Michis Comeback

Sie ist, als erst zweite Österreicherin in der Geschichte von Sommerspielen, zweifache Olympia-Medaillengewinnerin und somit eine der erfolgreichsten Judoka Österreichs – Michaela Polleres (JC Wimpassing) hat aber nach Bronze in Paris 2024 eine lange Pause eingelegt. Jetzt feiert sie am Sonntag beim Grand Slam in Tokio ihr internationales Comeback, nach exakt 494 Tagen. „Die Pause hat gut getan, jetzt habe ich wieder volle Lust auf Judo“, sagt die 28-jährige Niederösterreicherin.

Silber 2021 im Tokioter Budokan, Bronze bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris – nach Fechterin Ellen Müller-Preis in den Nachkriegsjahren ist „Michi“ erst die zweite Frau, die für unser Land zwei Medaillen bei Olympischen Sommerspielen geholt hat. „Die letzten Jahre waren sehr stressig“, sagt die 70-Kilo-Athletin, „zwischen Tokio und Paris waren nur drei statt vier Jahre, das war heftig.“ Deshalb und weil die Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028 erst im Juni des nächsten Jahres beginnt, stimmten ÖJV-Präsident Martin Poiger und ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch der Auszeit von Polleres zu. Seit gut einem halben Jahr ist die Wimpassingerin wieder im Training, bei der Staatsmeisterschaft im Oktober in Feldkirch holte sie sozusagen im „Vorübergehen“ ihren (erst) vierten nationalen Titel, jetzt steigt sie in Tokio erstmals wieder auf eine Tatami auf der World Tour.

In der Weltrangliste ist Polleres von Rang drei auf Platz 23 zurück gerutscht. „Kein Problem im Moment, aber bis zur Olympia-Quali will ich wieder unter die besten acht, um bei den Turnieren gesetzt zu sein“, hat sich die zweifache WM-Dritte zum Ziel gesetzt. Was ist in Tokio, beim letzten Grand Slam-Turnier des Jahres, zu erwarten? „Ich mache mir keinen Stress. Mir geht es darum, wieder in den Wettkampf-Rhythmus zu kommen.“ Unter den 24 Teilnehmerinnen bis 70 Kilo sind die aktuelle japanische Weltmeisterin Shiho Tanaka und die Weltranglisten-Zweite Aoife Coughlan (AUS), die heuer den Grand Prix in Linz gewann.

Schon am Samstag ist mit Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo) die Olympia-Fünfte von Paris im Einsatz. „Lulu“ hat zuletzt beim Grand Slam in Abu Dhabi als einzige ÖJV-Judoka als Siebente angeschrieben, flog direkt von den Emiraten ins ferne Japan. Piovesana ist beim traditionellen Kano-Cup als Nummer 4 in ihrer Gewichtsklasse gesetzt. Nach dem Turnier bleiben beide Österreicherinnen noch eine Woche zum Training im legendären Kodokan in Tokio.

Foto: Michaela POLLERES (blauer Judogi) bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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