Masaaki: Fünfmal Gold

Eins, zwei, drei – schon war´s für die anderen vorbei! Japans Judoka dominierten die ersten beiden WM-Tage in Budapest, holten drei von vier möglichen Goldenen. Masaaki Ueda, japanische Judo-Legende in Österreich, ist davon überzeugt, dass es nicht die letzten dieser Titelkämpfe waren. „Fünfmal Gold für Japan“, meint der mittlerweile 73-Jährige. Am Sonntag gab es früh die erste Sensation des Tages – Olympiasieger und Weltmeister Hidayat Heydarov (AZE) schied bis 73 Kilo ebenso in seinem Auftaktkampf aus wie der Mühlviertler Samuel Gaßner.

Die Bank hat gehalten, Uta Abe hat bis 52 Kilo ihren bereits fünften WM-Titel, noch dazu in überzeugender Manier (alle fünf Kämpfe mit Ippon gewonnen) eingefahren. Für Ryuju Nakayama (bis 60 Kilo) und Takeshi Takeoka (bis 66 Kilo) waren es die ersten Goldenen bei einer WM in der Allgemeinen Klasse. Wie stark muss ein Team sein, wenn der Top-Favorit – Hifumi Abe – einen Fehler macht und ausscheidet, und ein anderer holt dafür den WM-Titel. Für Hifumi verlief die WM 2025 ähnlich wie jene im Budokan zu Tokio 2019, als der nun 27-jährige zweifache Olympiasieger und vierfache Weltmeister im Semifinale seinem Landsmann Joshiro Maruyama, der dann Weltmeister wurde, unterlag. Hifumi nahm sein Ausscheiden gelassener hin wie seine Schwester, die bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris im Achtelfinale der damaligen Weltranglisten-Ersten Diyora Keldiyorova (UZB) unterlag und einen Nervenzusammenbruch erlitt. Damals war Hifumis brüderlicher Trost gefragt.

Wer ist dieser Takeshi Takeoka, der immer in der zweiten Reihe stand, nicht zu Olympia durfte, aus dem selben Klub kommt wie die Abe´s? Zehn Tage vor seinem Triumph 26 geworden, Vize-Weltmeister 2024 in Abu Dhabi (hinter seinem Landsmann Ryoma Tanaka), Nummer 2 der Welt in der Klasse bis 66 Kilo, vor Abe gelegen. 2024 Sieger bei den (bedeutenden) Grand Slams in Paris und Tokio, heuer in Baku. Also kein Unbekannter, kein Sensations-Weltmeister. Und dennoch eine saftige Überraschung,. weil er und nicht sein Teamkollege Abe ganz oben auf dem Podest stand. „Ich bin nach Budapest gekommen, um Gold zu holen. Weil alle über Hifumi geredet haben, hatte ich weniger Druck als er“, meinte Takeoka mit der Goldenen um den Hals. Und weiter: „Die Dichte in der 66-Kilo-Klasse ist so groß, da können, fünf, sechs oder mehr Judoka Weltmeister werden. Ich habe es heute ausgenützt, morgen kann auch ein anderer gewinnen. So ist es im Sport.“

Aber welche Japaner kommen noch? Bei den Frauen vielleicht Mao Arai (bis 78 Kilo), aber da ist die Französin Romane Dicko die klare Favoritin. Und bei den Männern sicher der Weltranglisten-Erste Shanshiro Murao (bis 90 Kilo), eher unwahrscheinlich Dota Arai (bis 100 Kilo) oder Hyoga Ota (über 100 Kilo), aber da gilt Inal Tasoev (IJF) als Gold-Bank. Durchaus möglich, dass die Töchter und Söhne Nippons ihr Pulver schon verschossen haben. Sollte es bei drei Titelgewinnen (im Einzel) bleiben, dann wäre es die schlechteste WM für Japan seit 17 Jahren – seit 2009 in Rotterdam. Damals hatte es auch „nur“ dreimal Gold gegeben.

Am Sonntag gab´s kein Gokd fpr Japan, sver zwei Sensationen! Superstar Heydarov verabschiedete sich in der Klasse bis 73 Kilo mit einer Yuko-Niederlage gegen den Portugiesen Otari Kvantidze. Und in der Frauen-Kategorie bis 57 Kilo verlor Mimi Huh (KOR), die Weltmeisterin von 2024, ihren Erstrundenkampf gegen Shirlen Nascimento (BRA) mit Waza-ari. So kamen bei den Männern der Olympia-Zweite Joan-Benjamin Gaba (FRA) und der sehr starke Brasilianer Daniel Cargnin, der im Viertelfinale Tatsuki Ishihara (JPN) bezwang, ins Finale. Gaba gelang in einem hochklassigen Finale die entscheidende Wertung, damit Gold für die Franzosen! Bei den Frauen gab es wenigstens Silber für Japan – Momo Tamaoki unterlag Eteri Liparteliani (GEO) mit zwei Waza-ari nach zweieinhalb Minuten. Liparteliani ist jetzt die erste georgische Judo-Weltmeisterin der Geschichte.

Gaßner draußen, Hoffen auf Montag

Gaßner lieferte am Sonntag dem Mongolen Uranbayar Odgerel, den er zuletzt beim Grand Slam in Tiflis besiegt hatte, einen gleichwertigen Kampf, hatte bei einem Uchi Mata-Ansatz die beste Aktion, aber der Mongole war immer etwas schneller. Nach wenigen Sekunden im Golden Score gelang Gaßners Gegner mit einem so genannten Abtaucher das entscheidende Yuko. Damit schied „Sami“ aus. „Odgerel hat schnell die Initiative übernommen, zeichnete für die meisten Aktionen im Kampf verantwortlich. Wir hätten uns heute einen aktiveren Sami gewünscht“, kommentierte Sportdirektor Markus Moser.

Aber, wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Das sollte sich bewahrheiten, wenn m Montag drei ÖJV-Judoka auf die Matte steigen, die durchwegs Ambitionen auf Medaillen oder zumindest Platzierungen haben. Etwa Lubjana Piovesana (LZ Hohenems), die bis 63 Kilo nach vier fünften Plätzen bei Groß-Events endlich ihr erstes Edelmetall will; oder der Welser Shamil Borchashvili, der bei seinem Comeback nach 14 Monaten gleich auf Ex-Weltmeister Matthias Casse (BEL) trifft; und der Wiener Galaxy-Judoka Bernd Fasching, im Vorjahr WM-Siebenter in Abu Dhabi, der ebenso wie Borchashvili in der 81-Kilo-Klasse antritt. Wir wünschen allen drei ÖJV-Athleten viel Glück und Erfolg!

Alle Ergebnisse aus Budapest findet ihr hier.

Foto oben: Takeshi TAKEOKA (weiß) behielt auch im Finale die Oberhand und wurde erstmals Weltmeister - @IJF / Tamara Kulumbegashvili. - Foto unten: Samuel GASSNER (blauer Judogi) gegen den Mongolen Uranbayar ODGEREL - @Judo Austria / Oliver Sellner 

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