2024 – Jahr der Erfolge

Das zu Ende gehende Jahr 2024 war durchaus ein erfolgreiches. Michaela Polleres sorgte in Paris mit Bronze für ihre zweite olympische Medaille nach Silber in Tokio, ein junger Wiener ließ bei der WM in Abu Dhabi aufhorchen, im Nachwuchs wurde Elena Dengg Junioren-Weltmeisterin und Unter-23-Europameisterin – und auf nationaler Ebene war Wien mit fünf Staatsmeistertiteln erfolgreichstes Bundesland. Wir blicken noch einmal auf das Jahr 2024 zurück …

Die Wimpassingerin Polleres, die 2021 in Tokio Olympia-Silber bis 70 Kilo geholt hatte, war die rot-weiß-rote Hoffnung auch für die Spiele 2024 in Paris. Und sie erfüllte die hoch gesteckten Erwartungen. Mit Bronze holte sie erst als zweite Frau nach Ellen Müller-Preis (Fechten) vor 72 Jahren bei zwei Spielen eine Medaille für Österreich. Bei der Sportlerwahl ging dieser Umstand etwas unter, Michi wurde „nur“ Fünfte. Aber es war kein Wunder, dass sie vom ÖJV zu „Österreichs Judosportlerin des Jahres“ gewählt wurde. Wie bei den Männern der Wiener Bernd Fasching, der als Ersatzmann für den Olympia-Dritten von Tokio, Shamil Borchashvili, für die WM in Abu Dhabi nominiert wurde und dort als einziger ÖJV-Judoka mit Rang 7 bis 81 Kilo eine Platzierung geholt hatte. Besagter Shamil hatte drei Wochen davor in Zagreb mit EM-Bronze seine dritte große Medaille geholt und sich danach eine Auszeit genommen.

Auch beim Nachwuchs gab es heuer schöne Erfolge. Die Salzburgerin Elena Dengg (ESV Sanjindo) wurde bis 70 Kilo in Duschanbe Junioren-Weltmeisterin und krönte ihr Jahr mit EM-Gold bei den Unter-23-Jährigen im polnischen Pila. Dort verpasste zwar Laura Kallinger (Judoring Wien / bis 57 kg) – wie im Vorjahr – Bronze und wurde Fünfte, aber Magamed Borchashvilli (Allianz Kukla Galaxy Tigers) schaffte bis 81 Kilo den Sprung aufs Podest und holte mit Bronze seine erste große Medaille. Den internationalen Durchbruch schaffte heuer auch Jacqueline Springer (Vienna Samurai / bis 48 kg), die als Fünfte beim Grand Prix in Zagreb anschrieb und im Herbst das European Open in Rom gewann. Und auch bei den „Oldies“ war Wien erfolgreich – Springers Klubkollege Ernst Leidenfrost bekam bei der Veteranen-WM in Las Vegas die wohlverdiente Bronzemedaille umgehängt. Erkämpft und nicht im Casino erspielt! Bei den ganz Jungen schrammte Vardges Ghazaryan (SU Karuna Wien) bei der Unter-18-EM als Fünfter über 90 Kilo nur knapp am Podest vorbei, durfte aber dafür als einziger rot-weiß-roter Judoka zur WM nach Lima, wo er immerhin einen Sieg landete, ehe er ausschied.

Die Allianz Kukla Galaxy Tigers bejubelten Ende November in Gmunden ihren elften Bundesliga-Titel (4:3 im Finale gegen Multikraft Wels), zogen mit dem bisher alleinigen Rekordmeister UJZ Mühlviertel gleich. Aber auch die Frauen der Wettkampfgemeinschaft Vienna Samurai / WAT Stadlau ließen aufhorchen – Silber beim Final Four, das erstmals in großem Rahmen in Gmunden stattfand. Vienna Samurai holte übrigens auch und völlig überraschend den österreichischen Mixed-Titel!

Wien untermauerte seine Führungsposition auch bei der Staatsmeisterschaft in Feldkirchen (K). Mit fünf Meistertiteln – durch Springer, Kallinger, Magamed und Adam Borchashvilli (Galaxy) sowie Stephan Hegyi (SC Hakoah) bei seinem Comeback nach 20 Monaten Verletzungspause – waren die Judoka aus der Bundeshauptstadt das erfolgreichste Bundesland. Je vier nationale Titel für Wien gab es bei der U21 und U16 (beide in Krems), je drei bei der U18 und U23 (beide in Bischofshofen).

Enttäuschungen gab es im auslaufenden Jahr freilich auch. Etwa, dass Magda Krssakova (JC Sirvan) das Duell mit Lubjana Piovesana um ein Olympia-Ticket bis 63 Kilo verlor und die Vorarlbergerin als Fünfte in Paris nur knapp an Bronze vorbeischrammte. Mittlerweile sitzt die 30-jährige Wienerin im Vorstand des ÖJV, wo Martin Poiger einstimmig für weitere vier Jahre (bis 2028) gewählt wurde. Kurios aber auch, dass der „Borchashvili-Familienrat“ beschloss, für Olympia statt Shamil dessen Bruder Wachid Borchashvili zu „nominieren“, der als 19. des IJF-Rankings durch den Verzicht Shamils in die fix für Paris qualifizierten Top 18 rutschte. Das war auch für den ÖJV eine heikle Situation.

Das Judojahr 2024, das ein durchaus erfolgreiches für Österreich und den Wiener Verband war, endet am kommenden Wochenende mit der europäischen Klubmeisterschaft in Montpellier.

Foto oben: Michaela POLLERES (Zweite von rechts) holte in Paris ihre zweite Olympiamedaille - @IJF / Tamara Kulumbegashvili. - Foto unten: Sie jubelten über ihren elften Bundesliga-Titel: die Judoka der Allianz Kukla Galaxy Tigers - @Judo Austria / Oliver Sellner

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