borchashvili ab – in 14 Kämpfen von acht ÖJV-Athleten zehn Niederlagen und nur vier Siege. Da wird schon am kommenden Wochenende beim sicher stärker besetzten nächsten Grand Slam in Antalya eine generelle Steigerung notwendig sein. Das Turnier in der Türkei ist das letzte vor der EM, die dann von 16. bis 18. April in Lissabon über die Matte gehen wird.

Gastgeber Georgien (2/3/4) gewann die Medaillenwertung vor Kanada (2/1/1) und der Mongolei (2/0/2). Weitere acht Länder stellten je einen Klassensieg. Österreich belegte unter den 79 Nationen den 14. Platz. Alle Ergebnisse aus Tiflis findet ihr hier.

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