1.000 km für den Erfolg

Enthusiasten machen den Unterschied. In vielen Bereichen. Auch im Wiener Judo haben wir einen solchen – denn Henrik Schwam, Trainer der Sportunion Karuna Wien, reist am Freitag zeitig in der Früh mit dem Auto 1.000 Kilometer von Wien nach Sofia, um bei der Unter-18-EM am Samstag seinen Schützling Vardges Ghazaryan zu betreuen. Der junge Schwergewichtler zog allerdings kein leichtes Los. Die ersten beiden der insgesamt acht rot-weiß-roten Judoka schieden am Donnerstag aus.

„Ich fahre mit meiner Freundin mit dem Auto nach Sofia“, erzählt der Karuna-Trainer vor der Abreise. Laut Navy sind es fast elf Stunden Fahrt. Von Wien über Budapest, Szeged, Belgrad, Jagodina und Nis bis in die bulgarische Hauptstadt. Knapp mehr als 1.000 Kilometer, vielleicht für nur vier Minuten oder weniger seines Talents? „Vardges muss den ersten Kampf gewinnen, dann hätte er mit dem Georgier Nodar Kobaladze einen Gegner, der 140 Kilo schwer ist“, weiß der Coach. Doch zuerst muss das Wiener Talent in der Klasse über 90 Kilo die moldauische Hürde namens Catalin Plesca erfolgreich überwinden. „Vardges hat das Zeug drauf. Er hat sich heuer im April als erster ÖJV-Judoka mit einem dritten Platz beim Unter-18-Europacup in Teplice für diese EM qualifiziert und damit den bisher größten Erfolg für unseren Verein gelandet“, ist Schwam vom Können seines Juniors überzeugt. „Er wird sein Bestes geben. Für Österreich, Wien und die Sportunion Karuna“, sagt Henrik, der ja auch Schriftführer im Landesverband ist.

Am ersten Tag der EM waren zwei ÖJV-Judoka (beide bis 48 Kilo) im Einsatz. Lena Mayrhofer (UJZ Mühlviertel) schied mit einem Sieg und einer Niederlage aus, Isabella Stögmann (ASKÖ Reichraming) verlor ihren Auftaktkampf. In den sechs Entscheidungen am Donnerstag gab es Sieger aus sechs verschiedenen Nationen (SPA, ISR, AZE, SVK, GER, AIN). 511 Judoka aus 44 Ländern nehmen an der EM teil.

Foto: Vardges GHAZARYAN mit seinem Trainer Henrik SCHWAM - @JLVW / privat

Ähnliche Beiträge

  • „Neuer“ Pröll – Bronze!

    Der Name Pröll ist ein hierzulande bekannter. Sei es der ehemalige Landeshauptmann Erwin oder der jetzige ÖFB-Präsident Josef – und jetzt gibt es den Namen auch in den Medaillenrängen beim Judo! Denn Ronald Pröll, 19-jähriger Judoka von UJZ Mühlviertel, wurde beim Junioren-Europacup in Graz Dritter bis 90 Kilo und holte Bronze. Für die Wiener gab´s…

  • COVID verhindert japanisches Gold

    Eine Judo-Weltmeisterschaft ohne japanische Goldmedaillen? Eigentlich unvorstellbar – und dennoch möglich! Denn die Töchter und Söhne Nippons fehlen bei der derzeit laufenden Junioren-WM in Olbia auf Sardinien. Die COVID-Pandemie und die damit verbundenen Ein- und Ausreisebeschränkungen verhinderten die Teilnahme der starken japanischen Nachwuchs-Judoka. Nach Platz 7 von Lisa Grabner (JC Wimpassing/bis 57 kg) und dem…

  • Zwei Wiener Titel bei Matten-Rückkehr

    Fast zwei Jahre konnten sich Österreichs Nachwuchs-Judoka nicht mehr wettkampfmäßig messen. Am Samstag kehrten die Unter-18-Jährigen in Oberwart zur österreichischen Meisterschaft in ihrer Altersklasse zurück – und zwei Wiener Judoka holten Titel: Bis 48 Kilo Maya Kochauf von den Galaxy Judo Tigers und bis 57 Kilo Leonie Bayr von den Vienna Samurais. Überragender Verein an…

  • Leider kein Wiener Sieg in Düsseldorf

    Beim zweiten Grand Slam-Turnier des Jahres an diesem Wochenende in Düsseldorf gab es am Samstag leider keinen Sieg für die Wiener Judoka. Sowohl Magdalena Krssakova (bis 63 Kilo/JC Sirvan) als auch Christopher Wagner (bis 73 kg/Volksbank Galaxy Tigers) schieden mit Auftakt-Niederlagen aus. Am Sonntag steigt noch Stephan Hegyi (über 100 kg/SC Hakoah) auf die Matte….

  • Kein Gold zur Morgenstund´

    Morgenstund´ hat Gold im Mund, sagt man. Auf Wachid Borchashvili traf dieses Sprichwort, zumindest am Samstag, nicht zu. Denn Österreichs einziger Judoka beim letzten Grand Slam des Jahres in Tokio beendete seinen Arbeitstag auf Matte 4 des Metropolitan Gymnasiums exakt um 4.37 Uhr MEZ – und schied nach zwei Siegen in der dritten Runde bis…

  • |

    Mattengeflüster

    Die Protagonisten des Grand Prix-Turniers sind die 479 Judoka aus 59 Nationen, die bis Sonntag auf die Tatami der Tips-Arena in Linz steigen. Aber rundum gibt es viele „G´schichten und G´schichterln“, auf die wir in diesem Beitrag eingehen wollen. Vom Weltmeister, der jetzt TV-Kommentator ist, bis zum „Mind Dojo“, einer Erholungsstätte für Aktive und Coaches….