An Bronze vorbei

Während Michaela Polleres (Wimpassing / bis 70 Kilo) in Runde eins und der Wiener Bernd Fasching (Galaxy Tigers / bis 81 Kilo) im Achtelfinale bei der Judo-EM in Tiflis ausschieden, nützte der Salzburger Thomas Scharfetter (Sanjindo Bischofshofen) seine Chance – und schrammte bis 90 Kilo gegen Alex Cret (ROU) knapp an Bronze vorbei. Damit Fünfter und die erste rot-weiß-rote Platzierung an einem für Österreich dennoch enttäuschenden EM-Tag.

Scharfetter war scharf auf Bronze – das zeigte Thomas von Beginn an. Der 25-jährige Salzburger bezwang in der Klasse bis 90 Kilo zunächst Noah Christiaens (BEL) und Roy Sivan (ISR) jeweils mit Yuko, ehe er sich im Viertelfinale dem starken Serben Nemanja Majdov (hat einen kompletten WM-Medaillensatz) mit 2:3 Shidos (Hansokumake) geschlagen geben musste. Mit seinem Ippon-Sieg über Yahor Varapayeu (BLR) wahrte Scharfetter aber seine Bronze-Chance. Allerdings dauerte der Traum von der ersten EM-Medaille gerade mal 33 Sekunden – Waza-ari Seoni Nage, Waza-ari Osaekomi, das war´s. Für den Fleischhauer aus St. Johann im Pongau, der bisher auf der IJF World Tour nur einmal als Dritter beim Grand Prix in Linz (2023) auf dem Podest gestanden war, dennoch sein bisher größter Erfolg.

Die anderen ÖJV-Athleten enttäuschten, wobei Fasching noch am ehesten entsprach. Der Galaxy-Judoka besiegte Victor Sterpu (MDA) mit Yuko und Vedaf Albayrak (TUR) mit Ippon (Tani-otoshi), verlor aber im Achtelfinale im Golden Score gegen Mihajlo Simin (SRB) mit einem (umstrittenen?) Yuko. Sein Klubkollege Magamed Borchashvilli (ebenfalls bis 81 Kilo) musste die Klasse des dreifachen Weltmeisters und Lokalmatadors Tato Grigalashvili (GEO) anerkennen und verlor mit zwei Waza-ari vorzeitig. Enttäuschend freilich das frühe Ausscheiden von Polleres, die in ihrem Auftaktkampf Madina Taimazova (RUS) unterlag. Die Rückkehr der zweifachen Olympia-Medaillengewinnerin, die seit ihrem Comeback „nur“ mit dem Grand Prix-Sieg in Linz anschrieb, ist offenbar schwieriger als erwartet. Auch Issa Naschcho (LZ Multikraft Wels / bis 90 Kilo) schied bei seinem EM-Debüt, bei einem Sieg und einer Niederlage, aus.

Drei Gewichtsklassen, Sieger aus drei Ländern – das brachte der dritte EM-Tag. Zwar waren die Georgier enttäuscht, dass zwei ihrer Stars – Tato Grigalashvili verlor das Finale bis 81 Kilo gegen Russlands neuen Superstar Timur Arbuzov (Titel erfolgreich verteidigt), Lasha Bekauri (90 Kilo) wurde nur Fünfter – nicht gewonnen haben, dafür sprang aber Luka Maisuradse bis 90 Kilo ein. Und bei den Frauen sicherte sich Szofi Ozbas (HUN) den Titel bis 70 Kilo. Das bedeutet für den Medaillenspiegel, dass Georgien (3/2/0) nun vor Frankreich (2/3/4) und Russland (2/1/2) führt.

Am Sonntag ist Galaxy-Judoka Movli Borchashvilli über 100 Kilo der „letzte Movlianer“ im Kampf um eine EM-Medaille. Er trifft auf Marek Adrian Masak (EST). Schafft er diese nicht, bleibt Österreich zum zweiten Mal in Serie bei einer EM medaillenlos. Das letzte Edelmetall hatte der mittlerweile zurück getretene Welser Shamil Borchashvili 2024 in Zagreb (Klasse bis 81 Kilo) geholt.

Alle Ergebnisse aus Tiflis findet ihr hier.

Veteranen: EC-Sieg für Kerschner

Galaxy-Judoka Krisztian Kerschner gewann beim Veteranen-Europacup in Warschau die Klasse M5 / bis 81 Kilo. Der 49-Jährige feierte drei Siege, im Finale bezwang er den Polen Marcin Fijalkowski mit Ippon. In der Klasse M8 / bis 81 Kilo gewann, wenig überraschend, der Tiroler Reinhold Kurz (WSG Wattens).

Alle Ergebnisse aus Warschau findet ihr hier.

Foto: Thomas SCHARFETTER (blau) schrammte an EM-Bronze vorbei - @Judo Austria / Benedikt Safer

Ähnliche Beiträge

  • Silber und Bronze

    Auch am zweiten Tag des European Open in Benidorm (ESP) gab es zwei Medaillen für Österreich, wie am Samstag Silber und Bronze – und es waren zwei Wiener, die am Sonntag auf das Podest stiegen. Movli Borchashvilli (Galaxy Judotigers) unterlag nach drei Siegen erst im Finale der Klasse über 100 Kilo dem favorisierten Ukrainer Jevgeny…

  • Magda ohne Platzierung

    Für Magdalena Krssakova (JC Sirvan) war leider in Runde eins Schluss. Die 29-jährige Wienerin musste sich in der 63-kg-Klasse der WM-Zweiten von 2019, der Portugiesin Barbara Timo, mit Waza-ari beugen. Aber auch beim Olympiadritten Shamil Borchashvili lief es in der 81-kg-Klasse nicht nach Plan. Er schied in seinem ersten Kampf gegen Sagi Muki (ISR) aus….

  • Erst Basile stoppte Reiter

    Am Dienstag, dem dritten Tag der Judo-WM in Tokio, stiegen die ersten ÖJV-Athleten auf die Matte. Während Sabrina Filzmoser bis 57 kg in Runde 1 ausschied, erreichte Lukas Reiter bis 73 kg die dritte Runde und scheiterte erst am Olympiasieger bis 66 kg. Der Wimpassinger schlug zunReiter schlug zunächst den belgischen Olympiadritten von Rio 2016,…

  • Laura holt Silber in Györ

    Der Wechsel von Laura Kallinger (Judoring Wien) von der Klasse bis 63 Kilo in jene bis 57 Kilo macht sich nun auch international bezahlt. Denn die Wienerin holte in Györ (HUN) als Zweite ihren ersten Podestplatz bei einem European Open. Bei ihrer Final-Premiere in dieser Turnier-Kategorie musste sich die 21-Jährige allerdings der starken (und besseren)…

  • |

    Hegyi: „WM-Fahrplan passt“

    Bei der EM in Minsk holte der 20-jährige Wiener Judoka Stephan Hegyi schon seine zweite EM-Bronzemedaille. Im Interview für judo-vienna.at spricht der Schwergewichtler über die EM-Kämpfe, über Superstar Teddy RINER und über seine Pläne bis zur WM und Olympia 2020. Kernaussage: „Der WM-Fahrplan passt!“ Stephan, zunächst herzliche Gratulation zur zweiten EM-Medaille. Wie war vor allem…

  • Kein „Sister-Act“ im Emirat

    Auch wenn sieben Titelverteidiger dabei sind – der Judo-WM 2024 in Abu Dhabi fehlen vier absolute Superstars: Neben Schwergewichts-Ikone Teddy Riner (FRA) haben es auch die japanischen Olympiasieger Naohisa Takato (bis 60 Kilo) sowie Hifumi und Uta Abe vorgezogen, zwei Monate vor den Spielen nichts mehr zu riskieren. Damit kommt es im Emirat auch nicht…