Warten auf Magda

Österreichs Judo-Star Michaela Polleres gibt am Sonntag beim Grand Slam in Tokio nach 494 Tagen ihr internationales Comeback, eine andere bastelt daran – Magdalena Krssakova hat eine noch längere Pause als die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin und will im März 2026 neu durchstarten. Denn die 31-jährige Wienerin hat noch ein Ziel: Olympia 2028 …

Als Magda im Vorjahr in der internen Olympia-Qualifikation für Paris bis 63 Kilo an Lubjana Piovesana, die später Fünfte wurde, gescheitert war, dachten einige schon: Das war´s wohl. Nicht aber Krssakova. „Natürlich war die Enttäuschung, dass es nicht für Paris gereicht hat, groß“, sagt die Vize-Europameisterin von 2020 und dreifache Grand Prix-Siegerin. Ihre letzte Platzierung war ein fünfter Platz am 30. März 2024 beim Grand Slam in Antalya, ihr letztes Podium war Bronze beim Grand Prix in Dushanbe am 3. Juni 2023. Lang ist´s her …

Nach der verpassten Paris-Quali nahm sich Magda, die schon die letzten Turniere davor mit einer Verletzung kämpfte („mit Tape ist es aber gegangen“), eine Auszeit („ich wollte auch mal Urlaub machen“), begab sich im September 2024 erstmals unters Messer und heuer im März wieder. „Bei mir waren alle Bänder im Knie gerissen – Kreuzband, Meniskus, Außenbänder!“ Jetzt ist die Judokämpferin des JC Sirvan, die seit schon mehr als zwei Jahren in Linz lebt, wieder im Training, „aber noch ohne Randoris. Ich mache hauptsächlich Griffkampf.“ Im Frühjahr will sie aber zurück auf die Wettkampf-Tatami, will ein Comeback versuchen.

„Olympia 2028 in Los Angeles ist mein großes Ziel“, sagt die in Bratislava geborene Magda. Ob sie es bis dahin schaffen kann? „Mal schauen. Zuerst muss ich voll fit sein, dann im Wettkampf wieder das Gefühl zurückkriegen, Platzierungen erreichen, in der Weltrangliste nach vorn kommen. Aber alles step by step.“ Im IJF-Ranking bis 63 Kilo ist sie auf Rang 79 abgerutscht, Piovesana ist aktuell Siebente. Und, wie es aussieht, die in Vorarlberg gelandete Ex-Britin wird auch für die kommende Olympia-Qualifikation die große interne Gegnerin sein …

Krssakova hat zuletzt als Co-Kommentatorin bei Judo-Events im ORF ihr Fachwissen an die TV-Zuschauer weiter gegeben. „Das hat richtig Spaß gemacht, aber natürlich ist es mir viel lieber, selbst zu kämpfen“, sagt Magda. Wollen wir hoffen, dass die dann 34-Jährige in weniger als drei Jahren in den USA den Judogi anziehen kann, auf die Matte steigen und kämpfen darf. Und dass wir sie dann nicht mehr als Co-Kommentatorin hören …

Hammer-Los in Tokio

Na, bumm! Österreichs Duo beim letzten Grand Slam-Turnier des Jahres am Wochenende in Tokio zog jeweils ein schweres Los. Samstag muss „Lulu“ Piovesana bis 63 Kilo nach einem Freilos voraussichtlich gegen Narumi Tanioka (JPN) ran und bekäme es bei einem Sieg wohl mit der mongolischen Asien-Meisterin Enkhriilen Lkhagvatogoo zu tun, Polleres (JC Wimpassing) trifft am Sonntag bis 70 Kilo bei einem Sieg über Aina Laura Radoanaivo Razafy (MAD) auf die „spanische Japanerin“ Ai Tsunoda-Roustant, ihres Zeichens zweifache Siegerin des Grand Slam in Paris und zweifache Juniorinnen-Weltmeisterin. Alles Gute euch beiden!

Foto: So kennen wir Magda KRSSAKOVA (blau) als Judoka! Hoffentlich bald wieder - @Judo Austria / Oliver Sellner

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