Zwei Wiener neu im Vorstand des ÖJV

Am Samstag wurde Dr. Martin Poiger bei der Generalversammlung in Eugendorf (Salzburg) einstimmig als ÖJV-Präsident wiedergewählt, aber auch zwei Wiener Vertreter sind neu im Vorstand. Magda Krssakova wurde als Athletensprecherin in das höchste Judo-Gremium Österreichs gewählt, der ehemalige Samurai-Judoka Horst Felzl ist nun auch im ÖJV-Vorstand. Der langjährige Vizepräsident und derzeitige Präsident des Landesverbandes Wien, Ernst Raser, kandidierte aus Altersgründen nicht mehr für eine Funktion im ÖJV. Die Welserin Sabrina Filzmoser wurde zur Vizepräsidentin gewählt, ebenso der Salzburger Albert Gmeiner. Dennoch war dieser Samstag ein sehr trauriger Tag – Gerald Eidenberger verstarb im 60. Lebensjahr.

Gerald EIDENBERGER war über viele Jahre hinweg Präsident des OÖ Landesverbandes und seit 2019 auch Vize-Präsident im ÖJV. Unmittelbar nach der ÖJV-Generalversammlung, bei der „Eidi“ noch als Vizepräsident bestätigt wurde, kam die traurige Nachricht. Er war am Samstag einer kurzen, schweren Krankheit im 60. Lebensjahr erlegen. Der Gallneukirchener begann schon mit 7 Jahren mit dem Judo, war jahrelang Bundeskampfrichter und ein allseits beliebter Judoka, auch abseits der Matten. Zuletzt öffentlich gesehen wurde er bei der Olympiafeier in Wels. „Die Nachricht vom Tod Geralds hat uns geschockt. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie“, formulierte ein trauriger ÖJV-Präsident Martin POIGER. Wiens Judoka nehmen Abschied. Lieber Eidi – R.I.P.

Der neue ÖJV-Vorstand: Präsident Martin POIGER. – Vizepräsident: Sabrina FILZMOSER, Albert GMEINER, Jochen HAIDVOGEL, Hans Peter ZOPF. – Athletensprecherin: Magdalena KRSSAKOVA. – Finanzreferentin: Silvia EHRENGRUBER. – Rechtsreferent: Andreas WEINZIERL. – Technischer Direktor Thomas STÜCKLER, Stellvertreterin Karin DORFINGER. – Beisitzer: Veronika JAKL, Horst FELZL, Martin STUMP.

Interview mit Martin Poiger nach der Wiederwahl

Martin Poigers Bilanz als ÖJV-Präsident spricht für sich. Am Samstag wurde der 44-jährige Burgenländer in Eugendorf einstimmig wiedergewählt. Was er über seine bisherige Amtszeit und seine Zukunftspläne sagt, in einem Kurz-Interview.

Deine Wahl erfolgte einstimmig. Wie wichtig ist Dir dieses Signal?

Martin Poiger: „Die Einstimmigkeit ehrt mich natürlich und zeigt einmal mehr, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Unsere Bilanz der letzten 2 Jahre, seitdem ich das Präsidentenamt übernommen habe, spricht zum Glück für sich. Erstmals seit 1984 haben wir zwei Olympia-Medaillen gewonnen, erstmals seit 2010 auch wieder eine WM-Medaille. Die Installierung eines ÖJV-Bundesstützpunktes in Linz und das Engagement von Yvonne Bönisch trägt bereits Früchte. Es freut mich, dass Yvonne nicht nur Schlagzeilen macht, weil sie der erste weibliche Judo-Headcoach der Welt ist, sondern auch, weil wir so erfolgreich wie schon lange nicht mehr sind. Die Erfolge sind jedenfalls kein Zufall: Sie setzt auf Teamwork, gute Stimmung und harte Arbeit auf und abseits der Matte. Unsere Nationalteam-Judoka sind durch die Bank von der Zusammenarbeit begeistert. Und auch beim Verband wollen wir diesen Schwung mitnehmen: Harte Arbeit, Teamwork, Kompetenz. Dafür wollen wir als Verband stehen! „

Wie soll’s 2022 bzw. in den nächsten Jahren weitergehen?

Poiger: „Wir wollen den sportlichen Erfolg prolongieren, auch den Grundstein dafür legen, dass wir bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris mit noch mehr Aktiven vertreten sind und unsere Medaillengewinne bestätigen. Natürlich geht es auch darum, an der Basis alle Mitglieder, die wir durch die Pandemie verloren haben, schnellstmöglich wieder zurückgewinnen. Die Dojos sollen schnellstmöglich wieder voll sein. Wir haben zuletzt eine anonyme Umfrage unter den TrainerInnen durchgeführt – die Anerkennung unserer Verbandsarbeit wird uns eindeutig bestätigt. Seit Sommer läuft die Kampagne – Judo, mit Sicherheit umwerfend. Wir wollen die Aufmerksamkeit, die wir durch unsere Olympia-Medaillen errungen haben, bestmöglich nutzen.“

Im ÖJV-Vorstand gab’s ein paar Veränderungen, warum?

Poiger: „Es muss immer Ziel sein, unsere Sport-Kompetenz im Vorstand weiter zu steigern. Sabrina Filzmoser als ÖJV-Vizepräsidentin ist ein wichtiges Signal. Ihr kann niemand was vormachen. Sie kennt den Verband, unsere Strukturen aus allen Blickwinkeln. Es freut mich, dass wir sie gewinnen konnten. Dazu wurde ein gewisser Generationswechsel angestoßen. Auch das ist wichtig – bei aller Kontinuität, die wir anstreben.“

Foto oben: Martin POIGER durfte im Juli - nach nicht einmal zwei Jahren Präsidentschaft - über zwei Olympia-Medaillen von Michaela POLLERES und Shamil BORCHASHVILI jubeln. Foto mitte: Neuer Vorstand des ÖJV - alle Fotos @Judo Austria

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