So eine „Staats“ haben wir noch nie erlebt!

Unter besonderen Vorzeichen und Bedingungen werden am Wochenende in der Sporthalle Oberwart die Judo-Staatseisterschaften 2020 ausgetragen. Wien verteidigt fünf Titel aus dem Vorjahr – aber niemand weiß, wie sich die Corona-Krise auf die Leistungen der einzelnen Judoka ausgewirkt haben wird. Zuschauer sind in Oberwart NICHT zugelassen, aber man kann die Staatsmeisterschaft via Livestream im Internet verfolgen. Sicher ist: Es wird eine „Staats“, wie wir sie noch nie erlebt haben ….

Normalerweise findet eine Judo-Staatsmeisterschaft an einem Tag statt. Vom Vormittag bis in den frühen Nachittag Vorrunden, am Abend dann die Finalkämpfe in den 14 Gewichtsklassen von Frauen und Männern. Heuer ist – Corona-bedingt – alles anders. Keine Zuschauer, pro Verein nur ein Coach, nicht genannte Personen erhalten keinen Zutritt zur Halle, während der gesamten Turnierzeit gilt, außer für die Judoka auf der Matte, Maskenpflicht. Damit möglichst wenige Menschen zusammentreffen, wird die Meisterschaft in vier Blöcken auf je zwei Matten an zwei Tagen ausgetragen. Montag war Nennungsschluss – und siehe da, das Interesse ist groß! 158 Nennungen (12 mehr als 2019 in Kufstein) aus 44 (plus 7) Vereinen wurden abgegeben. Der gesamte ÖJV-Kader nützt die Meisterschaft als Generalprobe für das erste Post-Corona-Turnier eine Woche später, dem Grand Slam in Budapest. „Es wird eine der bestbesetzten Staatsmeisterschaften der letzten Jahre“, verspricht ÖJV-Sportdirektor Markus Moser. Offen ist, ob die Welserin Sabrina Filzmoser (bis 57 kg) nur 52 Tage nach ihrem im Länderkampf gegen Deutschland erlittenen Kreuzbandriss auf die Matte steigen wird. Entscheidung darüber am Freitag.

Die fünf Wieber Judoka, die ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen, sind Katharina Tanzer (Vienna Samurai / bis 48 kg) und Laura Kallinger (Judoring Wien / bis 63 kg) bei den Damen sowie Mathias Czizsek (im Bild oben im weißen Judogi bei den Titelkämpfen im Vorjahr, bis 73 kg), Adam Borchashvilli (bis 81 kg) und Aslan Papoyan (alle Volksbank Galaxy Tigers / bis 90 Kilo) bei den Herren. 2019 in Kufstein waren aber die Asse des ÖJV-Nationalteams nicht dabei, da sie zu dieser Zeit in Japan trainierten. Die Volksbank Galaxy Tigers hatten die Vereinswertung mit drei Titeln gewonnen. Mit Magda Krssakova (JC Sirvan / bis 63 kg) und Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 kg) hat Wien heuer weitere heiße Titelfavoriten.

Und das ist der kuriose Zeitplan einer kuriosen Staatsmeisterschaft, für die die Kämpfe Freitag Abend ausgelost werden: Samstag, 9.30 Uhr, Block 1: Frauen bis 52 und über 78 Kilo, Männer bis 73 kg. – Samstag, 14.30 Uhr, Block 2: Frauen bis 78 kg, Männer bis 60 und 66 kg. – Sonntag, 9.30 Uhr, Block 3: Frauen bis 48 kg, Männer bis 81 und 90 kg. – Sonntag, 14 Uhr, Block 4: Frauen bis 57 und 63 kg, Männer bis und über 100 kg. Der Link für den Livestream: https://streamster.tv/judo-oberwart-2020/

Ähnliche Beiträge

  • Aus für „Sabsi“ – Samstag drei Wiener

    Ein schnelles Aus gab es für Sabrina Filzmoser (bis 57 kg/Bild) beim Grand Slam in Budapest. Samstag sind drei der sechs Wiener beim Restart der IJF-World Tour im Einsatz. „Sabsi“ musste sich gleich in der ersten Runde der Brasilianerin Jessica Perreira mit Waza-ari geschlagen geben. „Sie hat unsicher gewirkt, nicht attackiert. Im Kopf spielt sicher…

  • Platz 5 für Samad

    Beim ersten Kadetten-Europacup in Samorin (SVK) vor zwei Wochen hatte die Wienerin Helin Türk von Vienna Samurai Bronze geholt, am Samstag in Porec (CRO) beim zweiten Turnier dieser Art hätte es ihr ein Klubkollege fast nachgemacht – aber Samad Murtazaliew verlor in der Klasse bis 50 Kilo leider den Kampf um Bronze gegen Klaas Heimans…

  • Wiener ohne Platzierung

    Keine Platzierung für Wiener Judoka gab es am zweiten Tag des Grand Peix-Turniers in Budapest. Sowohl Magdalena Krssakova als auch Adam Borchashvili schieden aus, der Welser Shamil Bochasvili (Klasse bis 81 kg) wurde starker Fünfter. Krssakova (JC Sirvan) schlug am Samstag zunächst die Russin Ekaterina WALKOWA und war damit schon erfolgreicher als ihre interne Kategorien-Rivalin…

  • Vier Titel für Wiener Judoka

    Ende gut, alles gut! Bei den Judo-Staatsmeisterschaften am Samstag in Eferding gab es für Wien vier Titel, doppelt so viele wie 2022 in Weiz. Bernd Fasching (bis 81 kg) und Movli Borchashvilli (über 100 kg(beide M&R Galaxy Judo Tigers) verteidigten ihre Vorjahrestitel erfolgreich, dazu kamen zwei Gold-Girls aus Wien: Laura Kallinger (bis 57 kg/Judoring) und…

  • Vier Wiener Judoka zur WM

    Vier der insgesamt 13 ÖJV-Judoka bei der Weltmeisterschaft in Tokio (25. August bis 1. September 2019) sind Wiener. Einer von ihnen, Stephan Hegyi, Nummer 9 der Welt über 100 Kilo, ist bei der WM als Nummer 7 gesetzt. Derzeit befindet sich das WM-Team in Tata (Ungarn), nächste Woche trainiert es noch drei Tage im Raum…

  • Abu Dhabi: Russen holen acht Medaillen

    Die Judoka der Russischen Föderation dominierten das Grand Slam-Turnier in Abu Dhabi, bei dem allerdings viele Stars fehlten. So war Japan nur mit zwei Damen am Start, von denen eine Silber holte, auch Frankreich und andere Judo-Nationen waren nur mit Rumpfteams dabei, weil Samstag zeitgleich in Ufa (RUS) die Mixed-EM stattfand, an der auch Österreich…