|

Gold für Leidenfrost

Auf seine „alten Tag“ mutiert er noch zum internationalen Judo-Star – Ernst Leidenfrost, Urgestein von Vienna Samurai, holte beim Europacup der Veteranen in Hamburg Gold! Der 60-Jährige, der im Juni als Fünfter nur knapp an EM-Bronze bei den „Oldies“ vorbeischrammte, gewann seine drei Kämpfe bis 90 Kilo. Sogar zweimal Gold holte der Tiroler Reinhold Kurz.

Vor einigen Jahren ging es dem Eisenbahner nicht gut. COVID hatte ihm ziemlich schwer zugesetzt, mittlerweile ist er aus diesen Gründen schon im krankheitsbedingten Ruhestand. Aber Judo? Ja, Judo macht dem „Ernstl“, wie ihn nicht nur seine Freunde aus der Leopoldstadt nennen, noch immer Spaß. Vier Judoka in seiner Alters- und Gewichtsklasse waren in Hamburg auf die Tatami gestiegen, seine drei Gegner hatten aber keine Chance! Hartnäckig erwies sich der erste, Marjan Dimeski aus Mazedonien, den Leidenfrost im Golden Score bezwang. Danach warteten zwei Deutsche. Den ersten, Martin Ernst, ipponisierte Leidenfrost nach nur 30 Sekunden. Der zweite, ein Polizist namens Jürgen Wagner, stieg dreimal aus der Mattenfläche. Damit dreimal Shido, „rote Karte“ und Hansokumake für den ehemaligen Polizei-Europameister – und Gold für den nahezu unverwüstlichen Samurai. Dazu die herzliche Gratulation, lieber Ernstl, aus der Wiener Judo-Familie!

Alle vier rot-weiß-roten Judoka platzierten sich in der Hansestadt. Neben Leidenfrost gewann auch Reinhold Kurz von der WSG Wattens Gold – sogar zweimal bis 81 Kilo (in den Kategorien M7 und M8). „Ich wollte viel kämpfen, da habe ich auch in der Newaza-Kategorie mitgemacht und alle Kämpfe mit Ippon gewonnen“, lacht der Tiroler. Dazu wurde der Steirer Manuel Schantl Zweiter bis 73 Kilo. Und Helmut Kulhanek wurde bis 66 Kilo Siebenter. Insgesamt nahmen an diesem Europacup der Veteranen 196 Judoka aus 27 Ländern und drei Kontinenten teil. Deutschland (23/29/23) war die mit Abstand erfolgreichste Nation vor Polen (7/3/5) und der Ukraine (3/2/5). Dahinter schon Frankreich und Österreich (je 3/1/0). Beachtlich!

Auf die Veteranen wartet heuer noch ein Höhepunkt – von 4. bis 7. November findet in Las Vegas die WM statt, für die es nun auch eine Setzliste gibt. Daher sind Punkte auch in dieser Altersklasse sehr wichtig. Schon am kommenden Samstag gibt es übrigens in der Linzer Solarcity mit dem „Austrian Masters“, der österreichischen Ü30-Meisterschaft, einen Höhepunkt.

Foto: Europacupsiege für Ernst LEIDENFROST (rechts) und Reinhold KURZ - @privat zVg 

Ähnliche Beiträge

  • Am Frauentag Training statt Wettkampf

    Aus der Not eine Tugend machen – das haben Österreichs Nachwuchskader am Wochenende umgesetzt. Statt der wegen des Corona-Virus abgesagten internationalen Turniere kamen sie zu einem gemeinsamen Wochenend-Training in Linz zusammen. Am Frauentag Training statt Wettkampf … Der grassierende Corona-Virus hat auch die internationale Judo-Szene lahmgelegt. Der Grand Prix in Rabat wurde deshalb ebenso abgesagt…

  • Fünfte – Kathrin eilt Magda schon davon

    Rückschlag für Magdalena Krssakova im Kampf um die Olympia-Qualiikation. Während die Wienerin beim Grand Slam in Düsseldorf in der zweiten Runde der Klasse bis 63 Kilo ausschied, wurde ihre interne Konkurrentin um das eine Ticket für Tokio 2020, Kathrin Unterwurzacher, Fünfte. Seinen ersten Grand Slam-Sieg feierte Mathias Czizsek bis 73 Kilo, der Wiener schied aber…

  • Solistin & Zuschauer

    Los geht´s mit der zweiten Saisonhälfte auf den internationalen Tatami – und zwar von Mittwoch bis Sonntag mit der Kadetten-WM der Unter-18-Jährigen in Sofia. Österreich ist nur durch eine Athletin vertreten – Selina Wögerer (ASKÖ Fairdrive Leonding) kämpft am Samstag in der Klasse bis 70 Kilo. Der verletzte Wiener Vardges Ghazaryan (SU Karuna Wien) ist…

  • Jäger ohne Beute

    Beim zweiten Grand Slam des Jahres, in der usbekischen Metropole Taschkent, ließ sich einer der Superstars aus Japan erstmals in diesem jungen Jahr auf der Tatami blicken – und Hifumi Abe wehrte alle Attacken seiner Jäger ab, gewann die Klasse bis 66 Kilo. Der 28-Jährige will noch einmal, 2028 in Los Angeles, den Olympiasieg. Zwei…

  • COVID verhindert japanisches Gold

    Eine Judo-Weltmeisterschaft ohne japanische Goldmedaillen? Eigentlich unvorstellbar – und dennoch möglich! Denn die Töchter und Söhne Nippons fehlen bei der derzeit laufenden Junioren-WM in Olbia auf Sardinien. Die COVID-Pandemie und die damit verbundenen Ein- und Ausreisebeschränkungen verhinderten die Teilnahme der starken japanischen Nachwuchs-Judoka. Nach Platz 7 von Lisa Grabner (JC Wimpassing/bis 57 kg) und dem…