Hegyi-Comeback mit Gold

Er ist wieder da! Stephan Hegyi (SC Hakoah) feierte bei der Staatsmeisterschaft in Feldkirchen (K) ein perfektes Comeback. Der dreifache EM-Medaillengewinner, der fast zwei Jahre (exakt 622 Tage) verletzungsbedingt pausieren musste, besiegte im Finale der Klasse über 100 Kilo Movli Borchashvilli (Allianz Kukla Galaxy Tigers), der in den letzten drei Jahren Staatsmeister wurde, mit Ippon für einen Festhaltegriff – und holte seinerseits seinen vierten nationalen Titel. Wien war mit insgesamt fünfmal Gold (2023 viermal) erfolgreichstes Bundesland – neben Hegyi durch die eine Klasse höher gegangene Jacqueline Springer (Vienna Samurai/bis 52 Kilo), Laura Kallinger (Judoring Wien/57) sowie Magamed (81) und Adam Borchashvilli (beide Galaxy/bis 100 Kilo). Jeweils Zweite wurden – neben Movli – Leonie Bayr (bis 70 Kilo) und Jael Wernert (beide Samurai/bis 78 Kilo) bzw. der erst 17-jährige Mathis Scheurich (Galaxy/73).

Hegyi startete mit einem Blitzsieg nach nur 18 Sekunden gegen den erst 16-jährigen Lukas Angerer (Galaxy/ÖM U18) und ließ auch im Semifinale nichts anbrennen. Niko Herzog (WAT Stadlau) konnte sich nur 35 Sekunden wehren. Borchashvilli zog mit Siegen über Zan Kauran (Union Eichfeld) und Alexander Willnauer (UJZ Mühlviertel) ins Finale ein. Etwas länger konnte sich im Finale Borchashvilli wehren, der dennoch in den Haltegriff des „Comebackers“ geriet und nach 2:04 Minuten mit Osaekomi verlor. Eine gelungene Rückkehr für Hegyi („super war´s“), der im November auch erstmals nach seinem Kreuzbandriss international beim European Open in Rom auf die Matte steigen will.

Vier weitere Judoka holten holten Staatsmeistertitel nach Wien. In der Frauenklasse bis 52 Kilo gab sich Springer in einem Fünfer-Starterfeld keine Blöße und gewann alle ihre vier Kämpfe, bis 57 Kilo hatte Kallinger gegen Verena Hiden (SU Noricum Leibnitz) erwartungsgemäß im Golden Score des Finalkampfes die Nase vorn. Bei den Männern warf Magamed (81 Kilo) den keineswegs schwachen Leon Tschilikin (Gallneukirchen) nach nur 19 Sekunden Ippon auf den Rücken (Tomoe-Nage), Und Bruder Adam hielt bis 100 Kilo Hubert Illmer (ESV Sanjindo) am Boden fest.

Für die vier Silbermedaillen sorgten Movli, aber auch Betz und Wernert mit jeweils nur einer Niederlage, und – eigentlich sensationell – der junge Scheurich, der erfrischendes Judo zeigte. Auch im Finale bis 73 Kilo, das er aber gegen Alexander Kaserer (ASKÖ Bad Ischl) mit Osaekomi (Festhalter) verlor. Pech hatte sein Galaxy-Klubkollege Fabian Zellmann in der selben Kategorie – nach 7:45 Minuten im Golden Score (also 11:45 gesamt) gegen Firas Ben Saad (LZ Multikraft Wels) mit Hansokumake (drittes Shido) verloren, dann in der Trostrunde einen Kampf gewonnen, doch gegen den Leondinger Martin Miesenberger verletzte er sich schwer. Trainer Thomas Haasmann: „Ich fürchte, da sind alle Bänder gerissen.“ Wir wünschen Fabian Alles Gute, und dass sich die Befürchtungen nicht bewahrheiten.

Eine Premiere gab es bei den dritten Plätzen: Mit dem erst 19-jährigen Alexander Bluhme (SU Karuna Wien/bis 66 Kilo) schaffte es erstmals ein Judoka dieses Vereins bei einer Staatsmeisterschaft der Allgemeinen Klasse aufs Podium. Da machte Klubtrainer Henrik Schwam einen Jubelsprung und herzte gleich den nächstbesten – es war Hegyi-Coach Axel Eggenfellner. – Bronze holten: Männer, bis 60 Kilo: Niclas SCHALK (Allianz Kukla Galaxy Tigers); bis 66 Kilo: Alexander BLUHME (SU Karuna Wien); über 100 Kilo: Niko HERZOG (WAT Stadlau). – Frauen, bis 52 Kilo: Maya KOCHAUF (Galaxy), bis 57 Kilo: Fanny AMANN (Vienna Samurai).

Wien (5/4/5 – 14 Medaillen insgesamt!) gewann die Bundesländerwertung klar vor Oberösterreich (3/6/8) und Niederösterreich (3/0/3), zwei Titel holte die Steiermark, einen Salzburg. In der Vereinswertung hatte UJZ Mühlviertel (2/2/3) einmal öfters Bronze als die Allianz Kukla Galaxy Tigers (2/2/2). Leider waren von den 142 gemeldeten Judoka tatsächlich nur 118 auf der Matte. Turnierdirektor Thomas Stückler dazu: „Es gab Absagen – COVID dürfte sich wieder verstärkt bemerkbar gemacht haben.“

Auf Grund von Verletzungen und Krankheiten im Kader zog Galaxy seine Nennung für den Mixed-Bewerb am Sonntag zurück – somit bleiben sowohl in der Allgemeinen Klasse als auch bei den Unter-16-Jährigen nur je drei Teams übrig. Aus Wiener Sicht bei den „Großen“ Vienna Samurai, beim Nachwuchs die Kampfgemeinschaft Galaxy/Klosterneuburg. Beginn: 10.30 Uhr.

Staatsmeisterschaften 2024 in Feldkirchen/K
STM 2024: Die MedaillengewinnerInnen aus Wien mit JLV-Schriftführer Henrik Schwam. Foto: @JLV/privat

Ergebnisse und Live Stream von Samstag (12.10.)

Ergebnisse und Live Stream von Sonntag (13.10.)

Foto oben: Stephan HEGYI machte mit seinen Gegnern kurzen Prozess, auch im Finale gegen Movli BORCHASHVILLI, und holte seinen vierten nationalen Titel - @Judo Austria / Oliver Sellner

Ähnliche Beiträge

  • Galaxy und Yawara-michi

    Insgesamt 220 Judoka nahmen am Wochenende an den Wiener Landesmeisterschaften in den diversen Altersklassen teil. Während am Samstag bei den U12-, U14- und U16-Jährigen in der Kurt-Kucera-Halle die Galaxy Judo Tigers mit zehn Siegen am erfolgreichsten waren, gewann am Sonntag (U18, U21 und AK) Yawara-michi mit viermal Gold die Medaillenwertung. An beiden Tagen waren die…

  • Sensation, aber viel Schatten – Platz 7

    Eine erwartete Auftakt-Niederlage gegen Georgien, dann ein Sensationssieg über Olympiasieger Frankreich und noch eine Niederlage gegen Gastgeber Russland – Österreich belegte bei der Mixed-Team-EM im russischen Ufa Platz 7. Was schmerzt, waren die beiden 0:4-Niederlagen. Was erfreulich war, dass beim 4:2 über die Franzosen auch die beiden Wiener Judoka – Magda Krssakova (JC Sirvan/bis 70…

  • 13 aus 14 – Japan-Spiele!

    274 Judoka aus 44 Ländern haben beim letzten Grand Slam-Turnier des Jahres, dem traditionellen Kano-Cup in Tokio, um die 14 Klassensiege gekämpft, von denen unglaubliche 13 an die Gastgeber gingen. Japan-Spiele im Kodokan! Doch die meisten Asse, auch die rot-weiß-roten, fehlten. Sie sind zwar derzeit zum Training in Japans Hauptstadt, aber beim Turnier waren sie…

  • Keine Erfolge für den Wiener Nachwuchs

    Während sich die sechs ÖJV-Olympioniken schon in Tokio auf die Spiele vorbereiten, hatte am Wochenende der Nachwuchs Gelegenheit, sich in Europacups zu präsentieren. Für die doch recht zahlreich angetretenen Wiener Judoka Unter 21 (in Prag) und Unter 18 (in Bukarest) gab es, leider, keine einzige Platzierung. Für Österreich gab es zwei dritte Plätze – Lisa…

  • Kein Gold zur Morgenstund´

    Morgenstund´ hat Gold im Mund, sagt man. Auf Wachid Borchashvili traf dieses Sprichwort, zumindest am Samstag, nicht zu. Denn Österreichs einziger Judoka beim letzten Grand Slam des Jahres in Tokio beendete seinen Arbeitstag auf Matte 4 des Metropolitan Gymnasiums exakt um 4.37 Uhr MEZ – und schied nach zwei Siegen in der dritten Runde bis…

  • „Maitre“ Riner kehrt mit Masters-Sieg zurück

    Der Bär ist wieder los! Superstar Teddy Riner (FRA) kehrte erfolgreich auf die Judo-Matte zurück! „Maitre“ Riner gewann beim Masters in Doha die Gewichtsklasse über 100 Kilo mit einem Finalsieg über Vize-Europameister Inal Tasojew (RUS). Leider schied der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) in der selben Klasse ebenso in Runde eins aus wie Laurin Böhler…